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© Kirill Makarov, 123RF

Den Raspberry Pi als Backup-Server nutzen

Sicher ist sicher

Eine gute Datensicherung bewahrt nicht nur bei Festplattenausfall vor Ärger, sondern hilft auch bei Virenbefall und Erpressungstrojanern. Der RasPi eignet sich perfekt als Backup-Server im Hintergrund.

Viele Anwender kennen sich zwar mit IT aus und avancieren damit automatisch zum IT-Admin für die Familie. Bei Problemen wie Hardware-Defekten oder Virenbefall macht das aber häufig mehr Arbeit als einem lieb ist: Empfehlungen zur regelmäßigen Datensicherung ignorieren die Hilfsbedürftigen üblicherweise fröhlich.

Zum Glück bauen Sie mit einem RasPi und einer externen Festplatte eine kleine, günstige Backup-Maschine auf, die nach dem Setup mehr oder weniger wartungsfrei ihren Dienst verrichtet. Als Zielgruppe peilen wir dabei im Folgenden einfache Windows-Nutzer ohne große Mediensammlungen an. Regelmäßige Sicherungen sollen ohne Beeinträchtigung des Anwenders im Hintergrund laufen und im Problemfall dem Admin schnelle Hilfe ohne übergroßen Aufwand erlauben.

Kopie versus Backup

Die einfachste Art der Sicherung stellt das Kopieren der Daten auf einen externen Datenträger dar. Das ist zwar besser als nichts, jedoch muss hier der Nutzer einerseits mit Medien hantieren, andererseits überschreibt er damit vielleicht schon alte Sicherungen. Das macht insbesondere bei einem Befall mit Viren oder Verschlüsselungstrojanern Probleme, wenn dabei befallene Dateien die gesicherten Originale überschreiben. Das schließt den Einsatz von Cloud-Speichern wie Dropbox oder Backup-Programmen wie Duplicati [1] aus.

Bei der Suche nach einer einfachen Software, die trotzdem echte Backups anlegt, stieß der Autor auf die Client-Server-Anwendung Urbackup [2]. Ein Dienst auf Windows oder Linux sichert Dateien auf einem Server, entweder komplett oder inkrementell. Das Konstrukt kommt dabei ohne verbundene Netzwerklaufwerke aus – eine sichere Hürde gegen Viren und Trojaner.

Die Open-Source-Software unterstützt durch vielfältige Optionen diverse Anwendungsszenarien. Davon bekommt der Windows-Nutzer aber nichts mit, und auch der Admin muss sich nicht mit Konfigurationsdateien quälen. Eine zwar nicht schöne, aber übersichtliche und funktionale Weboberfläche ermöglicht die schnelle Erstkonfiguration und später, sofern überhaupt erforderlich, die Administration.

Kandidatencheck

Bevor es aber an die Installation geht, gilt es, ein paar Hardware-Fragen zu klären. Der Raspberry Pi steht seit der ersten Generation im Ruf, sich nicht für datenintensive Anwendungen zu eignen. Der LAN-Adapter unterstützt nur 100-Mbit/s-Ethernet und hängt zudem an der USB-Schnittstelle. Der RasPi bietet keinen SATA-Anschluss und beschränkt damit die Anschlussmöglichkeiten externer Festplatten auf USB 2.0, was die Schreibrate auf die Platte stark limitiert. Zusätzlich zweigt der Netzwerkanschluss davon nochmal etwas ab.

Diese Aspekte sprechen erst einmal gegen den RasPi als Backup-Server. Typisch in nicht IT-affinen Haushalten ist aber das Vernetzen von Rechnern per WLAN, üblicherweise mit einer Brutto-Datenrate von 54 Mbit/s. Davon bleiben in der Realität noch 20 bis 25 Mbit/s übrig. Hängt der Kleinrechner also per Netzwerkkabel am haushaltsüblichen Router, dann genügt der Durchsatz problemlos auch für einige gleichzeitig sichernde WLAN-Clients.

Für die anvisierte Zielgruppe eignet sich der RasPi also durchaus als Backup-Server. Im vorgestellten Szenario arbeitet ein RasPi 3 zusammen mit einer Pidrive-Festplatte von Western Digital [3]. Diese stellt das Unternehmen mit Kapazitäten von 314 GByte (35 Euro) und 1 TByte (75 Euro) Fassungsvermögen bereit [4]. Die Pidrives kommen trotz USB-3-Anschluss mit wenig Strom aus (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Pidrive-Festplatte von Western-Digital fasst 314 GByte, eine 1-TByte-Variante steht aber ebenfalls zum Kauf bereit.

Als Zubehör offeriert Western Digital ein Gehäuse für die Festplatte (10,99 Euro), das auch den RasPi aufnimmt [5]. WD vertreibt zwar ein spezielles Anschlusskabel (der 1-TByte-Variante liegt es bereits bei), allerdings genügt auch eine handelsübliche USB-3-Strippe. Der Kasten "Hardware-Alternativen" gibt Auskunft über andere Optionen für den Backup-Server.

Hardware-Alternativen

Neben der im Artikel beschriebenen Kombination bieten sich als Massenspeicher auch normale 2,5-Zoll-Festplatten an, die Sie per SATA-USB-Adapter am RasPi anschließen. Wegen des unterschiedlichen Stromverbrauchs kann das zwar im Einzelfall funktionieren, muss aber nicht. Hier hilft nur, die gewünschte Kombination auszuprobieren.

Beim Einsatz eines BananaPi schließen Sie eine SATA-Festplatte direkt an die Platine an. Allerdings kam es in der Vergangenheit – abhängig vom Netzteil und der Festplatte – auch hier schon zu Problemen. Preislich bietet der BananaPi keine Vorteile, mangels Support eignet er sich aber nicht für eine Zweitaufgabe als Medienabspieler.

Deutlich potenter präsentieren sich der Intel-NUC [6] und verwandte Geräte, etwa von Zotac. Hier tut es die kleinste Variante in hoher Bauform. Allerdings kostet das in der Summe immer noch etwa doppelt so viel wie ein RasPi mit Netzteil und Gehäuse. Dafür bieten die Geräte nicht nur ein schickes Gehäuse, sondern vor allem einen echten Gbit-LAN-Anschluss sowie reichlich I/O-Leistung – ideal für Anwender mit erhöhtem Sicherungsbedarf.

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