Sonderfall

Für das Konvertieren von Dateien in herkömmlichen Office-Formaten stellt FF Multi Converter eine stattliche Liste von Routinen zur Verfügung. Es greift dabei auf das Kommandozeilentool Unoconv zurück. Aus einer Auswahlliste neben Konvertiere: wählen Sie das gewünschte Quell- und Zielformat. Hier fällt auf, dass das Tool dabei zwar MS-Office-Formate als Quell- und Zielformat kennt, jedoch nicht die DOCX-Spezifikation neuerer Varianten.

Dokumente im OOXML-Format tauchen in der Liste ebenfalls nicht auf. Beim Einlesen eines entsprechenden Dokuments quittiert das Tool den Konvertierungsversuch mit einer Fehlermeldung. Das Umwandeln auch anspruchsvoll gestalteter Dokumente aus dem DOC- ins freie ODT-Format absolvierte die Software aber in einer exzellenten Qualität. Auch eigentlich obsolete Formate, etwa das von Starwriter genutzte SXW, stellen die Software nicht vor Probleme (Abbildung 6).

Abbildung 6: Quell- und Zielformat wählen Sie bei Office-Dokumenten aus einer Liste. Das moderne DOCX-Format kennt die Software bislang jedoch nicht.

WinFF

Ein weiteres, speziell für audiovisuelle Datenbestände gedachtes Konvertierungstool nennt sich WinFF. Das in Lazarus und Free Pascal geschriebene Programm glänzt dank integriertem Multithreading mit einem rasanten Arbeitstempo; der integrierte Player Ffplay bietet eine Vorschau bei Formatänderungen. Sie erhalten ausführliche Anleitungen zur Installation für verschiedenste Linux-Distributionen auf der Projektseite der Software [4]. Einige Distributionen, darunter Mageia, ROSA Linux und Slackware, halten WinFF bereits in ihren Repositories vor. Zum Konvertieren greift die Software auf den Video-Konverter Ffmpeg zurück, unter Ubuntu auf Avconv.

Sie bedienen WinFF primär durch die horizontale Schalterleiste oben im Programmfenster. Sie gestattet neben dem Hinzufügen, Entfernen und Löschen von Dateien auch das Abspielen ausgewählter Inhalte samt einer Vorschau bei Formatänderungen. Der Player dient dabei vor allem dazu, festzustellen, ob die Software das Format der Quelldatei korrekt unterstützt. Auch WinFF kennt vordefinierte Profile, die Dateien beispielsweise für Blackberry-Geräte oder Smartphones optimiert konvertieren – so müssen Sie sich nicht durch die meist ellenlange Parameterliste der Kommandozeilentools kämpfen. Die Anwendung bietet zudem die Möglichkeit, die Audiospur aus Videodateien zu extrahieren und gesondert abzuspeichern (Abbildung 7).

Abbildung 7: WinFF bietet eine eingängige Oberfläche und ein flottes Arbeitstempo.

Im unteren Bereich des Programmfensters finden Sie in den Standardeinstellungen das Ausgabeformat, das ausgewählte Profil sowie den Speicherpfad für die konvertierte Datei. Entsprechen die Einstellungen Ihren Wünschen, wandeln Sie die Quelldatei mit einem Klick auf Konvertieren in der Schalterleiste um. Möchten Sie dagegen noch Justierungen vornehmen, genügt dazu ein Klick auf Optionen rechts oben im Fenster.

Daraufhin öffnen sich neben den Ausgabe-Details fünf zusätzliche Reiter. Hier beschneiden Sie auf Wunsch das Ausgabeformat, fügen dem Ffmpeg-Konverter Parameter an oder geben ihm Bitraten, Kanäle und Sampling-Werte vor. Kommt es zu Problemen mit den neuen Einstellungen, setzen Sie diese über Bearbeiten | Restore Defaults auf die Standardwerte zurück.

Wie der FF-Multi-Converter beherrscht auch WinFF den Batch-Betrieb, bei dem die Software mehrere Quelldateien in einem einzigen Durchgang ins jeweilige Zielformat umwandelt. Allerdings lassen sich hier für jede Quelldatei andere Parameter festlegen. Dazu öffnen Sie den Dialog Bearbeiten | Einstellungen und aktivieren darin Enable Multiple Presets in File List.

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