Fazit und Ausblick

Das Erstellen eines sicheren Betriebssystems bedeutet ein Balance-Akt zwischen technischem Anspruch und Anwenderfreundlichkeit. Qubes und Whonix bürden dem Anwender eine steile Lernkurve auf, die Subgraph OS vermeiden will. Das könnte gelingen, sofern die SGOS-Entwickler Oz als Schaltzentrale weiter verbessern und die grafische Oberfläche mehr Funktionen abdeckt.

Die Verschlüsselung des gesamten Systems geschieht automatisch, man darf lediglich das dafür vergebene Passwort nicht verlieren. Leitet SGOS künftig nicht mehr jede Internetverbindung zwangsweise über Tor, und hält ein sicherer Mailclient mit einer nutzerfreundlichen Verschlüsselung per PGP/MIME Einzug, sollte SGOS eine runde Sache werden.

Die öffentliche Vorstellung auf dem renommierten Logan-Symposium in Berlin nahmen Anwender und Presse mit großem Interesse auf. Im IRC-Kanal tummeln sich seitdem ständig rund 100 Entwickler und enthusiastische Anwender, die Entwicklung verläuft in einem guten Tempo. Kritik gibt es an der – wenn auch indirekten – Finanzierung des Projekts durch das US-Außenministerium. Allerdings finanzieren sich auch Tails, Qubes und Tor aus diesem oder ähnlichen Töpfen.

Es macht bereits jetzt Spaß, Subgraph OS zu erkunden, trotz der dem Alpha-Status geschuldeten Fehler. In einer Virtualbox geladen, ließ sich der Tor-Browser installieren und auch nutzen, in einer realen Installation verweigerte er nach der Installation jedoch den Dienst. Einmal gelang uns die Installation des Systems auch ohne Verschlüsselung, was nicht im Sinne der Entwickler liegt.

Insgesamt wirkt SGOS noch etwas inkonsistent und eignet sich nicht für das produktive Arbeiten. Die Alpha macht aber bereits klar, wohin die Reise geht, und zeigt interessante Ausblicke. Im Sommer 2016 soll eine erste Beta erscheinen, das erste stabile Release soll 2017 folgen. Dann stellen wir Subgraph OS noch einmal auf den Prüfstand und klopfen die Sicherheitsfunktionen genau ab. 

Glossar

Reproducible Builds

Seit 2013 gibt es bei Debian "Reproducible Builds" [14]. Damit möchten die Entwickler generell erreichen, den Build-Prozess von Software reproduzierbar zu machen, sodass andere Personen jederzeit ein Bit für Bit identisches Binärpaket erzeugen können. Das erlaubt jedem, zu verifizieren, ob das Paket aus dem unmodifizierten Quellcode ohne Manipulationen erstellt wurde.

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