Verwirrspiel

Das Verwaltungskonzept des Servers wirkt nicht völlig durchdacht: Storgrid definiert hier drei Ebenen von Administratoren, deren Rechte sich teilweise überschneiden. So darf der zu Beginn der Konfiguration aktive Systemadministrator keine Benutzer und Gruppen verwalten oder individuelle Speicherzuweisungen vornehmen. Diese Arbeiten bleiben einem Domänenadministrator vorbehalten, den der Systemadministrator aber zuerst anlegen muss.

User-Administratoren befinden sich nochmals eine Ebene darunter und dürfen zwar die Benutzer und externen Anwender in der Domäne verwalten, jedoch keine Filter- und Reportaufgaben. Ein derart aufgeblähtes Verwaltungskonzept reißt bei falscher Handhabung Sicherheitslöcher auf und erhöht die Komplexität der Server-Administration unnötig.

An der Bereitstellung von Speicherkapazitäten in der Cloud beteiligen sich sowohl der Systemadministrator als auch der Domänenadministrator. Zunächst fügen Sie als Systemadministrator im Dashboard neuen Speicherplatz hinzu. Dabei wählen Sie im entsprechenden Dialog, ob der Speicherplatz lokale Kapazitäten abdeckt, etwa neue Ordner auf einem NAS, oder in heterogenen Umgebungen über das Common Internet File System-Protokoll (CIFS) freigegeben wird. Sie legen dabei auch bereits die Zugangsdaten zur Windows-Domäne fest.

Anschließend müssen Sie sich als Systemadministrator ab- und als Domänenadmin wieder anmelden. Im Fenster Domänen-Management des jeweiligen Nutzers klicken Sie links im Fenster auf den Eintrag Storages, woraufhin die angelegten Speicherorte erscheinen. Ein Rechtsklick auf den gewünschten Ort und das anschließende Aktivieren von Teilen macht diesen Speicher für den jeweiligen Nutzer oder die Gruppe verfügbar.

Das Web-Interface

Das für die Nutzer vorgesehene Web-Interface (Abbildung 3) von Storgrid unterscheidet sich fundamental von den Gegenstücken bei anderen Cloud-Lösungen. Nach der Anmeldung gelangen Sie in einen simpel aufgebauten Bildschirm, dessen zentrale Elemente eine horizontale Schalterleiste oben und eine Ordner- und Dateianzeige darunter bilden.

Abbildung 3: Übersichtlich und trotzdem funktionell: das Web-Interface von Storgrid.

In einem freien Bereich ganz unten visualisiert die Software in einer Listenansicht alle Dateioperationen in Echtzeit, wie etwa den Fortschritt etwa von Up- und Downloads. Die Schalter ermöglichen den schnellen Zugriff auf unterschiedlichste Dateioperationen. Positiv fällt die Kontextsensitivität der Funktionen auf: In der jeweiligen Situation nicht nutzbare Buttons bleiben ausgegraut.

Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten fällt das aufgeräumte Bedienkonzept auf: Storgrid verzichtet auf alle ablenkenden Zusatzfunktionen wie Chat- oder Kommentarfenster. Auf das bei anderen Cloud-Lösungen gängige Überfrachten der Oberfläche mit Apps verzichtet Storgrid und konzentriert sich stattdessen auf das Wesentliche: die Arbeit mit Datenbeständen unterschiedlichster Art in der Cloud.

Einige Funktionen der Schalterleiste stoßen Sie per einfachem Rechtsklick ins Anzeigefenster an, wie etwa das Anlegen von Ordnern und das Hochladen von Dateien. In einen neu angelegten Ordner wechseln Sie durch einen Doppelklick auf dessen Symbol. Uploads von Dateien starten Sie anschließend einfach per Drag & Drop aus einem lokalen Dateimanager; alternativ öffnen Sie durch einen Klick auf Browsen... einen Dateimanager rechts in der Listenansicht und wählen die gewünschten Files im Dateimanager Ihres lokalen Systems aus.

Für einen besseren Überblick teilen Sie mithilfe des Schalters Ordner den oberen Bildschirmbereich so auf, dass links neben dem Datei- und Ordnersegment eine Baumansicht erscheint, die ein schnelles Navigieren auch in tief verschachtelten Ordnerhierarchien ermöglicht. Achten Sie nach Dateioperationen darauf, Aktualisieren zu klicken, da Storgrid die Bildschirmanzeige nicht automatisch auf den aktuellen Stand bringt.

Im Unterschied zu anderen Cloud-Lösungen bringt Storgrid keine eigenen Viewer oder gar Mediaplayer mit. Um Multimedia-Dateien aus der Cloud anzuzeigen oder abzuspielen, klicken Sie doppelt auf deren Namen. Daraufhin öffnet sich der Standarddialog der verwendeten Distribution, um die betreffende Datei entweder mit dem jeweiligen Mediaplayer abzuspielen oder die Datei herunterzuladen. Auch für Dokumente existieren keine integrierten Anzeige- oder Bearbeitungsprogramme; lediglich ein Doppelklick auf PDF-Dateien öffnet den browserinternen Viewer. Alle anderen Dateitypen starten den Betriebssystemdialog zum Sichern oder Anzeigen.

Dieser Verzicht auf unnötigen Ballast beschleunigt nicht nur die Arbeit, sondern vermeidet auch Fehlerquellen, wie sie vor allem in den Viewern häufig auftreten. Da zudem alle gängigen Distributionen bereits entsprechende Player- und Viewer-Software mitbringen, entfallen im Regelfall umständlichen manuellen Installationsarbeiten.

Im Test fiel vor allem die erfreuliche Arbeitsgeschwindigkeit von Storgrid positiv auf: Up- und Downloads gingen selbst bei großen Dateien zügig vonstatten, das Web-Interface zeigte bei entsprechenden Rückmeldungen kaum Latenzzeiten.

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