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Linux-Alternativen zu Windows-Software

Neue Vielfalt

Freie Software-Alternativen zu den unter Windows gängigen kommerziellen Programmen sind häufig wenig bekannt. Wir zeigen, welche Anwendungen auf dem Linux-Desktop eine besonders gute Figur abgeben.

Für Anwender, die von Windows zu Linux migrieren möchten, stellt sich die Frage, welche Software-Alternativen sie unter dem neuen Betriebssystem anstelle ihrer Windows-Anwendungen vorfinden. Oft hört man dann das Gerücht, unter Linux gäbe es nicht dieselbe Vielfalt an Programmen wie unter Windows.

Genau das Gegenteil ist der Fall: Während Sie bei Windows nach der Installation des Betriebssystems weder eine Bürosuite noch einen brauchbaren Mediaplayer vorfinden, bringen die meisten Distributionen bereits aus dem Stand viele freie Programme für jeden nur möglichen Einsatzbereich mit – allesamt mit grafischer Oberfläche. Hinzu kommen bei den großen Distributionsprojekten mehrere Tausend Anwendungsprogramme in den Repositories, an denen die Entwickler kontinuierlich arbeiten und für praktisch jeden Anwendungsbereich zusätzliche Alternativen bereithalten. Proprietäre, teils kostenpflichtige Software rundet das Angebot ab.

Wer schon unter Windows freie Software wie den Browser Firefox, die Bürosuiten LibreOffice oder OpenOffice, Multimedia-Anwendungen wie Audacity und VLC oder den Mailclient Thunderbird im Einsatz hatte, nutzt diese unter Linux einfach weiter. Häufig entsteht freie Software zunächst unter Linux, anschließend portieren die Entwickler sie nach Windows. Daher empfiehlt es sich, zunächst zu prüfen, ob die bereits genutzte Software auch unter dem freien Betriebssystem bereitsteht. Die Webseiten der Distributionen bieten entsprechende Hinweise.

Bleibt die Suche erfolglos, bieten sich häufig Alternativen an. Prüfen Sie am besten zunächst, ob das gewünschte Programm eine bestimmte Funktion zwingend braucht. Hier wäre der Umgang mit bestimmten Formaten zu nennen, aber auch Austauschmöglichkeiten von Daten mit anderen Programmen aus dem kommerziellen Bereich über standardisierte Schnittstellen. Haben Sie ein Pflichtenheft für die neue Software unter Linux definiert, beginnt die Jagd.

Office-Alternativen

Für viele Anwender dient der PC hauptsächlich zum Erledigen täglicher Schreibarbeiten. Daher gehören Office-Anwendungen zu den am häufigsten genutzten Programmen. Unter Linux stehen LibreOffice und OpenOffice ganz oben auf der Liste der meisten Nutzer. Beide Suiten bestehen aus mehreren Modulen und decken von der Datenbank über den Formeleditor und die Textverarbeitung bis hin zum Zeichenprogramm das ganze Spektrum der Bürowerkzeuge ab (Abbildung 1).

Abbildung 1: Linux hat mit LibreOffice oder OpenOffice gleich zwei freie Alternativen zu Microsoft-Office zu bieten.

Als interessante Alternative bietet sich das aus China stammende WPS-Office an, das vor allem durch sein Bedienkonzept und verschiedene Themes glänzt und von dem zusätzlich eine Android-Version existiert. Benötigen Sie ein Büropaket mit integrierten Nachschlagewerken, so empfiehlt sich ein näherer Blick auf Softmaker Office, von dem Sie auf der Heft-DVD eine kostenlose Version finden.

Zusätzlich bieten die großen Linux-Desktops Gnome und KDE noch eigene Office-Anwendungen an, wie Abiword, Gnumeric oder die Calligra-Suite. Diese decken aber nicht einen derart großen Umfang ab wie die dedizierten Büropakete. In vielen Fällen genügen sie den Ansprüchen der täglichen Arbeit vollkommen.

Personal Information Manager

Als Alternative zu PIM-Software unter Windows wie beispielsweise Ecco Pro oder Lotus Organizer dienen unter Linux Evolution, Kontact oder Mozilla Lightning. Eher am althergebrachten Notizblock orientiert sich Basket, eine äußerst mächtige weitere Anwendung, mit der Sie Ihre Termine und Projekte im Auge behalten. Sie verwaltet dank der Unterstützung universeller Dateiformate und kollaborativer Elemente komplette Projekte inklusive Todo-Listen. Die Software integriert sich in den KDE-Desktop, versieht bei Bedarf aber auch unter anderen Arbeitsumgebungen klaglos ihren Dienst.

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