Alles in einer Hand

Die Infrastruktur zur Abwicklung der Aufgaben stellt die Consultingfirma Freexian [3] des französischen Debian-Entwicklers Raphaël Hertzog. Er veröffentlicht monatlich einen Report über den aktuellen Stand sowie die von einzelnen Entwicklern übernommenen Aufgaben und geleisteten Stunden. Das bedeutet auch, dass jeder Entwickler, der für Arbeiten an Debian LTS Geld erhält, monatlich einen Report seiner Arbeit abliefern muss.

Offiziell wurde erstmals im Juli 2014 bezahlte Arbeit im Rahmen von Debian LTS [4] geleistet. Der dazu veröffentlichte Report [5] wies für zwei Entwickler insgesamt 21 Stunden aus, im Folgemonat leisteten die beiden Entwickler bereits 32 Stunden ab. Zwei Jahre später, im August 2016, stehen 140 von insgesamt zehn Entwicklern geleistete Stunden zu Buche [6]. In diesem Monat bezahlten die Sponsoren jedoch 167 Stunden, der Überhang wird mit dem Folgemonat verrechnet.

Eine Webseite klärt fortwährend über jeweils noch ausstehende Arbeiten auf [7]. Dazu gehört auch die Tätigkeit an Paketen, die Sponsoren gezielt priorisieren dürfen, sodass sich die LTS-Unterstützung auch ein Stück weit individualisieren lässt. Mit steigender Zahl gesponserter Stunden lässt sich direkter Kontakt mit den jeweiligen Entwicklern buchen. Zudem gibt es bei Updates von priorisierten Paketen die Möglichkeit, Testsuiten auf diese anwenden zu lassen, um spezielle Bedürfnisse des jeweiligen Sponsors abzudecken.

Die Entwicklerstunde kostet die Sponsoren 75 Euro, hinzu kommen noch Administrationskosten von Freexian (Abbildung 2). Um als Entwickler zu Debian LTS beitragen zu dürfen, muss der jeweilige Kandidat Debian Developer oder Debian Maintainer sein und nachweisen, dass er oder sie bereits Sicherheitsupdates im Rahmen von Debian veröffentlicht hat.

Abbildung 2: Die Preise und Leistungen von Debian LTS.

Technisch einfach gelöst

Technisch gesehen war Debian LTS anfangs als zusätzliches Repository angelegt, das es in die Quellenliste /etc/apt/sources.list beziehungsweise /etc/apt/sources.list.d/ sowie die Konfiguration von Apt einzubinden galt. Mittlerweile erhält Debian LTS stattdessen über das normale Security-Repository seine Updates (Listing 1).

Listing 1

http://security.debian.org/ wheezy/updates main

Der Übergang von Debian "Stable" zu Debian "Unstable" bewirkt im Hintergrund also lediglich einen Teamwechsel: Das Security-Team, das während der Lebenszeit für die Veröffentlichung von Sicherheitsupdates sorgte, übergibt zum Ende des Supportzeitraums im Hintergrund an das LTS-Team. Für den Anwender ändert sich nichts: Er spielt wie gewohnt die üblichen Sicherheitsupdates über die Paketverwaltung ein.

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