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© Haveseen, 123RF

Geo-Tags automatisiert in Fotos einbetten

Richtiger Standpunkt

Mit den Markern aus einem GPX-Track und freier Software, die die Daten kombiniert, setzen Sie Ihre besten Bilder in die richtige Position.

Smartphones machen es sowieso, bei Bridge-Kameras gehört es inzwischen ebenfalls zum guten Ton: Sie fügen den aufgenommenen Bildern automatisch die Daten zur Position hinzu. Nur bei höherwertigen Kameras sucht man die Funktion oft noch vergeblich.

Das ist aber kein großes Problem: Diese Geo-Tags fügen Sie bei Bedarf nachträglich quasi automatisch hinzu – vorausgesetzt, Sie verfügen über einen GPX-Track der Tour. Den nehmen Sie entweder mit einem mitgeführten Smartphone oder einem GPS-Tracker beziehungsweise Navigationsgerät auf.

Bei einigen der verbreiteteren Navis kommt es allerdings zu einer kleinen Schwierigkeit – sie zeichnen Tracks nicht direkt im GPX-Format auf. So verwenden moderne Garmin-Geräte das Format FIT (Flexible and Interoperable Data Transfer Act), das Sie erst nach GPX konvertieren müssen. Diese Aufgabe übernimmt Gpsbabel, das nahezu alle Track-Formate ineinander umzuwandeln vermag.

Fit für GPX

Viele Jahre galt das GPX-Format ziemlich uneingeschränkt als das offene Format zum Austausch von Positionsdaten, die meisten GPS-Geräte unterstützten es von Haus aus. Das hat sich geändert, und mittlerweile muss man immer häufiger Positionsdaten konvertieren.

Das Programm Gpsbabel unterstützt nahezu alle relevanten Formate und erlaubt das Umwandeln auf relativ einfache Weise. Um etwa FIT-Dateien umzuwandeln, verwenden Sie die Option garmin_fit als Parameter für das Programm (Listing 1). Es gibt auch eine grafische Oberfläche für das Tool, das auf den sinnigen Namen "Gebabbel" hört. Damit fällt das Bedienen von Gpsbabel jedoch nur bedingt einfacher, denn die Applikation verlangt letztendlich ebenfalls eine Eingabe auf der Kommandozeile.

Listing 1

$ gpsbabel -i garmin_fit -f Dateiname -o gpx -F Dateiname

Sobald die GPX-Tracks der Tour vorliegen, geht das Taggen los. Die Koordinaten der Tracks dürfen für das Taggen einer Gruppe von Bildern in mehreren Dateien vorliegen. Das geht so weit, dass Sie alle Ihre Tracks in einem Verzeichnis sammeln und alle Dateien zum Korrelieren angeben können. Die Software analysiert die Tracks und sucht sich die benötigten Daten automatisch heraus. Die Programme ignorieren solche Tracks, die Sie an anderen Tagen aufgezeichnet haben als die zu bearbeitenden Bilder.

Digikam

Verwenden Sie ohnehin Digikam [1], um Bilder zu verwalten, dann kennen Sie unter Umständen bereits eine Funktion namens Geo-Daten bearbeiten – oder so ähnlich, Der Name hat sich in den letzten Versionen ständig verändert. Sie finden diese im Menü Bild (Version 5.1: Item).

TIPP

Nutzen Sie Digikams Funktion zum Bearbeiten von Geo-Daten häufig, lohnt es sich, ihr ein Tastenkürzel zuzuordnen. Das erledigen Sie über Kurzbefehle festlegen ... im Menü Settings.

Einmal aufgerufen, zeigt Digikam einen Assistenten für diese Aufgaben. Entweder platzieren Sie die Bilder mit der Maus auf der Karte, um ihnen die entsprechenden Koordinaten zuzuordnen, oder Sie erledigen das über den Reiter GPS-Korrelator mittels GPX-Tracks (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mittels Digikam übertragen Sie die Koordinaten automatisch aus den Tracks auf die Bilder.

Laden Sie dabei mehrere Tracks gleichzeitig, stellt Digikam diese zur Unterscheidung in verschiedenen Farben dar. Das gelingt zwar aufgrund der Beschränkungen der verwendeten Palette nicht so ganz überzeugend, was aber normalerweise kein größeres Problem darstellt.

Über den Schalter Manuell und Genauer Versatz (mm:ss) unter Kamera-Zeitzone: gleichen Sie die Uhren von Kamera und Navi ab (Abbildung 2). Mit Interpolieren versucht die Applikation dabei, fehlende Zeitmarken automatisch zu berechnen. Das kann Probleme verursachen, wenn Sie mehrere Tracks über einen längeren Zeitraum verbinden: Eigentlich soll die Funktion nur kleinere Lücken in den Tracks automatisch ausgleichen, etwa wenn Wälder oder Gebäude den Empfang behindert haben.

Abbildung 2: Bei Bedarf gleichen Sie die Uhrzeit des Navis mit der Zeit ab, die die Kamera in den EXIF-Tags abgelegt hat.

Mit Korrelieren übernehmen Sie die Daten in die Bilder. Um zu prüfen, ob die Korrelation korrekt war, sehen Sie bei ausgewählten Bildern stichprobenartig nach, ob diese korrekt auf der Karte positioniert wurden. Haben Sie einen Versatz definiert, dann prüfen Sie, ob das Vorzeichen stimmt. Erhalten Sie eine Meldung wie in Abbildung 3, dann suchen Sie die nicht korrelierten Bilder.

Abbildung 3: In vielen Fällen ist Digikam in der Lage, die Bilder automatisch zu taggen, in einigen Fällen klappt das allerdings nicht. Dann ist Handarbeit gefragt.

Dazu rufen Sie am einfachsten die Bilder in der Ansicht als Liste auf und lassen diese nach dem Breitengrad sortieren. Bilder, die die Applikation nicht zugeordnet hat, stehen am Anfang. Versuchen Sie herauszufinden, warum diese nicht abgeglichen wurden: Fehlt ein Track? Stimmen die EXIF-Daten? Falls Sie die Bilder manuell positionieren möchten, ist nun der passende Zeitpunkt gekommen.

Sie beenden die Aktion über die Schaltfläche Apply, wodurch das Programm die Daten in die Bilder schreibt. Bei RAW-Dateien klappt das jedoch nur, wenn Sie zuvor die entsprechende Funktion im Menü Settings unter digikam einrichten ... im Reiter Metadaten mit Falls möglich, Metadaten in Rohdateien schreiben (experimentell) aktiviert haben. Alternativ schreiben Sie die Metadaten in Sidecar-Files (XMP-Dateien).

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