Wayland

Fedora 24 Workstation nutzt weiterhin das X11-System und somit den X-Server für die Ausgabe. Sie haben jedoch die Möglichkeit, beim Anmelden auf Wayland umzuschalten. Dazu klicken Sie neben dem Eingabefeld für das Passwort auf die Schaltfläche mit dem Zahnrad und wählen dann Wayland aus. Dies ermöglicht die in Gnome 3.20 deutlich verbesserte Unterstützung des X11-Nachfolgers, die sich mittlerweile für die tägliche Arbeit eignen soll.

Anders als bei früheren Fedora-Versionen funktioniert endlich Drag & Drop; ein Klick mit der mittleren Maustaste fügt den Text aus der Zwischenablage ein. Wayland unterstützt nun vernünftig mehrere Bildschirme und gibt Videos ohne Streifen wieder. Allerdings funktioniert es nach wie vor nicht auf allen Rechnern. Insbesondere die proprietären Nvidia-Treiber erlauben noch nicht alle benötigten Funktionen. Darüber hinaus steht die Wayland-Unterstützung vorerst nur in der Fedora-Variante mit Gnome-Desktop bereit.

Außerdem haben die Entwickler noch nicht alle Funktionen implementiert: So gibt es beispielsweise noch keine Bildschirmtastatur, eingesteckte USB-Geräte erkennt Gnome noch nicht automatisch (Hotplug), und die Remote-Desktop-Funktion steht erst zur Hälfte. Im Fedora-Wiki findet sich eine Liste mit allen noch ausstehenden Funktionen [9].

Dennoch überlegen die Fedora-Entwickler, im kommenden Fedora 25 vollständig auf Wayland zu wechseln, sofern die Nutzer keine gravierenden Fehler mehr melden.

Weitere Software

Auf den Medien für die Installation liegt noch Kernel 4.5.5, die Entwickler wollen jedoch schon bald Version 4.6 nachreichen. Die Bibliothek Glibc kommt in Version 2.23, 3D-Software greift auf Mesa 11.2 zurück.

Zu den aktualisierten Software-Paketen zählen der Webbrowser Firefox 47 sowie die Mail-Clients Evolution 3.20.2 und Thunderbird 45. Zum Verwalten von Fotos und Bearbeiten von Bildern kommen Darktable 2.0 sowie Shotwell 0.23.1 zum Einsatz, Musik spielen Sie mit Rhythmbox 3.3.1 ab.

Entwickler freuen sich über die GNU Compiler Collection in der Version 6.1. Der enthaltene C++-Compiler kennt die Standards C++14 und OpenMP 4.5. Der Konkurrent LLVM meldet sich in Version 3.9. Die Fedora-Entwickler haben zudem die Basispakete der Distribution mit GCC 6 neu übersetzt. Python-Programmierer dürfen zwischen Python 2.7.11 und Python 3.5.1 wählen. Als weitere Skriptsprachen finden sich im Angebot unter anderem Perl 5.22, PHP 5.6.22, Ruby 2.3 und Go 1.6. Mono kommt in der Version 4.2.

Eine neue Freetype-Version zeichnet Schriften klarer auf den Bildschirm. Zudem haben die Gnome-Entwickler die Standardschriftart Cantarell leicht überarbeitet, sodass keine Probleme bei der Anzeige mehr auftreten (insbesondere im Rahmen des sogenannten Font-Hinting) [10]. Sofern Sie die Einstellungen für die Schrift verändert haben (etwa mit dem Gnome Tweak Tool), lohnt es sich, diese nach einem Upgrade auf Fedora 24 zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Um das Netzwerk kümmert sich der NetworkManager 1.2 [11]. Dessen Entwickler haben die Schnittstelle für die Kommandozeile runderneuert. Beim Umgang mit VPNs gibt sich die Software zudem flexibler und kann nun Einstellungen exportieren und wieder einlesen. Darüber hinaus erschwert die Version 1.2 die Identifikation von Nutzern im WLAN und über IPv6-Verbindungen. Dazu verwendet der NetworkManager bei Anfragen ins WLAN eine falsche MAC-Adresse. Die richtige nutzt er erst dann, wenn eine Verbindung zu einem Access Point besteht. Bei IPv6-Verbindungen unterstützt das Tool die Privacy Extensions.

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