Weitere Änderungen

Die Entwickler setzten sich zum Ziel, das Benachrichtigungssystem zu verbessern. So wechselten sie in Sachen Schnittstelle von den alten Ubuntu-App-Indicators zum Freedesktop-Standard, was unter anderem den schon erwähnten Nicht-Stören-Modus sowie die anwendungsspezifischen Benachrichtigungseinstellungen ermöglicht. Des Weiteren überarbeiteten sie einige Konfigurationsdialoge im Kontrollzentrum visuell oder ersetzten sie durch neue Ausgaben.

Ein Bug-Bounty-Programm ermöglichte es zudem, dass nicht dauerhaft am Projekt beteiligte Entwickler mehr als 1000 Fehler beseitigen. Neu hinzu kam auch der Kernel 4.4, Gtk 3.18 sowie die objektorientierte Programmiersprache Vala 0.32. Das Team von Elementary OS ermutigt Entwickler, ihre Anwendung für das System in Vala zu schreiben [6].

Im Beta-Stadium noch allgegenwärtige gelegentliche Ruckler oder lange Ladezeiten beim Durchstöbern der Einstellungsmenüs kommen aktuell nicht mehr vor. An vielen Stellen existieren neue oder überarbeitete Icons, zudem rendert das System die Schriften nun anders. Die Indikatoren am oberen rechten Bildschirmrand bieten neue und durchdachte Anzeigen, zum Beispiel im Bereich Netzwerk, Audio oder Bluetooth. Wer zudem eine batteriebetriebene Maus verwendet, hat gute Chancen, dass ein entsprechender Indikator ihren Ladestand korrekt anzeigt.

Fazit

Die Entwickler hoben Elementary OS Loki auf das aktuelle Ubuntu-LTS-Release, ergänzten es um viele sinnvolle Verbesserungen und behoben einige grobe Fehler aus der Beta-Phase.

Die neu eingeführte Kindersicherung, grundsätzlich eine gute Idee, dürfte vielen Eltern in Sachen Konfigurationsmöglichkeiten nicht ausreichen. Die eigenwillige Philosophie zur Anwendungsverwaltung soll System und Anwender schützen sowie den Installationsprozess vereinfachen, dürfte aber erfahrenen Linux-Nutzern als umständlich aufstoßen.

Trotz kleinerer Mängel und einem Hauch von Bevormundung des Nutzers präsentiert das Team von Elementary OS insgesamt eine optisch ansprechende Distribution, die im Test auch auf über acht Jahre alter Hardware ohne spürbare Geschwindigkeitseinbußen lief. 

Der Autor

Valentin Höbel arbeitet in München als Cloud Architect für den VoIP-Spezialisten NFON AG. Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade am Kickertisch steht, wirft er einen Blick auf aktuelle Open-Source-Technologien. Auf Twitter erreichen Sie ihn unter https://twitter.com/xenuser.

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