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© Sergey Nivens, 123RF

Office-Dokumente schreiben ohne Office

Komplexes vereinfachen

Machen Sie sich die Arbeit leicht, indem Sie komplexe Dokumente erst in Markdown schreiben und dann mit Pandoc konvertieren – mit allen Finessen.

Viele Menschen schätzen Programme wie Microsoft Word oder LibreOffice Writer, da sie das Erstellen ansprechend gestalteter Texte vereinfachen. Selbst bei optimalem Einsatz der Programme behindern sie aber die Texteingabe, da diese eng mit der Formatierung verzahnt ist. Das freie Werkzeug Pandoc ermöglicht einen anderen Ansatz, der Form und Inhalt voneinander trennt. Die vorgestellten Werkzeuge verarbeiten außerdem Dateitypen wie HTML, ODT, TEX und PDF sowie DOCX, das proprietäre, aber offengelegte Format, das Microsoft Word seit 2009 zugrunde liegt.

Ausgezeichnet

Werkzeuge wie Pandoc oder Asciidoc gehen einen anderen Weg als die klassische Textverarbeitung, indem sie die Auszeichnung der Elemente reduzieren. Hervorhebungen oder Überschriften kennzeichnen Sie dabei typischerweise durch bestimmte Zeichenfolgen (Tags) im Text.

Wie der englische Name "markup language" (ML) verrät, zählt die "hypertext markup language" HTML zu den Vertretern dieser Gattung, weitere sind LaTeX oder das daraus abgeleitete Rich Text Format RTF. Vereinfachte Auszeichnungssprachen passen sich dem Textfluss durch wenig aufdringliche Markierungen an.

Für den Anfang lohnt es sich, das Augenmerk auf Markdown zu legen, auf das sich unter anderem Programme wie Ipython Notebook/Jupyter oder R/knitr stützen. Die Tabelle "Markdown" fasst wichtige Kommandos zusammen, eine umfassende Beschreibung findet sich im Internet [1].

Markdown

Markup Funktion
*Wort* Kursivschrift
**Wort** Fettschrift
# Überschrift Überschrift erster Ordnung
## Überschrift Überschrift zweiter Ordnung
* Spiegelpunkt einer Aufzählung
1. Nummerierte Aufzählung
`Code` Nichtproportionale Schrift (für Code)
--- Horizontale Linie
> Eingerückter Textblock
[Link-Text](URL) Hyperlink
![Bildtext](Datei) Einbinden eines Bilds

Pandoc

Seit unserem letzten Bericht vor vier Jahren [2] hat sich das Programm Pandoc deutlich weiterentwickelt. Für Nutzer von 32-Bit-Systemen steht lediglich Version 1.12 zur Verfügung, die es nicht erlaubt, alle Beispiele aus dem Beitrag nachzuvollziehen.

Für 64-Bit-Systeme bieten die Repositories der meisten Distributionen das Programm in der stabilen Version 1.16.0.2 an. Daneben hält die Webseite [3] die neuesten Pakete für Debian bereit, ebenso einen Installer für Mac OS X und Windows. Selbst wenn Sie die Funktionen im ersten Anlauf vielleicht nicht benötigen, lohnt es sich, die Pakete pandoc-citeproc und python-pandocfilters gleich mit zu installieren.

Pandoc erwartet Textdateien im UTF-8 Format – bei Linux eigentlich selbstverständlich, aber nicht unbedingt bei Windows. Der folgende Aufruf genügt, um einen Markdown-Text ins MS-Word-Format DOCX zu konvertieren:

$ pandoc test.md -o test.docx

Ursprünglich sollte Markdown nur die Eingabe von HTML-Code vereinfachen. Dieses Erbe merkt man der Sprache noch heute an. Wie bei HTML interpretiert die Software Leerzeichen und Zeilenumbrüche als einfache Worttrenner. Allerdings gibt es einige Ausnahmen: Beginnt eine Zeile mit vier Leerzeichen, formatiert der Interpreter sie als Codeblock in nichtproportionaler Schrift ohne Zeilenumbruch. Endet eine Zeile mit mindestens zwei Leerzeichen, fügt die Software bei der Ausgabe einen Umbruch ein.

Eine Überschrift leiten Sie mit einer Leerzeile ein, gefolgt von Doppelkreuzen am Beginn der folgenden Zeile. Spiegellisten, eingerückten Text oder auch Textblöcke umschließen Sie mit Leerzeilen. Auf Markierungen für die Einträge in Listen folgt mindestens ein Leerzeichen.

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