Eingabegeräte

Der Hub der Chiclet-Tastatur des Dell XPS 13 beträgt bauartbedingt nur 1,3 mm. In der Praxis überzeugt das Keyboard trotz des geringen Hubs mit einem angenehmen Anschlag. Selbst, wenn man eine Taste nur am Rand oder einer Ecke erwischt, verklemmt sich diese nicht. Die Helligkeit der Tastenbeleuchtung lässt sich über eine Sondertaste in zwei Stufen regeln oder ganz abschalten. Apropos Sondertasten: Mit [Fn]+[Esc] drehen Sie die doppelte Belegung zwischen Sondertasten (Stumm, Leiser, Lauter, Display-Helligkeit) und den Funktionstasten [F1] bis [F12] um, ohne an einer xmodmap zu basteln. Das kommt besonders Konsolenrittern und Tastenkombi-Enthusiasten entgegen.

Das mittig unter der Tastatur angebrachte "Präzisions-Touchpad" soll besonders genaues Zoomen und Klicken ermöglichen. In der Praxis lässt sich im Vergleich zu günstigeren Laptops durchaus ein Unterschied spüren: Aus langsamem Streicheln über das Touchpad resultieren sehr genaue Bewegungen des Mauszeigers. Um den Bauraum zwischen Gehäuserand und Tastatur möglichst komplett auszunutzen, verzichtete Dell beim XPS 13 auf dedizierte Maustasten (weswegen man eigentlich von einem Clickpad sprechen müsste). Deren Aufgabe übernehmen zwei Klickschalter unter den unteren Rändern des Touchpads.

Eine mittlere Maustaste für das Copy & Paste gibt es beim Dell XPS 13 nicht. Bei Clickpads versagt zudem der Trick, zur Emulation der mittleren Maustaste gleichzeitig beide Maustasten zu drücken. Mit dem Kommando synclient TabButton3=2 lässt sich jedoch zusätzlich zum einfachen Mausklick (mit einem Finger tippen) und der rechten Maustaste (mit zwei Fingern tippen) noch eine weitere Geste aktivieren: Tippen Sie nach der Eingabe des Befehls mit drei Fingern gleichzeitig auf das Touchpad, lösen Sie einen mittleren Mausklick aus. Um diese Einstellung permanent zu machen, führen Sie die Kommandos aus Listing 1 aus und übertragen den Inhalt aus Listing 2 in den Editor. Mit [Strg]+[O],[Eingabe],[Strg]+[X] beenden Sie diesen wieder.

Listing 1

$ dconf write /org/gnome/settings-daemon/plugins/mouse false
$ sudo mkdir /etc/X11/xorg.conf.d
$ sudo nano /etc/X11/xorg.conf.d/52-synaptics.conf

Listing 2

Section "InputClass"
  Identifier "Mittlere Maustaste"
  Driver "synaptics"
  MatchIsTouchpad "on"
  Option "TapButton3" "2"
EndSection

Die Webcam liefert ein Bild mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, eine kleine LED rechts neben der Kamera signalisiert deren Aktivität. Im Test mit Cheese und Skype lassen sich keine Auffälligkeiten beobachten: Bei guten Lichtverhältnissen ist das Bild scharf und frei von Störungen. Abends bei geringer Beleuchtung sinkt jedoch die Framerate merklich, zudem erscheint deutlich erkennbares Grieseln im Bild. Gewöhnungsbedürftig fällt die Position der Webcam aus: Sie befindet sich links unten knapp über dem Scharnier zwischen Gehäuse und Display. Dadurch nimmt die Kamera beim Videochats immer von sehr weit unten auf.

Schnittstellen

Aufgrund der kompakten Bauform bietet das XPS 13 Ultrabook-typisch kaum Schnittstellen. Links und rechts am Gehäuse findet sich lediglich je eine USB-3.0-Schnittstelle (Abbildung 2). Über den rechten Port lassen sich Geräte selbst dann laden, wenn das Laptop komplett ausgeschaltet wurde – diese Option müssen Sie jedoch erst im BIOS unter System configuration | USB PowerShare aktivieren. Links findet sich zudem noch der Audio-Ausgang sowie ein Taster mitsamt LEDs zur Ladestandsanzeige.

Abbildung 2: Das flache Gehäuse des Dell XPS 13 bietet nur wenig Platz für Schnittstellen: Hier die linke Seite mit USB 3.0 und dem Thunderbolt-Port.

Zu den zwei klassischen USB-Ports gesellen sich ein SD-Kartenleser (SD, SDHC und SDXC) sowie eine Thunderbolt-3-Buchse. Diese ermöglicht über einen USB-C-Steckverbinder den Anschluss externer Geräte mit bis zu 40 Gbit/s. Aufgrund des USB-C-kompatiblen Steckers lassen sich hier auch USB-Geräte verbinden. Mit dem richtigen Kabel finden zudem auch Monitore mit DisplayPort-Anschluss (und über Adapter dann auch Displays mit DVI, HDMI und selbst VGA) Anschluss an den Ubuntu-Rechner von Dell.

So zumindest die Theorie: Im Test ließ sich ein externer Monitor zusammen mit einem Adapter von USB-C auf DisplayPort nicht zum Leben erwecken – dazu später mehr. Platz für klassisches Ethernet oder HDMI- sowie DisplayPort-Anschlüsse für externe Displays oder Beamer bietet das XPS 13 jedoch nicht (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Dell XPS 13 baut an seiner dicksten Stelle kaum höher als ein klassischer USB-Port. Für einen Ethernet-Anschluss findet sich daher kein Platz mehr.

Benötigen Sie Zugang zu einem kabelgebundenen Netzwerk, müssen Sie einen entsprechenden USB-Adapter erwerben oder eines von zwei von Dell angebotenen Thunderbolt-Docks (WD15, TB15 [8]) anschaffen. Diese erlauben den Anschluss von bis zu drei Full-HD- oder zwei 4K-Displays, wozu sie über jeweils einen DisplayPort-, Mini-DisplayPort-, HDMI- und VGA-Anschluss verfügen. Des Weiteren bieten sie bis zu drei zusätzliche USB-3.0-Schnittstellen sowie Gigabit-Ethernet. Die komplette Kommunikation sowie die Stromversorgung des Dell-Laptops geschieht dabei vollständig über die Thunderbolt-Schnittstelle. Das Dock lässt sich auch mit Geräten anderer Hersteller nutzen, die über einen solchen Anschluss verfügen.

Für den Test stand uns keines der Docks zur Verfügung. Im Dell-Forum [9] berichten Käufer von Dell-Geräten mit Thunderbolt-Port jedoch von durchwachsenen Ergebnissen. Mit dem aktuellen Kernel von Ubuntu 16.04 scheint (bezogen auf das TB15) nur die Ladefunktion, der An-Aus-Taster auf dem Dock sowie ein USB-Port zu funktionieren – allerdings auch erst nach einem Update des BIOS und der Thunderbolt-Firmware (siehe Kasten "Firmware-Updates"). Alle Display-Anschlüsse und die weiteren USB-Buchsen bleiben ohne Funktion. Intel entwickelt zwar aktiv an einem Kernel-Modul für Thunderbird [10], doch das steckt für Intels "Alpine Ridge" (der frühere Codename für Thunderbolt 3) offensichtlich noch in den Kinderschuhen. Auf Anfrage bekräftigte Dell, die Thunderbolt-Docks offiziell auch unter Linux unterstützen zu wollen.

Firmware-Updates

Das XPS 13 besitzt eine integrierte Update-Routine für das BIOS, sodass Sie anders als bei vielen anderen Geräten für ein BIOS-Update kein Microsoft-OS benötigen. Für ein Update kopieren Sie die bei Dell erhältliche EXE-Datei lediglich mit Root-Rechten nach /boot/efi/ und starten das System neu. Anschließend warten Sie, bis während des Boot-Vorgangs das Dell-Logo erscheint, und drücken dann die Taste [F12]. Der Eintrag BIOS Flash Update im Menü führt Sie weiter zu einem Dialog, über den Sie die Datei auswählen und installieren. Auf unserem Testgerät ließ sich die Version 1.4.4 des BIOS ohne Probleme einspielen.

Neben dem BIOS benötigt auch der Thunderbolt-Port gelegentlich ein Update: Mit der Version 2.12.07 A03 steht bei den meisten XPS-Modellen ein am 24. März veröffentlichtes Update an [13]. Dell empfiehlt dessen Einspielen beispielsweise in Kombination mit dem Thunderbolt-Dock. Im Gegensatz zum BIOS-Update benötigt die Update-Routine für den Thunderbolt-Port jedoch ein lauffähiges Windows-System. Bis zum Redaktionsschluss konnte Dell keine offizielle Anleitung liefern, wie Käufer der Developer Edition das Update installieren sollen.

Ein vermutlich gangbarer Weg wäre, eine Testversion von Windows 10 als ISO-Image herunterzuladen [14], auf einen USB-Stick mit mindestens 8 GByte Kapazität oder eine USB-Festplatte als bootfähiges Medium zu kopieren (wie ein ISO-Image einer Linux-Distribution) und den Rechner dann von diesem Datenträger zu starten. Im Windows-System müssten Sie dann sämtliche Treiber installieren und am Ende das Firmware-Update des Thunderbolt-Ports ausführen.

Mit dem Linux Vendor Firmware Service [15] gibt es eine Initiative, die solche Firmware-Updates direkt aus Linux heraus ermöglichen möchte. Zu den Mitgliedern zählt seit November letzten Jahres auch Dell [16]. Bislang lässt sich jedoch die Firmware nur weniger Geräte wie etwa die des ColorHug [17] (eines kleinen Moduls zur Monitorkalibrierung) auf diesem Weg aktualisieren.

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