AA_flach_andrew-mayovskyy_123rf_13121256.jpg

© Andrew Mayovskyy, 123RF

Fedora 24 Workstation im Überblick

Flach gepackt

Mit Flatpak und Wayland wagt Fedora 24 weitere Schritte in eine neue Linux-Welt.

Etwa alle sechs Monate packen die Entwickler von Fedora möglichst viele interessante Neuerungen in die Distribution. Unterstützung erhalten sie vor allem durch Red Hat. Mitte Juni war es wieder einmal soweit: Nach etlichen Terminverschiebungen gaben die Developer Fedora 24 frei.

Wie immer stellen sie das System in drei Geschmacksrichtungen bereit: Fedora Workstation richtet sich an PC- und Notebook-Anwender, die Server-Variante kommt vor allem im Datacenter zum Einsatz. Für den Betrieb in der Cloud gibt es noch eine abgespeckte Fassung [1]. Alle drei Varianten nutzen dasselbe Basissystem und unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Auswahl der Software. Im Folgenden steht primär die Workstation-Variante im Vordergrund.

Installation und Update

Fedora 24 Workstation gibt es in einer 32- und 64-Bit-Fassung für x86-Prozessoren sowie (auf der Fedora-Homepage etwas versteckt) für ARMv7-Systeme. Das rund 1,4 GByte große ISO-Image brennen Sie auf eine DVD oder schreiben es auf einen USB-Stick. Von dem entsprechend präparierten Medium bootet zunächst ein Live-System.

Die Installation läuft wie in der vorherigen Version ab, lediglich einige Beschriftungen im Assistenten haben sich in der deutschen Übersetzung geändert. Geblieben ist folglich das umständliche Partitionieren der Festplatte.

Ab Fedora 24 besteht die Möglichkeit, über das Programm Gnome Software mit wenigen Mausklicks auf ein neueres Release umzusteigen [2]. Dazu genügt ein Wechsel auf den Reiter Aktualisierungen, auf dem Sie wiederum das Upgrade anstoßen. Fedora lädt dann alle notwendigen Pakete im Hintergrund herunter. Sobald diese auf der Festplatte liegen, spielt das System sie beim nächsten Neustart ein.

Diesen komfortablen Weg wollen die Entwickler demnächst den Nutzern von Fedora 23 ebenfalls öffnen. Das dazu notwendige Update für Gnome Software lag allerdings bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Unabhängig davon funktioniert auch weiterhin das Upgrade über DNF auf der Kommandozeile [3].

Flatpak

Fedora 24 unterstützt erstmals Flatpak-Pakete [4]. Hier stecken alle von einer Anwendung benötigten Komponenten und Bibliotheken in einem kompakten Archiv. Das hat nach Ansicht der Entwickler gleich mehrere Vorteile: Es erleichtert, mehrere Versionen eines Programms nebeneinander zu betreiben, eine Anwendung auf ein anderes System mitzunehmen und Software nachträglich zu installieren, die in den offiziellen Repositories fehlt – wie etwa kommerzielle Spiele.

Die Distribution stellt zudem sicher, dass jedes Flatpak-Programm in einer abgeschotteten Umgebung ("Sandbox") läuft. Das erhöht die Sicherheit und vermeidet Konflikte mit anderen Programmen und Diensten. Flatpak-Pakete dürfen auf anderen Paketen gleicher Machart aufbauen beziehungsweise von diesen abhängen. Das wiederum vereinfacht laut Entwickler die Installation und das Aktualisieren. Neben Fedora 24 unterstützt auch Arch Linux das Format, die Entwickler von Debian 9 arbeiten bereits an der Integration.

Flatpak – ursprünglich beim Gnome-Projekt als XDG-App entstanden – geht damit in Konkurrenz zu Snaps von Canonical. Anders als Letzteres benötigt es jedoch kein zentrales Repository: Jeder Entwickler stellt bei Bedarf selbst ein entsprechendes Paket bereit.

Schon jetzt liegen Flatpak-Pakete für einige Gnome-Anwendungen sowie diverse größere Linux-Programme wie Gimp und Inkscape vor [5]. Das im Herbst erscheinende LibreOffice 5.2 wollen die Entwickler ebenfalls als Flatpak bereitstellen. Das ermöglicht dann dem Anwender, die neue Version des Büropakets parallel zu LO 5.1 aus den offiziellen Repositories zu nutzen.

In Fedora 24 gibt es allerdings noch ein paar Nachteile: Die Flatpaks existieren parallel zu den bestehenden RPM-Paketen und gelangen an der normalen Paketverwaltung vorbei ins System. Die Software-Verwaltung von Fedora 24 zeigt derzeit lediglich installierte Flatpaks an, das Einrichten und Verwalten der Paks erfolgt vollständig auf der Kommandozeile.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Frisch gebacken
    Flatpaks und Snaps – was wie neue Knusperriegel klingt, schickt sich an, die Installation von Software zu revolutionieren.
  • Blutende Kante?
    Ob Desktop, Server oder Cloud, ob x86 oder ARM – Fedora 25 und seine Spins bieten ein wahres Füllhorn an moderner und topaktueller Software. Dank der Fedora-Next-Initiative wandelt sich die Distribution nun von "Bleeding Edge" zu "Leading Edge".
  • Alternative Paketverwaltung Flatpak mit zahlreichen Änderungen
    Die unter anderem bereits in Fedora zum Einsatz kommende Paketverwaltung Flatpak (ehemals XDG-Apps) liegt in einer neuen Version vor. Obwohl sich nur die letzte Ziffer erhöht, gibt es dennoch zahlreiche grundlegende Neuerungen und vor allem auch Änderungen.
  • Fedora-Projekt hat erste Alpha-Version veröffentlicht
    Das Fedora-Projekt hat die erste Alpha-Version seiner gleichnamigen Distribution veröffentlicht. Sie gibt einen Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand. Die größten Änderungen erfährt dabei Gnome.
  • Chromium-Wayland macht Fortschritte, Hawaii soll in Fedora landen
    Der X11-Nachfolger Wayland findet immer breitere Zustimmung und Beachtung. Intel portiert derzeit Chromium im Projekt Ozone-Wayland auf Wayland, die neue Desktop-Umgebung Hawaii möchte in Fedora 22 aufgenommen werden und der Compositor Weston läuft mit DirectFB.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2017: Daten retten & sichern

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...