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© grafner, 123RF

Umstieg von Windows zu Linux

Fliegender Wechsel

Mit ChaletOS und ZorinOS zeigen zwei Ubuntu-Derivate, dass Linux längst auch für Windows-Umsteiger als Betriebssystem taugt. Wir klären, was die beiden Systeme leisten.

Spätestens seit Microsofts massiven Versuchen, Windows 10 mit Gewalt beim Anwender zu platzieren, liebäugeln viele Windows-Nutzer mit der Alternative Linux. Doch vor einem Umstieg auf das freie Betriebssystem gilt es erst einmal, die passende Distribution zu finden. Die Wahl fällt nicht leicht: Mehr als 200 Linux-Derivate buhlen um die Gunst der Anwender.

Soll ein fluchtwilliger Windows-Anwender das wandlungsfähige freie System ohne großen Vorlauf nutzen, bieten sich vor allem Distributionen an, deren Arbeitsoberflächen dem Pendant aus Redmond ähneln. Mit ChaletOS [1] und ZorinOS [2] stehen zwei Ubuntu-Derivate bereit, die sich optisch an Windows orientieren, ohne dabei die zahlreichen Schwächen des proprietären Systems mit zu übernehmen.

ChaletOS

Das aus Serbien stammende ChaletOS steht mittlerweile in der bereits vierten Hauptversion zur Verfügung und basiert auf Ubuntu 16.04 sowie Debian 8. Entsprechend erbt es von Canonical die Langzeitunterstützung bis April 2021.

Obwohl ChaletOS als Desktop das schlanke XFCE nutzt, wirkt das System optisch zunächst wie ein Klon einer der aktuellen Windows-Varianten (Abbildung 1). Doch die Entwickler lassen dem Anwender beim Erscheinungsbild des Desktops freie Wahl: Über den Style Changer des Betriebssystems passen Sie die Optik der Arbeitsumgebung ganz an Ihre Wünsche an. Dazu stehen mehrere Dutzend vorgefertigte Styles bereit (Abbildung 2).

Abbildung 1: XFCE mal ganz anders: Der ChaletOS-Desktop wirkt wie ein Klon einer der aktuellen Windows-Varianten.
Abbildung 2: Dank des Style Changers gibt sich ChaletOS sehr wandlungsfähig und lässt Ihnen freie Wahl beim Design der Oberfläche.

Wie fast alle Ubuntu-Derivate lässt sich auch ChaletOS zunächst im Live-Betrieb testen. Entscheiden Sie sich für die Installation, erledigen Sie das entweder im Live-Betrieb mit einem Klick auf das Desktop-Icon Install ChaletOS**16.04 oder im Bootmanager über den entsprechenden Eintrag. Das System nutzt dazu den Ubuntu-Assistenten Ubiquity.

ChaletOS steht sowohl als 32- wie auch als 64-Bit-Variante zur Verfügung. Es eignet sich auch für ältere Rechner mit wenig Hauptspeicher, auf denen sich Desktop-Boliden wie Gnome, KDE oder Unity als zu schwerfällig erweisen. Dank des ressourcenschonenden XFCE-Desktops gibt sich das serbische Ubuntu-Derivat sehr agil.

Optik

XFCE gehörte bis vor wenigen Jahren zu den eher unscheinbaren Desktops, was sich jedoch geändert hat. Durch tiefgreifende Modifikationen bietet die Arbeitsumgebung inzwischen eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten, ohne dabei unnötigen Ballast anzusetzen. Zur zusätzlichen Vereinfachung integrierten die Entwickler den bereits erwähnten Style Changer in das System, der sowohl das komplette Erscheinungsbild anhand von Vorlagen modifiziert als auch den Conky-Systemmonitor per Mausklick konfiguriert.

Das herkömmliche XFCE-Einstellungsmenü lässt sich ebenfalls direkt vom Desktop aus aufrufen. Es orientiert sich zwar am KDE-Vorbild, reduziert aber die verfügbaren Optionen aufs Wesentliche. Das Einstellungsmenü kümmert sich auch um hardwareseitige Verwaltungsaufgaben, die dem Style Changer fehlen.

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Kommentare
Schön wärs!
Steffen (unangemeldet), Montag, 08. Mai 2017 07:31:49
Ein/Ausklappen

Ich habe Zorin 12 probiert. Ein so instabiles OS hatte ich zuletzt mit Windows 95. Hängenbleiben beim Hochfahren, Systemabstürze während der Arbeit. Irgendwann gings dann gar nicht mehr.
O.k., dann geben wir mal Chalet eine Chance: Haha, da ist schon die Installationsroutine abgestürzt und ich bin im Live-System von der DVD gelandet.
Sorry Leute, aber so kann man keinen Windows-Nutzer zu Linux locken, der einfach seinen Rechner starten will um dann meinetwegen im Internet zu surfen oder mal was schreiben.
Ich lasse mich allerdings nicht entmutigen und probiere nun eine "richtige" Linux-Distribution.


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Supportzeiträume Ubuntu
Ralf (unangemeldet), Montag, 29. August 2016 12:05:54
Ein/Ausklappen

Die Angaben über die Ubuntu-Supportzeiträume sind vermutlich fehlerhaft, da sie sich auf Ubuntu Core beziehen, aber diese abgeleiteten Distributionen sich aus ubuntu universe bedienen, das nicht so lange supported wird.



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