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© Computec Media GmbH

Der Dell XPS 13 Developer Edition mit Ubuntu im Test

Blitz und Donner

Klein, leicht und trotzdem viel Kraft unter der Haube: Der Dell XPS 13 vereint kompakte Ausmaße mit schnellen CPUs und läuft in der Developer Edition von Haus aus mit Ubuntu. Im Test zeigt sich jedoch, dass der Namenszusatz durchaus ernst gemeint ist.

Erfahrene Linux-Nutzer suchen sich in der Regel ihren Wunschrechner nach Ausstattung, Verarbeitungsqualität, Aussehen und selbstverständlich dem Preisrahmen aus. Am Ende landet das System im Einkaufswagen, das am besten alle Anforderungen bei einem angemessenen Preis erfüllt – egal, was für ein Betriebssystem der Hersteller dem Computer beilegt. Doch nicht jeder Computeranwender mit Linux-Ambitionen möchte zwangsläufig das Wunschbetriebssystem selbst installieren müssen: Wer einfach den Rechner aufklappen und loslegen will, der benötigt eine Maschine mit vorinstalliertem Linux.

Dell bietet nicht nur eine Palette von günstigeren Rechnern mit Ubuntu [1] an, sondern richtet sich mit seinen 13-Zoll-Modellen aus der XPS-Reihe an Anwender, die einen kompakten Laptop mit langer Akkulaufzeit und leistungsfähiger CPU (bis Intel Core i7) benötigen. In der Developer Edition [2] offeriert Dell das Gerät bereits in der 5. Generation mit einem vorinstallierten Ubuntu-System.

Auch das 2016er-Modell des XPS 13 (Modellnummer 9350) steckt wieder in einem mit viel Aufwand gestalteten Gehäuse aus Aluminium und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff ("Carbon"). Dadurch bringt der Rechner nur knapp 1,3 Kilogramm auf die Waage. Da Dell zudem Displays verbaut, die kaum einen Rand besitzen (Dell nennt das "InfinityEdge-Display"), baut der Laptop kaum größer als früher einmal ein 11-Zoll-Netbook.

Testgerät

Das von uns getestete XPS 13 Developer Edition (mit UK-Tastatur) stammt direkt von Dell, kam jedoch mit Ubuntu 16.04 statt des eigentlich vorinstallierten Ubuntu 14.04 in der Redaktion an. Wir nahmen diesen Umstand zum Anlass, für den Test selbst ein frisches Ubuntu 16.04 LTS auf dem System zu installieren. Kurztests mit dem später von Dell nachgelieferten Original-Image [12] zeigten, dass sich die unter Ubuntu 16.04 ermittelten Ergebnisse auf das von Dell vorinstallierte Ubuntu 14.04 übertragen lassen.

Zeitgleich erhielt unsere Schwesterzeitschrift Linux-Magazin ein weiteres Gerät. Das lief von Haus aus mit Ubuntu 14.04 und das BIOS war aktuell genug, dass der Touchscreen ohne weiteren Aufwand direkt funktionierte. Der vorliegende Test konzentrierte sich daher darauf, wie gut (oder schlecht) das XPS 13 mit einer aktuellen Linux-Distribution funktioniert, und wirft einen Blick darauf, was Besitzer des Geräts in Zukunft erwartet.

Developer Edition

Die Technik hat jedoch ihren Preis: Das Einstiegsmodell mit einer bis zu 2,8 GHz schnellen Quad-Core-CPU vom Typ Intel Core i5-6200U und mattem Full-HD-Display kostet etwas über 1100 Euro. Für das Top-Modell mit QHD+-Auflösung (3200 x 1800 Pixel), Touchscreen und einem Core i7-6560U mit bis zu 3,2 GHz sowie 16 GByte Arbeitsspeicher verlangt Dell dann schon 1619 Euro – dieses Modell stand uns für den Test zur Verfügung (siehe Tabelle "Dell XPS 13 Developer Edition (2016)").

Dell XPS 13 Developer Edition (2016)

  1119 Euro 1369 Euro 1619 Euro
Display 1920 x 1080, InfinityEdge, matt 3200 x 1800 QHD+ InfinityEdge, Touchscreen, glänzend 3200 x 1800 QHD+ InfinityEdge, Touchscreen, glänzend
CPU Intel Core i5-6200U (bis zu 2,8 GHz) Intel Core i7-6560U (bis zu 3,2 GHz) Intel Core i7-6560U (bis zu 3,2 GHz)
Betriebssystem Ubuntu 14.04 LTS(1) identisch(1) identisch(1)
RAM 8 GByte, 1866 MHz, LPDDR3(2) 8 GByte, 1866 MHz, LPDDR3(2) 16 GByte, 1866 MHz, LPDDR3(2)
SDD 256 GByte, PCIe 256 GByte, PCIe 512 GByte, PCIe
GPU Intel HD Graphics 520 Intel Iris Graphics 540 (64 MByte interner Speicher) Intel Iris Graphics 540 (64 MByte interner Speicher)
Konnektivität Intel 8260 802.11ac 2.4/5 GHz, Bluetooth 4.1 identisch identisch
Webcam 1280 x 720 Pixel identisch identisch
Akku 4 Zellen, 56 Wh identisch identisch
Anschlüsse 2 x USB 3.0 (1 x Power Share), 1 x Thunderbolt, Kartenleser identisch identisch
Optional DisplayPort, VGA. HDMI, Ethernet USB-A über Dell-Adapter identisch identisch
Abmaße (H, B, T) 9 - 15 mm, 304 mm, 200 mm identisch identisch
Gewicht 1,2 kg 1,29 kg 1,29 kg
(1) Test unter Ubuntu 16.04, siehe Kasten "Testgerät".
(2) Der Arbeitsspeicher ist aufgelötet und lässt sich nicht aufrüsten.

Mit der Aussage, nur hochwertige Materialien für das Gehäuse zu verwenden, übertreibt Dell nicht (Abbildung 1). Das Unibody-Chassis wurde aus einem Block Aluminium herausgefräst, der Deckel ebenfalls aus Aluminium gefertigt, und die Handauflage besteht aus einem Kohlenfaserverbundstoff mit angenehmer Soft-Touch-Oberfläche. Solche Oberflächen altern jedoch recht schnell – eventuell wäre es an dieser Stelle besser gewesen, die Kohlefaser nur zu lackieren. Das Display steckt hinter einer Schicht "Gorilla"-Glas des US-Herstellers Corning, wie es auch zahlreiche Smartphones und Tablets vor Display-Schäden schützt.

Abbildung 1: Außen Alu und Carbon, innen ein Core i7 mit bis zu 16 GByte RAM: Der Dell XPS 13 besticht nicht nur mit äußeren Werten.

Der Bildschirm des Testgeräts bietet bei einer Diagonalen von 13,3 Zoll (33,8 cm) eine Auflösung von 3200 x 1800 Bildpunkten oder Quad High Definition Plus (QHD+). Aufgrund der hohen Pixeldichte (276 ppi) erscheinen Texte, Icons oder Buttons ohne weitere Anpassungen allerdings sehr klein auf dem Schirm. Lassen sich Bildschirminhalte ordentlich skalieren, stellt das kein Problem dar – Smartphones wie das Samsung Galaxy S7 verfügen über Displays mit 577 ppi. Bei Linux-Desktops treten jedoch zum Teil unangenehme Effekte auf, da zahlreiche Programme die entsprechenden Einstellungen noch ignorieren [3].

TIPP

Das über [F2] während des Bootens erreichbare BIOS bietet unter Maintenance | Data Wipe die Option Wipe on Next Boot an. Sie löscht beim nächsten Startvorgang unwiderruflich sämtliche internen Speicher – egal, wie gut Sie Ihr Linux-System sonst sichern. Es empfiehlt sich daher, unter Security ein Admin Password einzutragen.

Käufer des Einstiegsmodells müssen sich um diesen Punkt keine Gedanken machen. Das Display des günstigsten XPS-Geräts besitzt "nur" einen Bildschirm mit Full-HD-Auflösung (166 PPI), was einer gängigen Größe entspricht. Die günstigere Option weist einen weiteren Vorteil auf: Während das QHD+-Display einem Spiegel gleicht, besitzt das günstigere Full-HD-Display eine matte Oberfläche. Immerhin lässt sich das Display des QHD+-Testgeräts hell genug einstellen, um Reflexionen auszugleichen.

Rechenleistung

Im Inneren des XPS 13 arbeiten Intel-CPUs aus der "Sandy-Bridge"-Generation. Im Testgerät tickt konkret ein Intel Core i7-6560U mit vier Kernen, die bis auf 3,2 GHz hochtakten. Um die Abwärme aus dem Gehäuse zu leiten, surrt unter der rechten Seite des Gehäuses ein Lüfter. Im Alltag – also beim Surfen im Netz, beim Schreiben von Texten oder anderen leichten Tätigkeiten – regt sich dieser jedoch nicht. Beim Kompilieren unter Volllast auf allen vier Kernen macht sich der Lüfter nach etwas mehr als einer Minute bemerkbar. Selbst auf maximaler Stufe hält sich das Geräusch des kleinen Miefquirls jedoch in Grenzen.

Die "Sandy-Bridge"-Mikroarchitektur sorgte auf Systemen mit Kernel 4.4 oder älter in der Vergangenheit für Probleme, wie etwa ein Flickern des Bildschirms [4]. Noch ältere Kernel erkennen beispielsweise das WLAN-Modul des Geräts nicht. Der aktuelle Kernel 4.6.0 aus Ubuntu 16.04 kennt solche Probleme nicht, er unterstützt ohne weitere Nacharbeiten (fast) das komplette System. Die Rechenleistung des XPS 13 entspricht den Erwartungen: Ein aktueller Kernel lässt sich mit 8 Threads (4 Kerne, Hyperthreading) in etwa 30 Minuten kompilieren.

3D-Benchmarks wie Unigine Heaven [5] liefern jedoch nur bis zu einer Auflösung von 1024 x 576 Pixeln flüssige Animationen mit mehr als 25 fps bei hoher Darstellungsqualität (Einstellung Quality auf High). Schon bei 720p sackt die Framerate auf etwa 21 fps ab, wodurch sich deutliche Ruckler im Bild ergeben. In der maximal möglichen Einstellung (Auflösung: 2560 x 1440, Quality Ultra) zeichnet Unigine dann nur noch etwa 6 Bilder pro Sekunde auf den Bildschirm. Intel-GPUs eignen sich also weiterhin kaum für Spielernaturen, dennoch hängt die aktuelle Iris-GPU aus dem Core i7 [6] unter anderem dank 64 MByte dediziertem Grafikspeicher die herkömmliche HD-Graphics-Einheit von Intel deutlich ab [7].

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