Beispiel CryFS

Im Test fiel die Wahl dazu auf CryFS, im Fokus stand dabei die Kompatibilität mit dem Dienst Owncloud. Nach Aussagen der Entwickler funktioniert das Zusammenspiel aber mit jedem Dienst, der Daten über einen lokalen Client synchronisiert.

CryFS entstand 2015 aus einer Diplomarbeit des Entwicklers Sebastian Messmer am Karlsruher Institut für Technologie. Es setzt, wie die anderen Kandidaten, auf das Kernel-Modul FUSE (Filesystem in Userspace), um die nötigen Dateisystemtreiber aus dem Kernel-Mode in den User-Mode zu verlagern. Das ermöglicht es Endanwendern, Dateisysteme zu verwalten und zu administrieren.

Wenn Sie unter Create Volume den entsprechenden Punkt auswählen, erscheint eine Maske, die allerdings bei allen Backends gleich aussieht; das Programm wählt jeweils lediglich eine andere Software zum Verschlüsseln. Hier geben Sie einen Namen für den zu verschlüsselnden Ordner oder die Datei ein und wählen das entsprechende Objekt im Dateibaum aus (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Anlegen eines CryFS-Volume erfordert nur wenige Angaben, unter anderem den Namen für das entsprechende Verzeichnis.

Beim Schlüssel haben Sie mehrere Möglichkeiten: Sie geben ihn entweder manuell ein oder verwenden eine vorher angelegte Schlüsseldatei, deren Speicherort Sie SiriKali mitteilen. Alternativ nutzen Sie den integrierten digitalen Schlüsselbund oder die in Gnome und KDE enthaltenen Wallets. Verschlüsselte Dateien und Ordner zeigt die Software im Hauptfenster an; dort hängen Sie diese bei Bedarf ein oder aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das erstellte Volume sehen Sie anschließend im Hauptfenster der Applikation. Hier finden Sie die entsprechenden Schaltflächen zum Ein- und Aushängen der Laufwerke.

Wir haben unter anderem den Ordner Dokumente mit einigen Dateien im Sync-Ordner von Owncloud abgelegt und verschlüsselt. Der Ordner erscheint in der Browser-Ansicht des Owncloud-Servers und enthält, wie gewünscht, die einzeln verschlüsselten Dateien (Abbildung 4). Ein Test mit den beiden anderen Kandidaten GocryptFS und SecureFS führte zum gleichen Ergebnis.

Abbildung 4: Nach dem Synchronisieren mit dem Owncloud-Server sehen Sie im Browser die verschlüsselten Dateien auf dem Server. Die Software hat selbst die Namen der Dateien unkenntlich gemacht.

Fazit

SiriKali erweist sich als nützliche Software, wenn Sie etwas Unterstützung via grafischer Oberfläche für die Tools benötigen, die eigentlich auf der Kommandozeile arbeiten. Die GUI bietet keinen Zugriff auf alle Optionen der jeweiligen Anwendungen, die wichtigsten sind jedoch enthalten. Alle Optionen und Parameter der jeweiligen Anwendung verrät die passende Manpage. Das Verschlüsseln von Inhalten für Dienste wie Dropbox oder Owncloud funktioniert zuverlässig, auf dem Server landen verschlüsselte Dateien.

Dass der SiriKali-Entwickler die einzelnen Backends nicht gleich mitliefert, ist zwar lästig, aber verständlich: Der Aufwand für Pflege und Aktualisierungen wäre zu hoch. Ein in die Tiefe gehender Vergleich der verwendeten Verschlüsselungswerkzeuge findet sich auf der Webseite von GocryptFS [11]; der Entwickler von CryFS vergleicht seine Software ebenfalls mit der Konkurrenz [12]

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