Cities – Bürgermeisterschaft

Etwas komplexer als Ark, aber weniger abenteuerlich gibt sich Cities:Skylines, eine komplexe Städtebau-Simulation mit sehr hohem Hardwarebedarf. Ähnlich wie in Sim City, dem Klassiker des Genres, gilt es eine Stadt in einer auswählbaren Landschaft zu gründen und auszubauen, beginnend mit einer Autobahnabfahrt. Mit den von den Bewohnern erhobenen Steuern bauen Sie Kraftwerke, Straßen, Polizeistationen und andere Infrastruktur – die dann wieder mehr Bewohner in die Stadt locken, mehr Einnahmen generieren und so die Stadt immer weiter wachsen lassen. Zur Ausstattung gehören neben dem eigentlich Spiel auch Editoren für Karten und Spielelemente.

Das Studio Colossal Order bietet das Spiel über den Herausgeber Paradox Interactive an, der auch ein zusätzliches Community-Portal betreibt (Abbildung 6). Die große Vielfalt der Möglichkeiten ist so gut strukturiert, dass auch Erstklässler schon Spaß beim Städtebau entwickeln. Kinder sollten jedoch schon halbwegs flüssig lesen können, denn die ganze Raffinesse der Simulation erschließt sich nur durch Lesen der ausführlichen Erklärungen in den Werkzeugpanels. Beim Spielen sollten Sie auch die Chat-Nachrichten beachten, die die Stadtbewohner an Sie als Bürgermeister richten. Diese Botschaften stellen Erfolge heraus, machen aber auch Probleme sichtbar, die man sonst in der komplexen Gesamtansicht leicht übersehen könnte (Abbildung 7).

Abbildung 6: Vom Startbildschirm aus richten Sie einen Account beim Paradox Interactive Portal ein. Rechts daneben die lange Liste auf Steam erhältlicher Erweiterungen für das Spiel.
Abbildung 7: Zu der umfassenden Verwaltungssimulation Cities:Skylines gehört auch ein kommunales Finanzministerium.

Auf dem Test-Laptop lief Cities:Skylines alles andere als zufriedenstellend. Schon die Startzeit bewegte sich in den Bereich einer Viertelstunde. Auf dem PC hingegen gab es sich im Test völlig problemlos, ähnlich wie Ark. Einen besonders beeindruckenden Anblick gewährt die Kameraansicht, in der Sie die Stadt in fotorealistischer Grafik besichtigen können.

Planen Sie klug, regieren Sie schon nach 10 bis 15 Stunden Spielzeit eine echte Stadt mit einigen Zehntausend Einwohnern, immer mehr faszinierende Bauwerke und Infrastrukturelemente kommen hinzu. Aber auch mit interessanten Schwierigkeiten wie Umweltproblemen, Überschuldung und dergleichen fordert und fördert Cities die Intelligenz von Spielerinnen und Spielern.

Daneben lässt sich Cities mit etlichen Mods aus dem Steam-Workshop erweitern. Neben vielen netten Details wie Schnee und Regen gibt es hier auch fiese Katastrophen bis hin zum Vulkanausbruch, mit denen man seine armen NPCs konfrontieren kann.

0 A.D. – Klassische Antike modern

Im Vergleich zu den beiden Steam-Titeln fehlt dem von Wildfire entwickelten Open-Source-Spiel 0 A.D. auf den ersten Blick die Komplexität. Daraus zu schließen, dass 0 A.D. eben "nur ein Bastlerfreizeitprojekt" sei, wäre jedoch falsch. 0 A.D. bietet die wichtigsten Eigenschaften, die man von professionell entwickelten Spielen erwartet: ein durchdachtes Konzept und dessen sorgfältige Umsetzung.

Nichts an 0 A.D. wirkt experimentell; was bereits umgesetzt wurde, funktioniert vollständig und wirkt bis ins kleinste Detail professionell. So diskutieren die Entwickler auf der Mailingliste etwa darüber, wie denn nun die Sandalen von römischen Legionären vor 2000 Jahren genau aussahen und ob die Geschosse iberischer Schleuderer wirklich die Reichweite hatten, die sie im Spiel zur tödlichen Gefahr für anstürmende persische Reiter machen. Das trägt erheblich zur authentischen Atmosphäre des Spiels bei.

Grundsätzlich geht es um Ökonomie und Konflikte: Völkerschaften wie Perser, Gallier, Griechen und Inder bauen unter der Führung legendärer historischer Gestalten Häuser, Felder und Festungen in urwüchsigen Landschaften auf. Dabei gilt es, sich mit Konkurrenten herumzuschlagen, die sowohl von anderen Spielern online oder auch von der bemerkenswert starken AI gelenkt werden (Abbildung 8).

Technische Probleme traten im Test nicht auf. Tatsächlich erwies sich 0 A.D. als das einzige Spiel der Auswahl, das auch auf dem Laptop mit der 600er-Nvidia-Karte vollständig und mit schön gerenderter Grafik funktionierte. Lediglich große Karten mit mehr als 3 Spielparteien verlangsamten das Spiel spürbar, sobald die Zahl der NPCs deutlich über 500 stieg.

Abbildung 8: 0 A.D. ist nichts für Zimperliesen: Gehen die NPCs aufeinander los, liegen bald blutige Leichen auf dem Spielfeld.

0 A.D. wirkt insgesamt weniger spektakulär und komplex als die beiden Steam-Kandidaten, aber handwerklich gibt es an dem Spiel nichts auszusetzen. Der in aktuellen Versionen ausgereifte Eroberungsmodus macht die Auseinandersetzungen zwischen den Parteien noch interessanter und lässt den Streit ziemlich spannend hin und her wogen. Als freies Projekt lädt 0 A.D. besonders gern zum Mitmachen ein. So gibt es auf der Webseite [6] Anleitungen für den Bau von Mods und Karten sowie für das Gestalten von Charakteren mithilfe von Blender (Abbildung 9).

Abbildung 9: Zu 0 A.D. gehört auch der Karteneditor Atlas, mit dem sich intuitiv eigene Spielfelder für 0 A.D. erschaffen und vorhandene Maps bearbeiten lassen.

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