Der Linux-Client

Der Linux-Client benötigt also zwingend eine Java-Laufzeitumgebung. Dabei fiel uns im Test eine weitere Ungereimtheit auf: Die von den meisten Distributionen automatisch installierte OpenJDK-Laufzeitumgebung weist in diversen Versionen aufgrund fehlender Klassen massive Kompatibilitätsprobleme mit dem Storgrid-Client auf. Im Test verweigerte der Client unter Linux Mint 17.3, CentOS 7.2, Fedora 23, Mageia 5, ROSA Fresh R7 und auch OpenSuse Leap 42.1 den Dienst.

Nach einer Deinstallation von OpenJDK und deren Ersatz durch die Oracle-JRE [4] ließ sich der Storgrid-Client jedoch zumindest aufrufen und geleitete uns zum Anmeldedialog. Allerdings gelang es im Test nicht, eine Verbindung zum Server herzustellen, da sich keine vollständige Eingabe der Authentifizierungsdaten bewerkstelligen ließ (Abbildung 5).

Abbildung 5: Endstation: Wegen fehlerhafter Software schlägt eine Authentifizierung mit dem grafischen Java-Client unter Linux am Server fehl.

Dieses Verhalten trat sowohl bei einem im lokalen Intranet installierten On-Premise-Server auf, als auch bei einem extern gehosteten System. Das lässt vermuten, dass der Java-Client weder jemals unter OpenJDK noch unter den derzeit aktuellen Java-Runtimes von Oracle auf Linux-Desktops getestet wurde.

Diese Vermutung belegen auch die widersprüchlichen Angaben in der ansonsten vorbildlich gehaltenen Dokumentation: Hier taucht zwar gelegentlich Linux als Client auf, allerdings ohne detailliertere Angaben dazu. Storgrid lässt sich daher in Umgebungen mit Linux-Clients nur eingeschränkt nutzen, da die automatische Synchronisation nicht funktioniert.

Fazit

Storgrid könnte konzeptionell und sicherheitstechnisch eine der besten Cloud-Lösungen am Markt sein, wäre da nicht die jeder Beschreibung spottende, miserable Linux-Unterstützung. Im negativen Sinne führt das Projekt dem Interessenten eindrucksvoll vor Augen, dass Java offensichtlich immer noch nicht gleich Java ist und zwischen den OpenJDK- und Oracle-Implementationen nach wie vor gravierende Inkompatibilitäten bestehen. Wer aktuelle Distributionsversionen einsetzen möchte, sieht sich obendrein mit Problemen konfrontiert, die selbst gestandene Administratoren nicht ohne Weiteres lösen. Bei Storgrid besteht also trotz guter Ansätze hinsichtlich der Usability und ausgeklügelter Sicherheitskonzepte noch ein deutlicher Verbesserungsbedarf. 

Glossar

BYOD

"Bring your own device". Saloppe neuhochdeutsche Umschreibung der Möglichkeit für Anwender, ihre privaten Endgeräte auch im Unternehmen zu nutzen.

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