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© Oleg Dudko, 123RF

Von Owncloud zur Nextcloud

Wolkenumzug

Nextcloud verspricht, die bei Owncloud gemachten Fehler zu vermeiden. Grund genug für viele Nutzer, einen Umzug ins Auge zu fassen.

Nachdem im Sommer 2010 die freie Software Owncloud [1] eine praktikable Lösung für die sichere und selbstbestimmte Ablage und Synchronisation von Daten in der Cloud vorstellte, fand das Konzept in kürzester Zeit weite Verbreitung. Das Community-Projekt, in dessen Hintergrund das Unternehmen Owncloud Inc. stand, hatte der KDE-Entwickler Frank Karlitschek [2] mitgegründet.

Doch schon bald gab es Kritik, die Software werde zunehmend mit viel zu heißer Nadel mit Blick auf die kommerzielle Vermarktung gestrickt. Darunter litt die Qualität der Community-Version, was sich besonders bei Aktualisierungen zeigte: Nach einem Update funktionierte des Öfteren weniger als vorher.

Im Frühjahr 2016 stieg Karlitschek zusammen mit weiteren Entwicklern aus Owncloud aus, um einen Monat später den Fork Nextcloud [3] vorzustellen. Der Neustart will vieles besser machen als Owncloud. Auch hier teilt sich das Projekt in die Community-Edition Nextcloud und ein Unternehmen gleichen Namens, das Support für die Enterprise-Version verkauft.

Wie das Team betont, das Karlitschek in das neue Projekt folgte, sollen bei Nextcloud auch die Erweiterungen für die Enterprise-Version unter einer freien Lizenz stehen und sich für die Community-Version verwenden lassen. Die komplette Entwicklung soll transparent erfolgen, mit mehr Einflussmöglichkeiten für die Community, als das dem Vernehmen nach zuletzt bei Owncloud der Fall war.

Wechsel oder nicht?

Forks stellen oft einen Gewinn für die Anwender dar, verlangen diesen aber auch Entscheidungen ab. Im Fall von Owncloud und Nextcloud fragen sich viele Nutzer, ob und falls ja, wann und wie sie wechseln sollen. Fällt die Entscheidung zugunsten des Umstiegs aus, kann man dann direkt migrieren oder muss man Nextcloud frisch installieren?

Der Versionszähler steht für Owncloud aktuell bei Release 9.1, für Nextcloud bei 9.0.53. Derzeit liegen beide Projekte technisch noch sehr nah beieinander, sodass sich eine bestehende Installation durch die jeweils andere Software ersetzen lässt. Dies wird nicht immer so bleiben: Im Lauf der Zeit driften die beiden Projekte vermutlich immer weiter auseinander, sodass irgendwann Nextcloud nicht mehr im direkten Austausch funktioniert.

Ab diesem Zeitpunkt steigt der Aufwand für eine Migration sprunghaft an, da man dann Nextcloud samt Datenbank neu installieren und die alten Daten manuell in die neue Installation einpflegen muss. Wir machten deshalb jetzt den Test und wechselten auf einem Raspberry Pi 3 von einer bestehenden Installation mit Owncloud 8.2.7 (Abbildung 1) auf Nextcloud 9.0.53.

Abbildung 1: Owncloud zeigt mögliche Aktualisierungen am Kopf der Seite an.

Voraussetzungen

Falls Sie den Wechsel bei sich nachvollziehen möchten, benötigen Sie als Owncloud-Ausgangsversion mindestens Version 8.2.3, dürfen aber höchstens 9.0.4 verwenden. Eine Migration von Owncloud 9.1 nach Nextcloud 9.0.53 wertet das System aufgrund der Versionsnummern als Downgrade, was nicht funktioniert.

Nutzen Sie bereits Owncloud 9.1, müssen Sie entweder auf Nextcloud 10.0 warten (und hoffen, dass Owncloud dann noch die kleinere Versionsnummer trägt) oder jetzt die Beta-Version von Nextcloud 10.0 verwenden. Möglicherweise hat sich die Situation schon wieder geändert, bis Sie den Artikel in Händen halten. Als Grundregel gilt: Die verwendete Nextcloud-Version muss die höhere Versionsnummer tragen.

Unser Testsystem nutzt Owncloud zusammen mit Apache 2 und MySQL. Wir gehen davon aus, dass das Dokumenten-Wurzelverzeichnis /var/www/owncloud heißt und der HTTP-User des Systems www-data. Bei Fedora nennt sich Letzterer apache, bei Arch Linux HTTP. Abweichend vom gängigen Schema eines identischen Namens für HTTP-User und -Gruppe heißt bei OpenSuse der entsprechende Benutzer wwwrun, die zugehörige HTTP-Gruppe aber www.

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