Aufs Nötige reduziert

Eine Besonderheit für Web-Arbeiter und Vielsurfer versteckt sich im Dock hinter dem zweiten Icon von links, das beim Mouseover den Namen Ice preisgibt. Hierbei handelt es sich um einen Site Specific Browser (SSB) [7]. Das ermöglicht es, oft benutzte Seiten im Web als losgelöste Browser-Instanz über Icons aus dem Dock oder vom Desktop zu starten (Abbildung 6).

Abbildung 6: Häufig genutzte Dienste aus dem Web stellen Sie bei Bedarf im im Ice-Browser bereit, der ein einzelnes Fenster ohne weitere Kontrollelemente mit der entsprechenden Site aufruft.

Dieser Ansatz eignet sich speziell für E-Mail, Cloudanwendungen wie Nextcloud oder Dropbox sowie für Google Plus, Facebook, Twitter und ähnliche Dienste. Ice arbeitet mit Google Chrome, Chromium und Firefox zusammen.

Beim Erstellen vergeben Sie einen Namen für die Instanz, definieren die zugehörige URL und wählen einen Abschnitt des Menüs an, in dem Sie die Anwendung platzieren möchten. Als Icon wählen Sie entweder explizit eines aus oder nutzen das Favicon der Seite. Vom Menü aus legen Sie das Bildchen dann ins Dock oder auf den Desktop, um es im schnellen Zugriff zu haben.

Als weitere Besonderheit bringt die Distribution die Eigenentwicklung Freezedry [8] mit. Sie erlaubt es Anwendern, auf der Apricity-Webseite mit einfach strukturierten TOML-Konfigurationsdateien [9] individuelle Systemkonfigurationen zu erstellen und herunterzuladen. Diese enthalten unter Umständen andere Desktop-Umgebungen und Themes sowie eine andere Auswahl an Paketen. Wer möchte, hat die Möglichkeit, auf der Webseite seine individuellen Zusammenstellung zum Herunterladen an andere weiterzugeben [10].

Fazit

Apricity OS ist nicht nur eine schlicht und ansehnlich gestaltete Distribution, sondern eignet sich darüber hinaus auch bestens für Einsteiger. Aber auch erfahrene Anwender finden es angenehm, es zu nutzen, bewegt es sich doch weit abseits der von den ubiquitären Ubuntu-Derivaten ausgetretenen Pfade.

Die optisch hervorragend abgestimmte Distribution gab sich im Test in Bezug auf die Funktion keine einzige Blöße: Es traten selbst bei intensivem Einsatz keine Probleme auf – das kommt nicht allzu häufig vor. Der Spagat zwischen Arch Linux als Geek-Distribution und einem für Einsteiger durchgängig geeigneten System ist den Entwicklern hier vorbildlich geglückt. Das gelungene Repertoire an Paketen deckt alle wichtigen Einsatzgebiete eines Desktop-Rechners ab, zusätzlich zielt Apricity auf produktives Arbeiten im Web und in der Cloud ab.

Die Beschränkung auf die Desktops Gnome und Cinnamon ergibt Sinn: Wie sich an den vorgenommenen Anpassungen erkennen lässt, sind die Entwickler intim mit dem GTK-Unterbau vertraut – das trägt erheblich zum runden Auftritt bei. Spezifische Vorteile von Gnome behielt das Projekt bei, wie die Wahl der Bedienung per Maus oder Touch sowie die gelungene Anpassung an HDPI-Displays mit hohen Auflösungen. 

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Kommentare
SwagArch GNU/Linux
Markus Menzel (unangemeldet), Donnerstag, 20. Oktober 2016 13:15:41
Ein/Ausklappen

Ich habe gerade SwagArch GNU/Linux für mich entdeckt.
Das basiert auf Xfce4 und benutzt ebenfalls Calamares als Installer.

Link: https://swagarch.github.io
Davon gibt es aber leider nur eine 64 Bit Version.





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