Installation

Der RasPi3 läuft zwar ohne Probleme von einer Micro-SDHC-Karte, aber wenn sowieso eine Festplatte am System hängt, liegt es nicht nur aus Performance-Gründen nahe, das Betriebssystem auch dort zu installieren. Aktuell benötigen Sie trotzdem noch die Karte für die Bootpartition, laut Meldungen der Raspberry-Pi-Foundation soll sich das aber in absehbarer Zeit ändern. Anleitungen für die Installation von Raspbian auf einer Festplatte finden Sie im Netz [7]. Einfacher geht es mit einem Skript des Autors, das der Kasten "Automatische Raspbian-Installation auf einer Festplatte" beschreibt.

Für Backup-Zwecke genügt die Installation von Raspbian "Jessie" Lite samt einiger Zusatzpakete (Listing 1). Bei Erscheinen des Hefts dürfte die Versionsnummer von Urbackup (Zeile 3) bereits etwas höher ausfallen. Die jeweils aktuelle Version finden Sie unter http://raspberrybuild.urbackup.org/nightly/.

Beim Einrichten fragt Urbackup zwar lediglich den Pfad zum Backup-Verzeichnis ab – der sollte aber gut durchdacht sein, nachträglich lässt er sich nicht mehr ohne Weiteres ändern. Deswegen legen Sie das Backup-Verzeichnis (im Beispiel /data/backups/) am besten vorab an (Zeile 4).

Listing 1

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install sqlite3 libcrypto++9 libfuse2
$ wget http://raspberrybuild.urbackup.org/nightly/urbackup-server_2.0.30.1529-1_armhf.deb
$ mkdir -p /data/backups
$ sudo dpkg -i urbackup-server_2.0.30.1529-1_armhf.deb

Automatische Raspbian-Installation auf einer Festplatte

Wollen Sie es sich ersparen, Raspbian manuell auf die Festplatte zu kopieren und dann anzupassen, dann nehmen Sie den ganzen Prozess in einem Rutsch automatisch per Skript vor. In Ausgabe 01/2016 haben wir es auf Seite 76 ausführlich vorgestellt [8]; Sie finden den Artikel als PDF auch auf der Heft-DVD.

Sie laden das Skript von Github auf einen Linux-PC (Listing 2, erste Zeile). Des Weiteren stecken Sie eine Micro-SDHC-Karte für die Bootpartition im Rechner ein (im Beispiel auf /dev/sdb) und schließen die Festplatte an (im Beispiel auf /dev/sdc). Nach dem Herunterladen des Raspbian-Images installieren Sie dann das System mit dem Kommando aus der zweiten Zeile von Listing 2.

Im Beispiel gehen wir davon aus, dass Sie nach dem git clone den Verzeichnispfad beibehalten. Beachten Sie, dass der Befehl alle Daten auf den angegebenen Laufwerken löscht. Ermitteln Sie deswegen vorab die in Ihrem Fall gültigen Gerätenamen. Die Kommandos blkid und fdisk -l helfen Ihnen dabei.

Die Größenangabe der Datenpartition (-D) passen Sie jener der von Ihnen verwendeten Festplatte an. Von den nominell 314 GByte Kapazität des Pidrive lassen sich tatsächlich nur 296 GByte nutzen. Die Differenz zu den im Kommando angegebenen 285 GByte reservieren wir für die Systempartition. Die Datenpartition hängt das System später beim Booten automatisch im Verzeichnis /data ein.

Nach dem Aufspielen von Raspbian auf Karte und Festplatte schließen Sie die beiden vorbereiteten Speicher am RasPi an. Nach dem ersten Start müssen Sie das System wie üblich konfigurieren.

Listing 2

$ git clone https://github.com/bablokb/apiinst
$ apiinst/bin/apiinst -i /Pfad_zu/20160527-raspbian-jessie-lite.zip -B /dev/sdb -t /dev/sdc -D 285G

Konfiguration

Sie konfigurieren Urbackup bequem über eine Weboberfläche, die Sie unter http://<i>RasPI-IP<i>:55414 erreichen (Abbildung 2). Die meisten Einstellungen fallen selbsterklärend aus – sollten Fragen offenbleiben, konsultieren Sie das ausführliche Handbuch für Administratoren auf der Projektseite. Einige Optionen enthalten auch ein Fragezeichen-Symbol mit einem direktem Link zur relevanten Stelle des Online-Handbuchs.

Abbildung 2: Das schlichte Web-Interface von Urbackup bringt alle notwendigen Funktionen weitgehend selbsterklärend mit.

Zu den großen Stärken von Urbackup zählen die vielen optionalen Einstellungen. So erlaubt es die Software zwar, eine Benutzerverwaltung für das Web-Interface einzurichten, es ist aber nicht zwingend notwendig. Ebenso lässt sich die Verwaltungsschnittstelle über eine verschlüsselte Verbindung hinter einem richtigen Webserver betreiben. Damit skaliert die Lösung sehr gut vom simplen Setup im Heimnetz bis zur Remote-Lösung, die Daten von Clients verschlüsselt via Internet auf entfernten Servern sichert. Der Admin behält auch in größeren Umgebungen per Web-Interface (Abbildung 3) alles im Griff oder lässt sich bei Bedarf per E-Mail informieren.

Abbildung 3: Die Statusübersicht im Web-Interface informiert Sie stets über die aktuelle Speicherbelegung sowie laufende und abgeschlossene Jobs.

Von den standardmäßig eingeschalteten Optionen sollten Sie erfahrungsgemäß diejenigen entfernen, die Windows-Clients nur mit Hintergrundpriorität laufen lassen: Ist der entsprechende Haken im Abschnitt Erweitert gesetzt, bremst Windows das Backup sehr stark aus. Ansonsten passen Sie die Zyklen für Vollsicherungen und inkrementelle Backups nach Ihren Bedürfnissen an.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Neues auf den Heft-DVDs
    Nur mit dem optimalen System und der richtigen Software nutzen Sie das volle Potenzial Ihres Rechners. Mit der Heft-DVD erhalten Sie nicht nur topaktuelle Distributionen, sondern auch die passenden Programme zu den Artikeln.
  • Raspberry Pi als Datei- und Drucker-Server
    Dank seines geringen Stromverbrauchs eignet sich der RasPi optimal für den Einsatz als rund um die Uhr laufender Home-Server. Dabei lässt er sich innerhalb kürzester Zeit sehr flexibel an die eigenen Wünsche anpassen.
  • Arkeia-Backupsoftware kostenlos

    Der Backup-Spezialist Arkeia feiert 15. Geburtstag und spendiert eine kostenlose Dauerlizenz seiner Software Arkeia Network Backup Version 9 für kleine Netzwerke.
  • Profi-Backup für lau
    Backups finden viele PC-Anwender ungefähr so angenehm wie einen Zahnarztbesuch – wichtig sind sie trotzdem. Die seit Mai kostenlos erhältliche Free-Edition von Arkeia Netzwerk Backup 9.0, eine Linux-Backup-Lösung, erlaubt komfortable Datensicherungen.
  • Gut gelagert
    Qualm dringt aus dem Computer, aber nicht aus dem Kopf: Die wichtigen Daten liegen im Online-Backup. Sepiola hilft Ihnen beim Sichern und Wiederherstellen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 03/2018 NEUE DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Internet abschalten
Karl-Heinz Hauser, 20.02.2018 20:10, 0 Antworten
In der Symbolleiste kann man das Kabelnetzwerk ein und ausschalten. Wie sicher ist die Abschaltu...
JQuery-Script läuft nicht mit Linux-Browsern
Stefan Jahn, 16.02.2018 12:49, 2 Antworten
Hallo zusammen, ...folgender goldener Code (ein jQuery-Script als Ergebnis verschiedener Exper...
XSane-Fotokopie druckt nicht mehr
Wimpy *, 30.01.2018 13:29, 2 Antworten
openSuse 42.3 KDE 5.8.7 Seit einem Software-Update druckt XSane keine Fotokopie mehr aus. Fehler...
TOR-Browser stürzt wegen Wikipedia ab
Wimpy *, 27.01.2018 14:57, 0 Antworten
Tor-Browser 7.5 based on Mozilla Firefox 52.8.0 64-Bit. Bei Aufruf von http: oder https://de.wi...
Wifikarte verhindert Bootvorgang
Maik Kühn, 21.01.2018 22:23, 1 Antworten
iwlwifi-7265D -26 failed to load iwlwifi-7265D -25 failed to load iwlwifi-7265D -24 failed to l...