Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Datenbank-Client Dbeaver 3.7.4, Union-Dateisystem Mergerfs 1.1.0, Netzwerküberwacher Nethogs 0.8.4, Fotoverwaltung Shotwell 0.23.7.

Wollmilchsau

Wer an einer SQL-Datenbank schrauben will, der braucht Dbeaver 3.7.4. Fehlende Treiber lädt das Tool bei Bedarf selbst nach.

Treten in einer Datenbank Fehler auf oder steht eine Wartung oder ein Upgrade an, wünscht sich so mancher Anwender mehr als nur den klassischen Konsolen-Client der meisten Open-Source-Datenbanken. Das Java-Tool Dbeaver springt hier in die Bresche und stellt eine grafische Oberfläche bereit, mit der sich zahlreiche SQL-Datenbanksysteme administrieren lassen, von MySQL, MariaDB, PostgreSQL oder SQLite bis hin zu kommerziellen Produkten wie SAP Hana, Sybase, Oracle oder MS-SQL.

Beim Anlegen einer neuen Datenbankverbindung unterstützt Dbeaver Sie mit einem Assistenten. Sie wählen die Datenbank aus und geben die Verbindungsdaten ein. Dabei nutzt Dbeaver auf Wunsch auch SSH-Tunnel oder Socks-Proxy-Gateways und beherrscht für die verschlüsselte Kommunikation SSL. Fehlen noch Dateien für den jeweiligen Datenbanktreiber, lädt das Tool diese entweder selbst herunter oder öffnet die entsprechende Seite im Browser. Über die erweiterte Einstellung lassen sich die Parameter des Treibers ändern.

Alle verfügbaren Datenbankverbindungen erscheinen am linken Fensterrand in einer Baumstruktur. Durch Aufklappen eines Datenbankbaums sehen Sie nicht nur, welche Tabellen, Views, Trigger oder Indizes es gibt: Für administrative Arbeiten bietet Dbeaver zudem gesonderte Einträge für Benutzerverwaltung und Administration. Ein Doppelklick auf Datenbankobjekte wie Views oder Tabellen öffnet einen neuen Reiter. Sie haben dort Zugriff auf Inhalt und Struktur des jeweiligen Objekts und können diese anpassen, sofern Sie über die entsprechenden Rechte verfügen. Mit einem SQL-Editor können Sie außerdem eigene Abfragen gegen die Datenbank fahren oder SQL-Skripte ausführen. Den Inhalt einer Tabelle oder die Ausgabe einer Abfrage exportiert das Tool auf Wunsch auch nach XML, JSON, CSV oder HTML.

Dbeaver 3.7.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://dbeaver.jkiss.org

Unifikator

Mit Mergerfs 2.16 kombinieren Sie den Inhalt mehrerer Medien und Dateisysteme, wobei die Bedienung für einfache Verknüpfungen relativ simpel ausfällt.

Möchte man den Inhalt verschiedener Datenträger oder Einhängepunkte in einem einzelnen Mountpoint zusammenfassen, ohne dabei mit symbolischen Links jonglieren zu müssen, greift man zu einem Union-Dateisystem wie Mergerfs. Da es auf Basis der FUSE-Bibliotheken im Userspace läuft, stehen auch viele der FUSE-Funktionen beim Aufruf zur Verfügung.

Die Aufrufsyntax von Mergerfs ähnelt derjenigen des Mount-Kommandos: Sie geben eine Liste von Quell-Mountpoints an, die Sie durch Doppelpunkte trennen; als letzten Parameter nennen Sie den gemeinsamen Einhängepunkt. Als Mount-Eigenschaften verwenden Sie wahlweise die gewünschten FUSE-Optionen oder einen Mergerfs-Alias, der bestimmte FUSE-Einstellungen zusammenfasst. So deaktivieren Sie mit der Option direct_io Caches oder legen mit minfreespace fest, wie viel Platz auf den Quell-Mountpoints frei bleiben muss. Standardmäßig setzt Mergerfs diesen Wert auf 4 GByte. Mit den Optionen func und category setzen Sie Regeln für bestimmte FUSE-Funktionen. Nähere Informationen dazu liefern die Manpage und die Github-Seite des Projekts.

Beim Zusammenfassen verschiedener Medien und Verzeichnissysteme achtet Mergerfs selbstständig darauf, welche Dateisystemfunktionen auf dem jeweiligen Mountpoint funktionieren, und quittiert fragwürdige Aktionen mit einer Fehlermeldung. Auf der Github-Seite findet sich mit Mergerfs-tools ein weiterer Helfer zum Verwalten von Mergerfs-Mountpoints. Nutzen Sie regelmäßig Mergerfs-Mountpoints, empfiehlt sich ein entsprechender Eintrag in /etc/fstab. Ein Konfigurationsbeispiel liefert wieder die Github-Seite.

Mergerfs 2.16

Lizenz: ISC

Quelle: https://github.com/trapexit/mergerfs

Netzwerktacho

Blockieren Amok laufende Prozesse die Netzwerkschnittstelle, finden Sie mit Nethogs 0.8.4 schnell den Verursacher heraus.

Mithilfe von Nethogs, einem Top-Pendant für die Netzwerkschnittstelle, sehen Sie einfach und schnell, welche Verbindungen auf dem Rechner gerade offenstehen. Während die meisten anderen Programme die Verbindungen nach dem verwendeten Übertragungsprotokoll aufschlüsseln, sortiert Nethogs sie nach den initiierenden Prozessen.

Um zu ermitteln, welcher davon gerade den meisten Datenverkehr erzeugt, starten Sie Nethogs ohne Parameter. Das Tool zeigt in einer Curses-basierten Oberfläche für jeden Prozess die wichtigsten Daten an, wie die ID, den Namen und den Eigentümer des aktuellen Prozesses sowie dessen Datendurchsatz in KByte/s. Um die Anzeige auf bestimmten Schnittstellen einzugrenzen, geben Sie deren Namen beim Aufruf als Parameter mit. Mit dem Parameter -v legen Sie eine andere Maßeinheit für den Datendurchsatz fest, im laufenden Betrieb wechseln Sie diese mit [M]. Nethogs aktualisiert die Ausgabe sekündlich, wobei Sie das Intervall mit dem Parameter -d anpassen. Über den Parameter -c legen Sie fest, nach wie vielen Intervallen sich Nethogs beendet; standardmäßig läuft es unbegrenzt weiter.

Möchten Sie die Ausgabe des Tools in Drittprogrammen verarbeiten, starten Sie es mit -t im Trace-Modus. Normalerweise benötigt Nethogs administrative Rechte; unterstützt der verwendete Kernel jedoch die Pcap-Funktionen CAP_NET_RAW und CAP_NET_ADMIN, genügen einfache Benutzerrechte.

Nethogs 0.8.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/raboof/nethogs

Galerist

Mithilfe von Shotwell 0.23.4 behalten Sie die Bilderflut auf der Festplatte im Überblick, erledigen einfache Nachbearbeitungen und bedienen Ihre Social-Media-Auftritte.

Die Bildverwaltung Shotwell entfaltet ihr volles Potenzial zwar nur unter Gnome, macht aber auch unter anderen Oberflächen eine gute Figur. Sie verwaltet die Bilder in einer eigenen Bibliothek, in die Sie sie erst importieren müssen. Dazu lädt Shotwell sowohl Bilder aus einem Verzeichnis als auch Fotos direkt aus einer unterstützten Kamera. Auch das Übertragen via Drag & Drop gelingt problemlos.

In einer Navigationsleiste am linken Fensterrand verwaltet das Tool die Bilder sowohl nach den Ordnern auf der Festplatte als auch nach dem Zeitpunkt des jeweiligen Ereignisses. Hierzu greift Shotwell auf den Zeitstempel in den Bilddaten zurück. Nach dem Import stehen eine Reihe rudimentärer Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie Drehen und Zuschneiden. Darüber hinaus unterdrückt Shotwell den Rote-Augen-Effekt und erlaubt eine Neujustierung der Farben sowie ein Neuausrichten des Blickwinkels. Für weitere Bildbearbeitungen lassen sich externe Editoren definieren, an die das Tool die Bilder weiterreicht. Sie können jedes Bild mit einem Titel und einem Kommentar versehen und bei Bedarf auch bewerten. Weitere Informationen zum jeweiligen Bild zeigt Shotwell am unteren linken Fensterrand an. Neben Dateinamen und Zeitstempel stehen hier auch Angaben zur Bildgröße und zum Belichtungsintervall.

Shotwell lässt sich über Plugins erweitern, von denen das Quellpaket bereits einige zum Veröffentlichen von Bildern auf Online-Plattformen enthält. So bringen Sie das Foto per Ausklappmenü schnell auf Facebook, Flickr, Picasa oder Piwigo online.

Shotwell 0.23.4

Lizenz: LGPLv2.1

Quelle: https://wiki.gnome.org/Apps/Shotwell

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