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NAS-System AS-304T von Asustor im Test

Daten und mehr

Um der steigenden Datenflut Herr zu werden, empfiehlt sich auch für Privathaushalte und kleine Büros ein NAS. Das Asustor AS-304T bietet aber noch wesentlich mehr, als bloß Daten zu speichern.

Den Markt hardwarebasierter Netzwerkspeicher (Network-attached Storage, NAS) für private Haushalte und kleinere Unternehmen teilen einige wenige Unternehmen weitgehend unter sich auf. So greifen viele Kunden zu Geräten von QNAP oder Synology, seltener zu Modellen von Zyxel oder Buffalo. Als Newcomer in diesem Segment gilt das erst 2011 gegründete Unternehmen Asustor [1], bei dem es sich – wie der Name schon andeutet – um eine Tochter des taiwanischen IT-Schwergewichts Asus handelt.

Asustor bietet aktuell vier Produktreihen an, die vom einfachen Tischgerät mit zwei Massenspeicher-Einschüben bis hin zum 19-Zoll-Rackmount-Boliden mit zwölf Slots für Festplatten- oder SSD-Laufwerke reichen. Dabei versucht das Unternehmen, mit verschiedenen Alleinstellungsmerkmalen zu punkten: So bietet Asustor für die meisten größeren Modelle ein softwarebasiertes "Surveillance-Center" als Addon an, das in Verbindung mit herkömmlichen IP-Kameras das NAS zu einer kompletten Videoüberwachungsanlage ausbaut. Dank der integrierten HDMI-Anschlüsse lassen sich viele der NAS-Modelle von Asustor auch problemlos zum Mediacenter umfunktionieren.

Das AS-304T

Auf kleine Home-Offices und Privatanwender zielt unser Testgerät AS-304T [2] ab. Das Standalone-NAS bietet vier Wechselschächte für SATA-Festplatten oder SSD-Speicher, die Sie mithilfe eines Laufwerkrahmens aus Metall in den jeweiligen Slot einschieben. Die Rahmen ermöglichen sowohl den Einsatz von Speichermedien im 3,5-Zoll-Formfaktor als auch solche in 2,5-Zoll-Größe. Ein solider Arretiermechanismus gestattet bei Bedarf ein schnelles Wechseln der Laufwerke.

Im Inneren des Gerätes arbeitet ein Intel-Atom-Prozessor mit 1,6 GHz Taktfrequenz und zwei physischen Kernen, dem 1 GByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Für das Transkodieren von Multimedia-Inhalten unterstützt das NAS durch seine Grafikkarte hardwareseitig H.264, MPEG-2/4 sowie VC-1. Diese Kombination verarbeitet auch Inhalte in Full-HD-Auflösung problemlos. Um das Gerät als vollwertiges Mediacenter zu nutzen, besitzt es eine HDMI-Buchse, die den aktuellen Standard HDMI 1.4a unterstützt. Daneben bringt es eine Audio-Buchse für die Musikwiedergabe mit. Zum Verwenden einer (nicht mit dem Gerät mitgelieferten) Fernbedienung versteckt das Gehäuse hinter seiner glänzenden Frontblende einen Infrarot-Empfänger.

Möchten Sie das AS-304T als reines NAS verwenden, so finden Sie dafür neben einem Gigabit-Anschluss zwei USB-2.0- sowie zwei USB-3.0-Buchsen. Daran lassen sich auch externe Laufwerke anbinden, um sie beispielsweise für Backups zu nutzen. Zusätzlich lässt sich das AS-304T in verschiedenen RAID-Leveln betreiben, was eine hohe Daten- und Ausfallsicherheit gewährleistet.

Asustor hat das AS-304T laut Datenblatt für maximal 4096 Anwender ausgelegt, die sich in bis zu 512 Gruppen organisieren lassen. Maximal 512 gleichzeitig aktive Verbindungen sorgen dafür, dass das Storage-System auch in größeren Umgebungen nicht überfordert ist. Laut Asustor bedient das Gerät zudem bis zu 60 Backup-Jobs gleichzeitig. Eine Übersicht der technischen Spezifikationen zeigt die Tabelle "Asustor AS-304T Spezifikationen".

Asustor AS-304T Spezifikationen

Hardware
Prozessor Intel Atom CE5335, 1,6 GHz (mit HT)
Arbeitsspeicher 1 GByte DDR3-RAM
Grafikkarte PowerVR SGX 545
SATA-Schnittstelle SATA-III
Slots 4
RAID / Hot Swap ja / ja
Anschlüsse GbE, HDMI, 2 USB 2.0, 2 USB 3.0, Audio, IR
Software
Betriebssystem ADM 2.6x
Kernel Linux 3.4.26
Apps ja
Mediacenter XBMC
Update möglich Flash-Update
Straßenpreis ab 359 Euro (Leergehäuse)

Software

Das AS-304T kommt mit dem hauseigenen Betriebssystem Asustor Data Master, kurz ADM. Wie von anderen Systemen gewohnt, lässt es sich problemlos beim Erscheinen neuerer Releases aktualisieren. Der modulare Aufbau von ADM ermöglicht das unkomplizierte Erweitern durch Apps und passt sich somit Ihren individuellen Wünschen an. Das entsprechende Software-Repository verfügt dazu über mehr als 180 Apps aus verschiedensten Anwendungsbereichen. Um sie zu installieren, müssen Sie sich jedoch zuvor bei Asustor registrieren.

Das System bietet eine einfach zu bedienende grafische Oberfläche, die sich optisch an den Arbeitsumgebungen von mobilen Geräten wie Tablet-PCs orientiert. Asustor beteiligt seine Kunden zudem an der Weiterentwicklung des auf Linux basierenden NAS-Betriebssystems: So können Anwender nicht nur an einem Betatest-Programm [3] teilnehmen, sondern auch Vorschläge für neue Funktionen und Erweiterungen für Betriebssystem und Applikationen einbringen.

ADM setzt primär auf die Dateisysteme Ext3/4 und bietet eine 256-Bit-AES-Verschlüsselung an, was die Datensicherheit zusätzlich erhöht: Kommt ein Massenspeicher aus dem NAS abhanden, bleiben die Daten darauf trotzdem unter Verschluss. Zusätzlich zu den herkömmlichen Authentifizierungsmechanismen per Passworteingabe erlaubt es die von Asustor als MyArchive bezeichnete Technologie auch, per USB-Schlüssel Datenbestände freizugeben, wobei sich hier auch mehrere verschlüsselte Datenträger verwalten lassen.

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