Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Schlanker Webserver Filed 1.20, System-Info-Tool Neofetch 1.8, Dokumentenverwaltung Zeal 0.3.1, Echtzeit-Komprimierer Zstd 1.1.0.

Seitenlieferant

Mithilfe des schlanken Webservers Filed 1.20 bringen Sie in wenigen Minuten statische Webseiten an den Start.

Apache und Nginx glänzen durch einen hohen Funktionsumfang, der aber mit einem großen Bedarf an Systemressourcen einhergeht. Möchten Sie in einem LAN lediglich einige statische Seiten oder Dateien zum Download bereitstellen, greifen Sie besser zu Filed, das sich mit wenig Prozessorzeit und minimalem Arbeitsspeicher begnügt. Dynamische Inhalte wie Foren oder Cloud-Dienste können Sie mit Filed allerdings nicht aufsetzen. Zwar unterstützt der Server keine sichere Kommunikation via SSL, lässt sich zum Verschlüsseln aber mit dem Tool Stunnel kombinieren.

Sie konfigurieren Filed ausschließlich über Kommandozeilenparameter – um es regelmäßig mit denselben Einstellungen zu starten, verpacken Sie den Aufruf in ein Skript oder legen einen Alias an. Um einen einfachen Webdienst aufzusetzen, genügt es bereits, Filed beim Start über den Parameter --root das Dokumentenverzeichnis mitzugeben. Dazu müssen Sie Administratorrechte haben. Da ein Dauerbetrieb mit Root-Rechten sicherheitstechnisch bedenklich ist, geben Sie mit --user besser ein Benutzerprofil an, in das Filed nach dem Start wechselt.

Mit dem Parameter -d gestartet, läuft der Server dezent im Hintergrund. Standardmäßig stellt er seinen Dienst an alle Schnittstellen auf Port 80 bereit; über die Parameter --bind und --port binden Sie Filed an bestimmte Schnittstellen und passen den Port an. Mit -threads erhöhen Sie die Anzahl der von Filed gestarteten Prozesse erhöhen und weisen den Server mit -cache an, Datei-Informationen im Speicher vorzuhalten. Beides erhöht jedoch den Ressourcenbedarf. Sämtliche Verbindungsdaten und Fehlermeldungen schreibt Filed in die Standardausgabe. Mit dem Parameter --log lenken Sie die Daten in eine Protokolldatei um.

Filed 1.20

Lizenz: BSD

Quelle: http://filed.rkeene.org/fossil/index

Inhaltsangabe

Das Shell-Skript Neofetch 1.8 eignet sich sowohl zum schnellen Abfragen der Systemkonfiguration als auch als Login-Banner für Remote-Verbindungen via SSH.

Das Shell-Skript Neofetch arbeitet sofort nach dem Entpacken auf den meisten Unix-Systemen. Es trägt wichtige Systemdaten wie Distribution, Anzahl der Pakete oder verwendete Hardware zusammen und gibt die Informationen übersichtlich aufbereitet aus. Dazu bestimmt es als erstes das Betriebssystem und wertet dann zur Ermittlung von Systemdaten die gängigen Quellen wie /sys- und /proc-Verzeichnis aus. Je nach Distribution greift es auf vorhandene Paketmanager wie Dpkg, Rpm oder Pacman zurück. Zur Suche in und Auswertung von Textdaten nutzt es klassische Tools wie Grep oder Awk in der jeweils betriebssystemspezifischen Version. Ohne Parameter aufgerufen, ermittelt Neofetch neben dem Systemnamen die installierte Distribution, den verwendeten Kernel, die Anzahl der Pakete, die verwendete Shell, die Bildschirmauflösung sowie den vorhandenen Prozessor und die eingebaute Grafikkarte. Je nach Distribution erscheint ein entsprechendes Logo im ASCII-Art-Stil. Auf Laptops gibt Neofetch außerdem Auskunft über den Batteriestatus. Durch Angabe von Kommandozeilenparametern unterdrücken Sie bestimmte Ausgaben oder passen deren Erscheinungsbild an. So entfernt der Parameter --color_blocks die Anzeige der möglichen Systemfarben im unteren Bereich, --disable ascii blendet das Distributionslogo aus.

Neofetch 1.8

Lizenz: BSD

Quelle: https://github.com/dylanaraps/neofetch

Schlaumeier

Mit Zeal 0.3.1 haben Sie alle wichtigen Programmdokumentationen auf dem lokalen Rechner im bequemen Zugriff.

Um die Dokumentation zu den wichtigsten Programmen auf dem lokalen System zu archivieren, legen viele Anwender unübersichtliche PDF-Sammlungen an. Der Qt-basierte Offline-Reader Zeal erspart das Herunterladen und Verwalten solcher Bibliotheken. Dabei ließen sich die Entwickler vom Apple-Tool Dash inspirieren, das Mac-Usern ähnliche Funktionen. Auch das verwendete Documentset-Format ist bei Dash abgeschaut, sodass für Zeal bereits mehr als 160 Dokumentationen zu Programmen, Programmiersprachen und Bibliotheken zum Download vorliegen, darunter Documentsets zu Apache, MySQL, Python, Perl, OpenGL und Mono, um nur einige zu nennen. In einem übersichtlichen Verwaltungsfenster lassen sich die Documentsets installieren, aktualisieren oder entfernen. Die Liste der Documentsets laden Sie bequem von der Dash-Seite herunter. Im Tools-Bereich von Zeal markieren Sie dann die gewünschten Dokumente und starten den Download. Zeal installiert die Documentsets in ihrem Home-Verzeichnis und führt sie in der Navigationsleiste am linken Fensterrand auf. Dort navigieren Sie durch die Baumstruktur und öffnen beliebige Kapitel in den jeweiligen Dokumenten. Um mehrere davon gleichzeitig zu lesen, öffnen Sie für jedes Dokument einen weiteren Reiter. Darüber hinaus lässt sich Zeal über Plugins auch Entwicklungsumgebungen wie Atom, IntelliJ, Emacs oder Vim integrieren. Auf der Projektseite finden Sie neben dem Quellcode auch vorgefertigte Zeal-Pakete für Windows sowie Hinweise auf die Verfügbarkeit von Zeal in gängigen Distro-Repositories.

Zeal 0.3.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://zealdocs.org/

Verpackungskünstler

Mit Zstd 1.1.0 will Facebook dem Kompressionstool Gzip Konkurrenz machen – mit durchwachsenen Ergebnissen.

Mit Zstandard oder kurz Zstd will Facebook sowohl eine schnellere Kompression ermöglichen als auch eine kompaktere Ausgabedatei erzeugen als sie andere Packprogramme liefern. Aber auch bei zstd geht eine hohe Kompressionrate zu Lasten der Verarbeitungsgeschwindigkeit, wie die Entwickler einräumen. Im Vergleich zu Platzhirschen wie Gzip oder Zip bietet Zstd mit 22 Kompressionsstufen mehr Möglichkeiten, Dichte und Geschwindigkeit des Packvorgangs auszubalancieren. Standardmäßig komprimiert Zstd auf Stufe 3. Mit dem Parameter --ultra aktivieren Sie die Kompressionsstufe 20-22, was jedoch den Bedarf an Arbeitsspeicher stark erhöht. Anders als Gzip entfernt Zstd nach dem Entpacken oder Komprimieren die Quelldatei nicht – das erledigt erst der Parameter --rm beim Aufruf. Bei den Kommandozeilenparametern orientierten sich die Entwickler ansonsten an Gzip. So steht auch bei Zstd -d für Dekompression und -c für eine Ausgabe auf dem Bildschirm. Mit Befehlen wie --check oder --test prüfen Sie die Integrität der komprimierten Dateien. Beim Komprimieren vieler kleiner Dateien unterstützt Zstd eine sogenannte Lexikon-Kompression. Dabei geben Sie mit dem Parameter --train eine Vielzahl von kleinen Dateien vor, die den zu komprimierenden ähneln. Zstd ermittelt die beste Kompressionsstrategie und speichert das Ergebnis in einer Lexikondatei. Beim späteren Komprimieren ähnlicher Dateien aktivieren Sie das passende Lexikon mit dem Parameter -D.

Zstd 1.1.0

Lizenz: BSD

Quelle: https://github.com/facebook/zstd

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Neues auf den Heft-DVDs
    Nur mit dem optimalen System und der richtigen Software nutzen Sie das volle Potenzial Ihres Rechners. Mit der Heft-DVD erhalten Sie nicht nur topaktuelle Distributionen, sondern auch die passenden Programme zu den Artikeln.
  • Angetestet
    Certmgr 0.2.58 hilft beim Verwalten von Zertifikaten, Web-Galerien schnell erzeugen mit Fgallery 1.8.2, besser komprimieren mit Lzip 1.18, Miller 4.1.0 vereint klassische Textwerkzeuge.
  • Gut verpackt
    Archivierungsprogramme gibt es wie Sand am Meer; die schnellsten Vertreter ihrer Art nutzen Sie auf der Kommandozeile: Mit kurzen Befehlen packen Sie Ihre Daten zusammen und wieder aus oder archivieren ganze Verzeichnishierarchien.
  • gzip, bzip2 und tar
    Archivierungsprogramme gibt es wie Sand am Meer; die schnellsten Vertreter ihrer Art nutzen Sie auf der Kommandozeile: Mit kurzen Befehlen packen Sie Ihre Daten zusammen und wieder aus oder archivieren ganze Verzeichnishierarchien.
  • Aktuelle Software im Kurztest
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...