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© Brian Jackson, 123RF

Kompakt und lüfterlos: Mini-PC Giada F210U

Unhörbar

Für 3D-Spiele-Spaß braucht man nach wie vor einen Desktop-PC mit dicker Grafikkarte und lauten Lüftern. Für Bürotätigkeiten genügt dagegen inzwischen ein Rechner wie der Giada F210U, kaum größer als eine Schachtel Zigaretten.

Den klotzigen grauen Kasten, der noch vor einigen Jahren unter vielen Schreibtischen stand, hat inzwischen vielerorts ein Laptop abgelöst. Doch nicht jeder Anwender möchte auf einen externen Monitor, eine Maus und eine solide Tastatur verzichten, und so bieten diverse Hersteller als Alternative stromsparende und lautlose Mini-PCs mit Notebook-Technik an.

Der F210U [1] stammt vom im chinesischen Shenzhen beheimateten Unternehmen Giada. Der Mini-PC steckt in einem unauffälligen Gehäuse mit knapp 12 x 11 x 3 Zentimetern Kantenlänge – das Booklet einer CD verbraucht auf dem Schreibtisch mehr Platz. Im Inneren des Geräts arbeitet ein Intel Atom x5-Z8300 [2] auf Basis von Intels Cherry-Trail-SoC, der seine vier Kerne mit bis zu 1,84 GHz taktet (siehe Tabelle "Giada F210U: Technische Daten"). Dieselbe Recheneinheit findet sich oft in günstigen Tablet-PCs.

Giada F210U: Technische Daten

Chipsatz
CPU Intel Atom x5-Z8300 (Quad-Core, 1,44 GHz, 1,84 GHz im Burst-Modus)
GPU Intel HD Graphics
RAM 2 GByte
Massenspeicher
Intern 32 GByte eMMC
Optional mSATA II, MicroSD
Verbindungen
Netzwerk GBit-Ethernet, WLAN1
Display HDMI, VGA
Anschlüsse 4 USB (davon 1 USB 3.0), Mikrofon, Audio-out, Mini-PCI Express, Seriell
Sonstiges
Abmessungen 117 x 107 x 30 mm
Gewicht 484 g
Preis ca. 200 Euro
1 Vom Hersteller nicht spezifiziert, unter Linux nicht funktionsfähig.

Nettop mit Ubuntu

Anschluss an die Peripherie findet der Rechner über vier USB-Ports an der Front, von denen nur einer nach dem USB-3.0-Standard arbeitet, sowie HDMI und VGA auf der Rückseite (Abbildung 1). Zudem gibt es seitlich eine serielle Schnittstelle. Der Grafikchip unterstützt Auflösungen von maximal 2560 x 1600 Pixeln am HDMI-Ausgang, über den VGA-Port ist nur Full-HD möglich (Abbildung 2).

Abbildung 1: Das Gehäuse des Giada F210U passt mit etwa 11 x 11 cm auf eine CD-Hülle.
Abbildung 2: Per HDMI und VGA lassen sich zwei Monitore an dem Mini-Rechner anschließen.

Als Speichermöglichkeit bringt der Rechner von Haus aus 32 GByte internen eMMC-Speicher mit, der sich optional über eine SSD mit mSATA-II-Anschluss ausbauen lässt. Daneben besteht die Möglichkeit, Module wie etwa eine Mobilfunkkarte via Mini-PCI-Express nachzurüsten (Abbildung 3). Der mit 2 GByte recht knapp bemessene Arbeitsspeicher lässt sich allerdings nicht erweitern.

Abbildung 3: Per mSATA und Mini-PCI-Express lässt sich der Giada F210U in Grenzen aufrüsten.

Drei Betriebssysteme

Als Betriebssystem für den F210U unterstützt Giada Windows, Android sowie Ubuntu. Bei der Installation des Linux-Systems dürfen Sie jedoch nicht einfach auf das von Canonical veröffentlichte ISO zurückgreifen (siehe Kasten "Vanilla-Ubuntu"), sondern Sie müssen das von Giada angepasste Abbild installieren. Sie erhalten es unter dem Namen Giada_ubuntu_ww22.iso im Support-Bereich des Herstellers [3]. Dort finden sich auch Treiber für Windows 8 und 10, das Android-Image fehlt an dieser Stelle.

Vanilla-Ubuntu

Neben dem von Giada angebotenen ISO-Image auf Basis von Ubuntu 14.04 lässt sich auf dem Mini-Rechner auch Canonicals Original installieren. Es funktioniert auf den ersten Blick ebenso gut (beziehungsweise schlecht, wenn man das nicht funktionierende WLAN-Modul in Betracht zieht) wie das Hersteller-Image. In der Praxis traten mit dem "Vanilla"-Ubuntu jedoch immer wieder Aussetzer und Abstürze auf. Sie sollten daher besser auf Ihr Wunsch-Linux verzichten und das System mit dem Giada-ISO einrichten.

Das der Redaktion zur Verfügung gestellte Testgerät startet direkt nach dem Aufstellen ein Ubuntu 14.04 mit einem bereits vordefinierten User und Passwort – eine OEM-Installation wäre hier der bessere Weg gewesen. Zur Kontrolle setzten wir das System mit dem von Giada angebotenen Image neu auf. Die rund 1 GByte große Abbilddatei (ebenfalls auf Basis von Ubuntu 14.04, ein aktuelleres Image hat Giada nicht zu bieten) tröpfelt mit 200 bis 300 KByte/s vom Server des Herstellers herunter, man muss sich also rund 2 Stunden gedulden.

Die Ubuntu-Installation erfolgt wie bei einem klassischen PC. Drücken Sie während des Boot-Vorgangs [Entf], gelangen Sie ins BIOS. Dort wählen Sie den mit Ubuntu vorbereiteten USB-Stick als Bootmedium, sodass der Rechner beim nächsten Start die Installationsroutine lädt. Das Einspielen des Systems gelingt ohne weitere Komplikationen; allerdings lässt sich das Ubuntu-System nicht dazu bewegen, den WLAN-Adapter in Betrieb zu nehmen. Daran ändert sich auch durch das Einspielen aller Updates sowie ein Upgrade auf Ubuntu 16.04 nichts.

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