Praxistest

Im Praxistest überzeugt der Kano vor allem durch sein konsequent auf die Zielgruppe abgestelltes Konzept. Unsere beiden Probanden Meret (6) und Selma (11) kamen auf Anhieb mit dem Kano zurecht und schafften es problemlos, das Gerät zusammenzubauen (Abbildung 7). Selma fand sich auch auf dem Desktop von Kano OS auf Anhieb zurecht. Für den Umgang mit einzelnen Applikationen benötigte sie aber aufgrund unterschiedlicher Bedienkonzepte zunächst eine gewisse Lernphase, bis sie das jeweilige Programm sicher nutzen konnte.

Abbildung 7: Im Praxistest hatten weder die sechsjährige Meret noch die elfjährige Selma Probleme im Umgang mit dem Kano-Kit. Lediglich das Bedienen der Apps forderte ihnen eine gewisse Lernphase ab.

Etwas aus dem positiven Rahmen fiel im Test die Tastatur mit einem schwammigen Druckpunkt und wenig Tastenhub. Zudem arbeitet das integrierte Touchpad recht ungenau, sodass es sich empfiehlt, das Keyboard durch eine Standardtastatur mit externer Maus auszutauschen.

Für den Einsatz von Kano OS empfiehlt es sich außerdem, ausschließlich den RasPi 3 zu verwenden. Bei unseren Tests mit älteren und damit leistungsschwächeren Modellen fielen teils deutliche Latenzen auf. Schon das Umschalten zwischen Dashboard- und Desktop-Modus ging auf dem RasPi 2 nicht flüssig vonstatten, sondern zog jeweils Wartezeiten von einigen Sekunden nach sich. Spezielle Anwendungen wie die Synthesizer-Software Sonic Pi benötigten überlange Startzeiten und beanspruchten auch im laufenden Betrieb erhebliche Ressourcen, sodass der Kleincomputer stets nur verzögert reagierte.

Mit dem RasPi 3 als Basis arbeitete das System deutlich flüssiger. Darüber hinaus eignet sich das neue Modell auch wegen des integrierten WLAN-Adapters besser für Kano OS, da er den Einsatz eines externen WiFi-Dongles erspart.

Fazit

Kano überzeugt fast auf der ganzen Linie und zählt zweifellos zu den derzeit besten Lerncomputern für Kinder im Grundschulalter. Dabei gefällt vor allem das durchgängige pädagogische Konzept: Es fordert Kinder nicht nur geistig durch das Erlernen der Oberfläche und kreativer Programmiertätigkeiten, sondern vermittelt durch den eigenhändigen Zusammenbau des Systems auch quasi nebenbei, wie ein Computer funktioniert.

Die anschauliche Dokumentation des Storybooks überfordert auch die Jüngsten nicht. Soziale Kompetenz vermittelt außerdem das Online-Netzwerk der Kano World, wobei die Kinder darin den verantwortungsvollen Umgang in und mit Social Networks erlernen. Zu guter Letzt regt der Kano zur weitergehenden produktiven Beschäftigung mit kreativem Schwerpunkt an und fördert dadurch musische und künstlerische Fähigkeiten. Damit unterstützt der Lernrechner Kinder in der Altersgruppe bis etwa 12 Jahren umfassend in ihrer Entwicklung. 

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