Inbetriebnahme

Zur Erstinbetriebnahme muss das NAS bereits mindestens einen Massenspeicher im ersten Einschub enthalten. Nach der Vervollständigung der Hardware integrieren Sie das Gerät zunächst per Kabel ins lokale Netz und fahren das System hoch. Während des Bootvorgangs blinkt an der Frontseite des Geräts eine grüne Leuchtdiode; nach Erreichen der Einsatzbereitschaft leuchtet sie dauerhaft. Sind alle vier Massenspeicher-Einschübe belegt, nimmt die Initialisierung etwas mehr Zeit in Anspruch.

Anschließend starten Sie auf einem Rechner im internen Netz einen Webbrowser und geben die NAS-IP-Adresse ein. Die Systemsoftware des Speichergeräts öffnet nun einen Hinweisbildschirm und beginnt mit der automatisierten Einrichtungsroutine, die zunächst die aktuelle Version der ADM-Systemsoftware aus dem Internet herunterlädt und anschließend den ersten Massenspeicher automatisch partitioniert (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Initialisierung geschieht praktisch vollautomatisch über den Webbrowser.

Ein akustisches Signal kündigt den Einrichtungsassistenten an, der Sie durch die Grundkonfiguration führt. Wir entscheiden uns dabei im Test nicht für die Ein-Klick-Einrichtung, sondern nutzen die Angepasste Einrichtung. Im nächsten Bildschirm legen Sie die Zugangsdaten für den Administrator fest, im Anschluss die Zeitzone und die LAN-Zugangsdaten. Danach stellen Sie ein, wie Sie die Speichermedien ansprechen möchten: Die Routine zeigt die im NAS eingebauten Massenspeicher an, über ein Auswahlfeld legen Sie deren Betriebsmodus fest.

Informieren Sie sich vorab über die verschiedenen RAID-Level, die das System anbietet (siehe Kasten "RAID-Level"). Da die einzelnen RAID-Level unterschiedliche Sicherheitsniveaus bieten, zeigt Ihnen die Routine im Feld Datenschutz an, welche Ausfallraten bei den Massenspeichern auftreten dürfen, ohne dass es zu Datenverlusten kommt. Nach Auswahl eines RAID-Levels integrieren Sie die vorhandenen Massenspeicher einzeln durch das Setzen eines Häkchens vor dem jeweiligen Eintrag. Die Rubrik Gesamtkapazität: zeigt an, welche Speicherkapazität Ihnen beim gewählten RAID-Level zur Verfügung steht (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zum Einstellen der RAID-Level bietet die Verwaltungsoberfläche benutzerfreundliche Funktionen an.

Im unteren Bereich des Fensters bestätigen Sie zudem, dass Sie die rote Warnmeldung gelesen haben und wissen, dass das System beim Anpassen alle auf den Festplatten vorhandenen Daten löscht. Danach initialisiert sich das NAS gemäß den Vorgaben, was einige Zeit beansprucht. Der anschließende Registrierungsbildschirm zeigt das Beenden der Ersteinrichtung an. Sofern Sie beabsichtigen, über die bereits aktivierten Serverdienste hinaus weitere Applikationen zu installieren, empfiehlt sich die sofortige Registrierung, da Sie erst danach vollen Zugriff auf alle verfügbaren Apps erlangen.

RAID-Level

RAID steht als Abkürzung für Redundant Array of Independent Disks und beschreibt den Zusammenschluss mehrerer Festplatten zu einer nach außen hin homogenen Einheit. Abhängig von der Anzahl der eingesetzten Festplatten stehen dafür mehrere sogenannte RAID-Level zur Auswahl. Einen detaillierten Einblick in alle RAID-Level finden Sie in einem entsprechenden Wikipedia-Artikel [6].

Bei RAID 0, dem sogenannten Striping, handelt es sich um kein "echtes" RAID: Es verteilt lediglich die Schreib- und Lesezugriffe auf mehrere Platten. Das erhöht zwar die Geschwindigkeit, birgt aber auch das Risiko eines Ausfalls, da dieser Level die Daten nicht redundant vorhält. Fällt eine Platte das Verbunds aus, bedeutet das den kompletten Verlust aller Daten. Allerdings stellt RAID 0 auch praktisch den gesamten verfügbaren Speicherplatz der Festplatten bereit.

Das landläufig als Mirroring bezeichnete RAID 1 spiegelt zur Laufzeit zwei Festplatten. Fällt eine aus, gehen also keine Daten verloren – um zu einem sicheren Zustand zurückzukehren, muss man lediglich eine neue Spiegelplatte einbauen. Diese Methode kommt vor allem bei kleineren NAS sehr häufig zum Einsatz. Der Nachteil von RAID 1 liegt in seiner vergleichsweise geringen Schreib/Lesegeschwindigkeit sowie dem "Verlust" der Hälfte der Festplattenvolumina.

RAID**5 vereint viele Vorteile von RAID 0 und RAID 1, erfordert aber den Einsatz von mindestens drei Festplatten. Eine davon dient ausschließlich dem Speichern der redundanten Daten, die bei Ausfall ein Wiederherstellen ermöglichen. Das verfügbare Speichervolumen errechnet sich nach der Formel (Plattenzahl**--**1)**x Kapazität der kleinsten Platte. Beim Einsatz von vier 1-TByte-Platten stünden Ihnen entsprechend 3 TByte Speicherplatz zur Verfügung. Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist erheblich geringer als bei RAID 0, dafür erreicht der Verbund annähernd dessen Performance.

Oberflächliches

Nach Abschluss der Grundkonfiguration starten Sie die ADM-Software durch einen Klick auf Start. Das Gerät prüft zunächst die Aktualität der Systemsoftware und fordert Sie unter Umständen zum Update auf. Das geschieht danach vollständig automatisiert ohne weitere Eingaben Ihrerseits. Nach Abschluss des Updates startet das NAS-System neu und leitet Sie zum Anmeldebildschirm.

Nach Eingabe der Zugangsdaten erscheint ein optisch ansprechender Desktop mit App-Symbolen. Am oberen Fensterrand sehen Sie eine horizontal angeordnete Leiste mit einem Suchfeld und einem ausklappbaren Einstellungsmenü. Die installierten Apps beschränken sich nach der Erstkonfiguration zunächst primär auf die Verwaltungs- und Informationswerkzeuge des Systems.

Ein Klick auf App Central öffnet die App-Verwaltung. Es erscheint ein Listenfenster mit einer vertikalen Werkzeugleiste am linken Rand. Rechts im Fenster erscheinen nach einem Mausklick auf eine der Optionen unter Durchsuchen die verfügbaren Zusatzpakete in alphabetischer Reihenfolge.

Dabei reicht das Spektrum weit über den für ein NAS üblichen Fundus hinaus: Es stehen unter anderem diverse Datenbankanwendungen, Mediacenter, Office-Pakete und sogar Content-Management-Systeme zum Einsatz bereit. Damit Sie einen nach Softwarekategorien geordneten Überblick über die vorhandenen Apps erhalten, klicken Sie links im Auswahlmenü auf Kategorien (Abbildung 3).

Abbildung 3: Dank des integrierten App-Centers genügt zur Installation neuer Software ein Klick auf den jeweiligen Eintrag. Eventuelle Abhängigkeiten löst das Center in Linux-Manier selbst auf.

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