Erste Schritte

Nach dem Einrichten taucht das Tool zum einen im Menü Filter unter Verbessern als Heal Selection ... auf und zum anderen im selben Menü als Resynthesize ... unter Abbilden. Der Einsatz des Werkzeugs gelingt dank der multiplen Einträge im Menü sehr einfach.

Um Teile eines Bilds zu entfernen, erzeugen Sie eine Auswahl und rufen dann Heal Selection... auf. Je nach Installationsweg und Distribution sehen Sie einen der beiden Dialoge aus Abbildung 4. Die Parameter fallen weitgehend selbsterklärend aus. Falls bei Ihnen die zweite Variante vorhanden ist, experimentieren Sie mit Filling order (Reihenfolge beim Füllen) und Sample from, über das Sie definieren, woher das Material stammt.

Abbildung 4: Es gibt zwei Varianten des Dialogs Heal Selection... mit unterschiedlichen Parametern; beide finden Sie im Menü Verbessern.

Entspricht das Ergebnis nicht Ihren Erwartungen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder rufen Sie über [Strg]+[F] die Funktion erneut auf und prüfen, was sich verändert hat, oder Sie variieren die Auswahl. Manchmal hilft es, diese etwas zu verschieben oder deren Größe zu verändern, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Zu den Einsatzgebieten von Heal Selection... gehört auch das Restaurieren der Ecken von Bildern. Das Problem tritt oft beim Zusammenfügen von Panoramen ("Stitching") auf und entsteht durch den Mangel an Informationen in den Bereichen. Abbildung 5 verdeutlicht das Problem: Bei diesem Panorama gibt es keine einzelnen Bilder, die Informationen für die Ecken liefern könnten. Dennoch berechnet der Resynthesizer diese verhältnismäßig gut.

Abbildung 5: Der Resynthesizer erlaubt es, dort Bildteile zu zeigen, wo ursprünglich keine Informationen vorliegen. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung der GIMPer)

GMIC Inpaint

Die Plugins von GMIC [5] nehmen sich der Problematik des Entfernens von Bildteilen ebenfalls an, sogar auf unterschiedliche Arten. Allerdings sind die entsprechenden Filter bisher kaum dokumentiert.

TIPP

GMIC lässt sich im Handumdrehen installieren, da die Entwickler es vorkompiliert bereitstellen. Es gibt zwei Varianten der Software: Zum einen ein eigenständiges Programm, das (auch ohne Gimp) auf der Kommandozeile läuft, zum anderen ein Gimp-Plugin. Letzteres speichern Sie wie Resynthesizer ins Plugin-Verzeichnis von Gimp. Viele Distributionen bieten auch passende Pakete an, die Namen wie gmic (Programm) und gimp-gmic (Plugin) tragen.

"Inpainting" entspricht weitgehend einem Rekonstruieren und umfasst den Prozess, ausgewählte Teile durch andere nahtlos zu überdecken [6]. In dieser Hinsicht ähneln die hier angewandten Methoden denen des Resynthesizers. In der Praxis unterscheiden sich allerdings sowohl die Ansätze als auch die Ergebnisse. GMIC bietet unter dem Punkt Repair derzeit nicht weniger als fünf Varianten des Verfahrens an:

  • Inpaint [holes] schließt transparente Bereiche.
  • Inpaint [morphological] verwendet eine Maske zum Kennzeichnen der Bereiche.
  • Inpaint [patch-based] verwendet kleine Flicken für das Verfahren
  • Inpaint [multi-scale] kombiniert die beiden vorher genannten Verfahren
  • Inpaint [transport-diffusion], die neueste Variante, diffundiert Material in die maskierte Region.

Jede dieser Methoden weist spezifische Vor- und Nachteile auf. Am Beispiel aus Abbildung 1 zeigt sich die Leistungsfähigkeit von Inpaint [holes]: Mit einigen Wiederholungen schließt dieser Filter das Loch in der Schachbrettblume vollständig und so gut, dass sich das Ergebnis kaum vom Original unterscheiden lässt (Abbildung 6).

Abbildung 6: Das von Inpaint [holes] erzielte Resultat wirkt fast so gut wie das Original, trotz der komplexen Bildstruktur.

Manchmal ist etwas Kreativität nötig: In diesem Beispiel kam der Filter zunächst testweise mit den Voreinstellungen zum Einsatz, was aber das Loch nicht vollständig verdeckte. Die neu erzeugte Ebene wurde durch Nach unten vereinen mit der Originalebene verschmolzen und der Filter nochmals angewendet. Erhöhte Werte für die Tolerance und Maximum area schlossen dann den Rest.

Eine ebenfalls kaum dokumentierte Methode, die aber oft überraschend gute Ergebnisse erzeugt (Abbildung 7), bietet Inpaint [patch-based]. Bei dieser Methode arbeiten Sie direkt auf dem zu rekonstruierenden Bild und markieren dort die zu bearbeitenden Bereiche mit Farbe (Mask color). Der Filter ersetzt die markierten Bereiche direkt durch kleine Versatzstücke aus der Umgebung, die das Plugin so auswählt, dass die Struktur erhalten bleibt.

Abbildung 7: GMICs Inpaint [patch-based] arbeitet auf der Basis von Masken und funktioniert bei komplexeren Texturen überraschend gut.

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