Ubuntu-Praxis

Dell gibt für die Developer Edition des XPS 13 keine Akkulaufzeit an, doch die Windows-Version soll bis zu 18 Stunden durchhalten. In der Praxis schrumpfen solche Angaben in der Regel schnell auf die Hälfte zusammen. Im Praxistest hielt unser Testgerät bei 50 Prozent Helligkeit (ohne Display-Abschaltung bei Inaktivität), aktiviertem WLAN und Tastaturbeleuchtung sowie typischen Bürotätigkeiten etwa 6 Stunden durch. Um den Akku (im Betrieb) wieder komplett aufzutanken, benötigte das Netzteil danach rund 2,5 Stunden. Mit ein paar Stromsparmaßnahmen kommt man mit XPS 13 also ohne Nachladen durch einen kürzeren Arbeitstag.

In der Grundeinstellung bietet das QHD+-Display des Testgeräts enorm viel Platz auf dem Desktop. Diesen erkaufen Sie jedoch mit extrem kleinen Schriften, Icons und Bedienelementen. Die Desktop-Umgebungen unterstützen solche HiDPI-Displays inzwischen mehr oder weniger gut: Im vorinstallierten Ubuntu 16.04 lässt sich die Darstellung unter Systemeinstellungen | Anzeigegeräte mit der Option Vergrößerungsfaktor für die Menü- und Titelleisten sehr gut anpassen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Mit der Option Vergrößerungsfaktor für die Menü- und Titelleisten lassen sich viele (aber nicht alle) Anwendungen vergrößern.

Bei einem Faktor von 2 wirken sämtliche Bildschirminhalte sauber ausgerichtet und weder zu klein noch zu groß – fast so, als säße man vor einem extrem scharfen Full-HD-Display. Im Test fielen jedoch klassische GTK2-Anwendungen negativ auf, wie Gparted, das Screenshot-Tool Shutter oder Ubuntus hauseigener Internet-Browser. Diese Programme ignorieren die HiDPI-Einstellungen des Systems (Abbildung 5). Auch Anwendungen mit "exotischeren" Toolkits wie Tcl/Tk übernehmen den Skalierungsfaktor nicht.

Abbildung 5: Einige Anwendungen, wie hier der von Ubuntu ausgelieferte Internet-Browser, ignorieren die in den Einstellung vorgegebene Skalierung.

Touchscreen

Die Varianten des XPS 13 mit QHD+-Display verfügen zudem über einen Touchscreen. Der funktionierte auf unserem Testgerät im Auslieferungszustand nicht, erst ein Update des BIOS auf Version 1.4.4 erweckte ihn zum Leben.

Der Touchscreen arbeitet ohne Kalibrierung so präzise, wie man es beispielsweise von Tablets kennt. Er unterstützt neben klassischen Point-and-Click-Aktionen auch Gesten, allerdings nur mit Gnome-Anwendungen wie dem Bildbetrachter (früher: Eye of Gnome) oder dem Texteditor (Gedit). Hier wischen Sie beispielsweise mit einem Fingerzeig quer über das Display von Bild zu Bild, Zoomen durch Spreizen der Finger ins Bild hinein oder rotieren es mit einer Drehung eines zweiten Fingers um den Daumen um 90 Grad.

In Gedit müssen Sie zum Scrollen nicht die Scroll-Leiste anpacken: Wie auf einem Tablet genügt ein "Griff" in das Fenster, um den Inhalt nach oben oder unten zu schieben. Das funktioniert auch mit dem Gnome-Browser Epiphany, jedoch nicht mit dem vorinstallierten Firefox. Tippen Sie auf einen Text und ziehen den Finger weiter, erscheint eine Textlupe; zudem markiert Gedit den ausgewählten Text. Zeigen Sie anschließend auf die Auswahl, blendet Gedit ein Kontextmenü zum Kopieren, Ausschneiden oder Einfügen der markierten Textpassage an (Abbildung 6). Auch im Dateimanager Nautilus lassen sich mehrere Dateien mit einem Fingerzeig auswählen. Ein Kontextmenü für weitere Aktionen gibt es hier jedoch nicht.

Abbildung 6: Nach einem BIOS-Update funktioniert der Touchscreen. Die Webcam sitzt links unten im Display: Tippt man während Chats, hat man immer Finger im Bild.

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