Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Plattenputzer Bleachbit 1.11.4, Prozess-Scheduler Fcron 3.2.1, Webserver-Leichtgewicht Lighttpd 1.4.40, Dual-Panel-Dateimanager Worker 3.8.3.

Putzteufel

Mithilfe von Bleachbit 1.12 säubern Sie den Rechner von überflüssigen Altlasten.

Oft geben zurückgebliebene Metadaten darüber Aufschluss, wie Programme genutzt wurden. Möchten Sie zuverlässig entfernen, reinigen Sie das System regelmäßig mit Bleachbit: Das Tool bietet eine zentrale Möglichkeit, die Metadaten von über 90 Anwendungen in einem Schritt zu säubern. Dabei beseitigt es auf Wunsch nicht nur die Rückstände von Anwendungen wie Firefox, Seamonkey und Teamviewer, sondern auch den Arbeitsverlauf von Shells wie Bash und Zsh. Darüber hinaus kümmert Bleachbit sich um die Metadaten grafischer Oberflächen wie Gnome, KDE und XFCE. Eine Liste aller von Bleachbit unterstützten Tools finden Sie auf dessen Webseite.

Zu den Aufgaben von Bleachbit gehört unter anderem das Leeren der Caches sowie das Löschen der Verlaufsdateien und Logfiles. Dabei berücksichtigt das Tool auch Daten, die noch im Shared Memory liegen, was manche Benutzeroberflächen mit Abstürzen quittieren. Testen Sie daher die optimalen Bleachbit-Einstellungen vorab aus. Grundsätzlich dürfen Sie für jedes Programm individuell festlegen, welche Metadaten Bleachbit entfernen soll. Eine Beschreibung der jeweiligen Parameter am rechten Fensterrand hilft bei der Entscheidung. Haben Sie alle Einstellungen vorgenommen, testen Sie mit einem Klick auf Vorschau, welche Auswirkungen die Konfiguration hat. Bleachbit zeigt dann detailliert an, welche Dateien es löscht und wieviel Speicherplatz dadurch frei wird. Klicken Sie auf Bereinigen, nimmt das Tool die Änderungen unmittelbar vor.

Zur automatisierten Pflege des Systems steuern Sie Bleachbit statt über die grafische Oberfläche via Kommandozeilenparameter. Die Konfigurationsdatei liegt im Verzeichnis ~/.config/bleachbit.

Bleachbit 1.12

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://www.bleachbit.org

Schaltuhr

Als adäquater Ersatz für das klassische Gespann aus Cron und Anacron präsentiert sich Fcron 3.2.1.

Anders als der Klassiker Cron berücksichtigt der Scheduler Fcron die Tatsache, dass die meisten Rechner nicht rund um die Uhr laufen. Der Aufbau der Steuerdatei fcrontab ähnelt jenem der klassischen crontab, sodass sich der Einarbeitungsaufwand in Grenzen hält. Auch das Konfigurationsprogramm fcrontab verhält sich ganz wie sein Vorbild crontab. Die aktuelle Fcron-Version übersetzen Sie problemlos aus den Quellen, als Abhängigkeiten benötigt das Tools lediglich einen Protokolldienst wie Syslog und einen Mailserver, etwa Postfix.

Standardmäßig arbeitet Fcron nach dem Start als Dienst transparent im Hintergrund. Zur Fehleranalyse oder zu Testzwecken dagegen halten Sie das Tool mit dem Parameter -f im Vordergrund. Der Parameter -d sorgt bei der Fehlersuche für eine ausführliche Ausgabe im in STDERR. Um den Ressourcenverbrauch beim Rechnerstart zu minimieren, wartet Fcron nach dem Booten 20 Sekunden, bevor es die ersten Jobs ausführt – die Dauer lässt sich über den Parameter --firstsleep anpassen. Andere Parameter legen die Länge der Job-Warteschlange fest oder geben eine alternative Protokolldatei an.

Im Quellarchiv findet sich außerdem das Tool Fcrondyn, eine interaktive Konsole, mit der Sie Fcron zur Laufzeit beeinflussen. So passen Sie etwa den Nice-Wert von Jobs an, beenden Prozesse oder starten der nächsten Lauf eines Jobs früher. Eine Liste aller Fcron-Einträge eines Benutzers sowie detaillierte Informationen zu jedem Job liefert der Aufruf fcrondyn.

Neue Jobs tragen Sie wie von Cron gewohnt mit dem Befehl fcrontab -e ein. Die Syntax der fcrontab-Datei entspricht dem Crontab-Muster. Beim Festlegen der Intervalle eines Jobs erlaubt Fcron nicht nur die Angabe von Datum und Zeitintervallen, sondern auch das Starten von Jobs abhängig von der Systemlaufzeit. Damit der Start eines Jobs auf schwachen Rechnern das System nicht in die Knie zwingt, können Sie für jeden Job einen Nice-Wert festlegen oder den Jobstart von der Systemlast abhängig machen.

Fcron 3.2.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://fcron.free.fr

Leichtgewicht

Der gertenschlanke Webserver Lighttpd 1.4.40 bietet eine gute Alternative zum Platzhirsch Apache.

Suchen Sie einen leistungsfähigen, ressourcenschonenden Webserver mit vollem Funktionsumfang, dann ist Lighttpd vielleicht das Richtige für Sie. Für Sicherheit sorgen dabei der Einsatz von Chroot und strenge Zugriffsrechten auf das Dokumentenverzeichnis. Für den Start benötigen Sie administrative Rechte, anschließend wechselt Lighttpd das Benutzerkonto. Das sorgt dafür, dass der Webserver stets mit eingeschränktem Systemzugriff läuft. Für die sichere Kommunikation zwischen Server und Browser steht bei Bedarf ein SSL-Modul bereit. Darüber hinaus bietet Lighttpd unter anderem HTTP-Weiterleitung, virtuelle Hosts, URL-Umschreibung und Ausgabekompression. Den Betrieb dynamischer Web-Seiten mit Perl oder PHP unterstützen CGI und FastCGI.

Die einzelnen Funktionsmodule konfigurieren Sie über das Verzeichnis /etc/lighttpd/conf-enabled. Zum Aktivieren eines Moduls kopieren Sie die entsprechende Konfigurationsdatei aus dem Verzeichnis conf-available bach conf-enabled oder setzen einen symbolischen Link. Nach dem Neustart des Servers steht das Modul dann zur Verfügung. Die Kernkonfiguration des Servers enthält die Datei /etc/lighttpd/lighttpd.conf. Hier stellen Sie beispielsweise die Protokollierung ein oder legen das Dokumentenverzeichnis fest.

Richten Sie Lighttpd aus einem Distro-Repository ein, erhalten Sie eine lauffähige Standardkonfiguration, die bereits den meisten Ansprüchen genügt. Treten dabei Probleme mit WebDAV auf oder möchten Sie Lua 5.3 einsetzen, installieren Sie die aktuellste Version aus den Quellen.

Lighttpd 1.4.40

Lizenz: BSD

Quelle: https://www.lighttpd.net

Doppeldecker

Der leistungsfähige Dateimanager Worker 3.8.3 glänzt ungeachtet der Antik-Optik mit einer Fülle von Funktionen.

Spielen Sie mit dem Gedanken, den Dateimanager Ihres Desktops durch einen Zwei-Panel-Verwalter im Stil eines Norton Commanders abzulösen, sollten Sie einen Blick auf Worker werfen. Das Tool lässt sich aus den Quellen schnell kompilieren und benötigt nur die üblichen X11-Libraries, lediglich erweiterte Funktionen wie virtuelle Dateisysteme oder Bildvorschau setzen Zusatz-Bibliotheken wie AVFS oder Imagemagick voraus.

Aufgaben wie das Anlegen, Löschen, Kopieren, Umbenennen, Verschieben und Verlinken von Dateien und Ordnern sowie das Anpassen der Zugriffsrechte beherrscht Worker aus dem Effeff; außerdem beherrscht das Tool FTP. Mit AVFS-Unterstützung können Sie obendrein in Archiven navigieren oder Dateien herauskopieren. Ein Textbetrachter gehört ebenso zum Funktionsumfang wie eine leistungsfähige Dateisuche. Einige Funktionen liegen bereits auf gängigen Tastenkürzeln wie [F5] für Kopieren oder [F6] für Verschieben, andere erreichen Sie über Schaltflächen am unteren Fensterrand.

Die Zwei-Panel-Ansicht bietet mehrere Ansichtsvarianten. So können Sie etwa klassisch zwei Verzeichnisse gegenüberstellen oder in einem Panel die Text- oder Bildansicht aktivieren. Auch eine Informationsansicht kennt Worker. In jedem Panel lassen sich zudem mehrere Reiter öffnen. Über das Konfigurationsmenü passen Sie das Erscheinungsbild des Dateimanagers an, legen neue Tastenkürzel fest oder ändern die Belegung der Schaltflächen. Auf der Webseite von Worker finden Sie eine umfangreiche Dokumentation sowie mehrere Addons. (jlu)

Worker 3.8.3

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.boomerangsworld.de/cms/worker/

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