DOSBox

Die DOSBox [12] eignet sich als Komplett-Emulator für das Weiterverwenden von DOS-Anwendungen. Dabei beherrscht der Emulator auch den Umgang mit Spielen, die ansonsten auf der Windows-Kommandozeile nicht arbeiten. Hierzu gehören beispielsweise Anwendungen, die eine native FAT16-Partition auf dem Massenspeicher voraussetzen.

Die DOSBox liegt bei allen gängigen Distributionen in 32- und 64-Bit-Varianten in den Repositories, sodass sie sich nahtlos und bequem in das jeweilige Linux-Derivat integrieren lässt. Da DOS eine höchst beliebte Gaming-Plattform war, haben die Entwickler der DOSBox mit Unterstützung der Community den Emulator mit vielen Spielen getestet und verbessern die Kompatibilität laufend. Eine Liste der vielen Hundert unterstützten Programme findet sich online [13].

Nach der Installation öffnet ein Klick auf den Eintrag DOSBox Emulator im Menü Spiele einen DOS-Bildschirm mit dem Laufwerksbuchstaben Z:. Über den Befehl intro machen Sie sich in der DOSBox mit der Befehlssyntax vertraut, die aufgrund der Emulation stellenweise vom Original abweicht: Vorhandene Laufwerksbuchstaben müssen Sie mithilfe des Befehls mount an Linux-Unterverzeichnisse gebunden in das System integrieren, um so die DOS-Anwendungen zu starten.

Die DOSBox unterstützt dabei von Haus aus auch SVGA-Bildschirmauflösungen und die seinerzeit sehr weit verbreiteten Soundblaster-Soundkarten. Falls kapriziöse Anwendungen bei zu hoher Geschwindigkeit den Dienst versagen, lässt sich zudem befehlsgesteuert die Geschwindigkeit der emulierten CPU reduzieren. Dazu sieht DOSBox die editierbare Datei dosbox.conf vor [14]. Diese gestattet es unter anderem, eine 80386-CPU oder einen moderneren 80486-Prozessor zu emulieren. Über die genauen Optionen informiert die ausführliche Dokumentation (Abbildung 6).

Abbildung 6: In der DOSBox läuft selbst ein Spiel aus dem Jahr 1989 auf einem 64-Bit-Linux problemlos.

Im Test zeigte sich die DOSBox nicht nur außerordentlich stabil, sondern auch höchst ressourcensparend: So laufen selbst auf Einkern-Prozessoren auch anspruchsvolle DOS-Spiele oder Anwendungen mit grafischer Oberfläche noch flüssig ab. Auf unseren Testsystemen, teilweise mit Core-2-Duo-CPUs der "Penryn"-Generation ausgestattet, arbeiteten einige DOS-Anwendungen sogar deutlich robuster als auf einer originalen PC-DOS-Maschine.

Fazit

Linux zeigt sich im praktischen Einsatz als die Integrationsplattform schlechthin. Durch eine Vielzahl von Laufzeitumgebungen, Emulatoren und virtuellen Lösungen gibt es praktisch keine plattformfremden Anwendungen, die sich auf einem Linux-Host nicht ausführen ließen.

Bei komplexer Software allerdings geraten Emulatoren und Laufzeitumgebungen gelegentlich an ihre Grenzen. Dann helfen virtuelle Maschinen weiter, in denen ein originales Fremdsystem die Basis für die gewünschte Anwendung bildet. Mithilfe raffinierter Emulatoren wie der DOSBox verhelfen Sie sogar uralter Software zu einem zweiten Frühling.

Aufgrund der von Linux gebotenen hohen Sicherheitsstandards funktioniert sogar häufig Fremdsoftware unter dem freien Betriebssystem deutlich reibungsloser als unter dem nativen Betriebssystem. So bietet Microsoft für Windows 95, 98 oder XP schon seit Jahren keine Sicherheitsaktualisierungen mehr an. Bei diesen Systemen müssten Sie einen entsprechend hohen Aufwand zum Absichern des kompletten Systems einkalkulieren. 

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