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© Dmytro Nikitin, 123RF

Die neue Cloud-Lösung Storgrid

Unreif

Sowohl Unternehmen als auch Heimanwender greifen nach wie vor gerne zu Cloud-Lösungen. Mit Storgrid geht eine neue Software an den Start, die besonders Unternehmenskunden anspricht und Sicherheit verheißt.

Cloud-Anbindungen gehören inzwischen in den meisten Unternehmen und auch bei vielen Heimanwendern zum festen Repertoire. Doch die Ansprüche an das kollaborative Arbeiten in der Cloud variieren, weshalb die Anbieter dazu tendieren, immer neue Funktionen in ihre Produkte einzubauen. Daraus resultieren häufig überladene Oberflächen, die Einsteigern einen erhöhten Aufwand beim Einarbeiten abfordern. Administratoren ärgern sich über häufige Updates mit oft unausgegorenen Funktionen, die einen erheblichen Mehraufwand bei der Betreuung verursachen.

Auch Sicherheitsaspekte und das sich verändernde Nutzerverhalten verursachen so mancher IT-Abteilung bei der Einführung und dem Einsatz von Cloud-Diensten erhebliche Kopfschmerzen: So gilt es, unterschiedlichste Plattformen wie Smartphones, Notebooks oder Tablet-PCs unter einen Hut zu bringen. Wollen obendrein Anwender im Unternehmen ihre privaten Geräte in der Cloud nutzen, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Sicherheit der Unternehmens-IT.

Durchdacht

Das in den Niederlanden beheimatete und erst seit 2012 aktive Unternehmen Storgrid [1] versucht, mit Storgrid EFS eine Lösung für all diese Probleme anzubieten. Das Konstrukt lässt sich sowohl lokal selbst hosten als auch als externer Rundum-Service nutzen. Die kommerzielle, auf Java basierende Software zielt dabei primär auf größere Infrastrukturen ab und erlaubt auch ein Virtualisieren. Nach Herstellerangaben unterstützt es unterschiedlichste Plattformen und Zugriffstechniken. Die Lizenzkosten für den Standardserver von Storgrid belaufen sich auf 3 Euro pro User und Monat, ab 1000 Nutzern reduziert sich der Betrag auf 2,50 Euro.

Neben verschiedenen Server-Varianten bietet Storgrid auch Clients für die meisten gebräuchlichen Betriebssysteme an, unter anderem auch für Android. Zusätzlich gewährt es den Zugriff auf die Cloud auch via WebDAV und im Browser. Das Herzstück von Storgrid EFS stellt die ausgeklügelte Rechteverwaltung dar: Sie soll, zusammen mit verschiedenen Sicherheits- und Authentifizierungsmechanismen, die Datenintegrität auch beim Verwenden externer Geräte als Cloud-Clients wahren. Trotz des breiten Funktionsumfangs schreiben sich die Entwickler eine besonders gute Ergonomie auf die Fahnen, die Storgrid im Vergleich zu anderen Lösungen einfacher bedienbar machen will.

Der Sicherheitsgedanke spielte bei der Entwicklung des Cloud-Diensts eine wichtige Rolle. Dabei implementierten die Entwickler nicht nur gängige Standards wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, clientseitig abgelegte Zertifikate oder SSL zur sicheren Übertragung, sondern ermöglichen durch eine ausgereifte Benutzerverwaltung zusätzlich den abgesicherten Einsatz von privaten Mobilgeräten im Firmen-Intranet.

Der Administrator kann sich nach dem einfachen Anmelden der jeweiligen Hardware samt Rechtevergabe wieder seinen eigentlichen Aufgaben widmen, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass unautorisierte Drittgeräte Sicherheitslöcher aufreißen. Zudem konzentriert sich Storgrid auf File-Sharing sowie Cloud-Dienste und verzichtet auf unnötige Gimmicks. Im Vergleich zu Lösungen, die zusätzlich zahlreiche Apps implementieren, verringert das die Gefahr softwareseitiger Sicherheitslöcher.

Installation

Storgrid bietet eine vergleichsweise gute Dokumentation [2], die auch die Hardware-Anforderungen spezifiziert: Der Linux-Server benötigt Java 7 oder höher sowie 2 GByte RAM und 10 GByte freien Festplattenspeicher. Soll Storgrid auf einem virtuellen Server laufen, empfiehlt der Hersteller pro virtueller Maschine mindestens einen Zweikernprozessor. Der Hersteller hat das System unter Oracle Linux 7, Red Hat Enterprise Linux 4 und Suse Linux 13 getestet. Der Server steht als gut 338 MByte großes RPM-Paket für 64-Bit-Architekturen zum Abruf bereit.

Wir testeten Storgrid unter CentOS 7.2 als sogenannte On-Premise-Installation, die der Nutzer selbst aufsetzt. Die vom Hersteller bereitgestellte Variante enthält neben dem RPM-Paket auch eine Installationsanleitung, die sich jedoch noch auf CentOS 6.x bezieht. Das RPM-Paket setzt ein frisch aufgesetztes Betriebssystem voraus, die erforderliche Java-Glassfish-Umgebung von Oracle befindet sich im Installationspaket. Beim Einrichten von Storgrid gilt es allerdings, einige Hürden zu umschiffen, die teils auch versierte Anwender an ihre Grenzen bringen.

Zunächst einmal aktualisieren Sie das System (Listing 1, Zeile 1) und installieren anschließend eine Reihe benötigter Pakete (Zeile 2). Danach überprüfen Sie, ob in Ihrer Firewall die Ports 80 und 443 geöffnet sind, und schalten diese gegebenenfalls frei. Nun installieren Sie den eigentlichen Server (Zeile 3). Im nächsten Schritt gilt es, das SSL-Zertifikat für den Webserver einzubinden oder ein eigenständig signiertes zu generieren. Dazu legen Sie zunächst ein entsprechendes Unterverzeichnis an (Zeile 4), setzen dessen Besitzer und Gruppe auf storgrid und weisen die Rechtesequenz 775 zu.

Listing 1

# yum upgrade
# yum install -y openssh-clients libGL libXi libXrender libXtst alsa-lib atk libxslt pango gtk2 httpd mod_ssl libreoffice libreoffice-headless
# rpm -Uvh storgrid-efs-*-x86_64.rpm
# mkdir /etc/httpd/conf.d/ssl

Falls vorhanden, kopieren Sie danach das Zertifikat in dieses Verzeichnis und tragen den Pfad in die Datei /etc/httpd/conf.d/storgrid-efs.conf ein. Suchen Sie darin den Abschnitt <VirtualHost_*:443> und nehmen Sie dort in den Zeilen SSLCertificateFile, SSLCertificateKeyFile und SSLCACertificateFile die entsprechenden Anpassungen vor. Beim Verwenden eines selbst signierten Zertifikats kommentieren Sie die Zeile SSLCACertificateFile durch Setzen einer Raute zu Beginn aus. Nun ist die Server-Installation laut Anleitung beendet, und Sie starten den Rechner neu.

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