Odroid-C2

Schon mit dem Odroid-C1+ stellte der südkoreanische Hersteller Hardkernel dem RasPi 2 einen starken Konkurrenten entgegen. Zum Preis von 37 US-Dollar – und damit nur 2 Dollar mehr als der RasPi – brachte der C1+ eine bessere CPU sowie eine Gbit-Ethernet-Schnittstelle mit. Zudem bot er neben dem SD-Karten-Steckplatz auch aufsteckbare eMMC-Module, die wesentlich schneller arbeiten als SD-Karten.

Insofern verwundert es nicht, dass Hardkernel auch dem RasPi 3 einen auf Augenhöhe agierenden Konkurrenten entgegensetzt. Dabei handelt es sich um den kürzlich veröffentlichten Odroid-C2 (Abbildung 2), den in Deutschland Pollin [4] mit einer reichhaltigen Zubehörpalette vertreibt. Der Begriff Odroid bedeutet Open Droid und weist darauf hin, dass neben Linux auch Android auf der Platine läuft.

Abbildung 2: Der Odroid-C2 bietet gegenüber dem RasPi 3 eine schnellere CPU, mehr RAM und Gbit-Ethernet.

Auf dem Preisschild des C2 stehen nominell 39 US-Dollar, bei Pollin wandert er derzeit für 50 Euro über den Online-Ladentisch. Damit spielt er bei 11 Euro Aufpreis zum RasPi 3 noch in derselben Liga. Als SoC kommt hier, wie beim RasPi 3, ein Cortex-A53 zum Einsatz. Der AMLogic-S905 taktet allerdings mit 2 GHz, 800 MHz mehr als beim Pi. Den Hauptspeicher verdoppelt Odroid im Vergleich zum Konkurrenten auf 2 GByte, zudem bringt der C2 Gbit-Ethernet mit. Die im SoC integrierte GPU vom Typ Mali-450 unterstützt generell 4K-Video und soll H.265 mit 4K/60 fps sowie H.264 mit 30fps verarbeiten.

Wie schon der Vorgänger bietet auch der C2 einen eMMC-Steckplatz. Das Modul kostet mit 8 GByte Speichergröße 30 Euro, eine gleich große SD-Karte von SanDisk der Klasse 10 kommt auf rund 20 Euro. Ein Vorteil bei der Verwendung von eMMC: Der SD-Karten-Slot bleibt frei. Im Vergleich zum Pi 3 fehlen dem Mini-Rechner allerdings integriertes WLAN und Bluetooth; diese müssen Sie bei Bedarf über die USB-Anschlüsse nachrüsten.

Die Platine des Odroid-C2 ist von Aufbau und Maßen sowie der Platzierung der einzelnen Komponenten identisch mit dem RasPi, bis hin zu den Befestigungslöchern. Trotzdem fällt es leicht, die Platinen zu unterscheiden: Auf dem C2 thront ein massiver, abnehmbarer Kühlkörper, der die Wärme der CPU abführt (Abbildung 3). Spaßeshalber haben wir versucht, den Odroid-C2 in zwei verschiedene RasPi-Gehäuse zu stecken – in einem Fall gelang das sogar.

Abbildung 3: Beim Odroid-C2 sitzt auf der weiß markierten Fläche ein abnehmbarer Kühlkörper.

Pine A64+

Die vierte Platine in der Testriege ist der brandneue Pine A64+ (Abbildung 4). Wie der Name andeutet, handelt es sich um einen SBC mit 64-Bit-ARM-SoC. Das Projekt ging aus einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne hervor, die statt der anvisierten 31 416 US-Dollar über 1,7 Millionen einspielte.

Freunde der Zahl Pi bemerken bei der anvisierten Kickstarter-Summe sofort, wozu der Pine in Konkurrenz gehen möchte. Der Preis des Pine liegt in der kleinsten Ausbaustufe bei 15 US-Dollar. Dafür erhält man ein Board mit dem 64-Bit-Quadcore-Mobilprozessor ARMv8 Cortex A53 Allwinner 64 mit 1,2 GHz Taktrate, dem eine Mali-400-MP2-GPU und 512 MByte Hauptspeicher zur Seite stehen. Mit an Bo(a)rd sind 10/100-Mbit/s-Ethernet, zwei USB-2.0-Ports sowie ein HDMI-1.4-Anschluss, über den sich Videos bis zu 4K Auflösung darstellen lassen.

Abbildung 4: Den Pine A64 bietet der Hersteller in mehreren Leistungsstufen an. Die Preise variieren entsprechend zwischen 15 und 29 US-Dollar.

In der zweiten Ausbaustufe als Pine A64+ für 19 US-Dollar verdoppelt sich der Hauptspeicher auf 1 GByte. Obendrein gibt es eine Gbit-Ethernet-Schnittstelle sowie drei zusätzliche Ports für Kamera, Touch-Eingabegeräte und ein MIPI-Video-Display. Der Pine A64+ für 29 US-Dollar bietet 2 GByte RAM und integriertes WLAN.

Zum jeweiligen Board-Preis kommen derzeit noch 12 US-Dollar Versandkosten sowie Mehrwertsteuer und Zoll, was den Preis für unser Testmodell mit Topausstattung auf rund 55 US-Dollar trieb. Ob und wann der Pine A64 in den deutschen Handelsregalen steht, ist derzeit noch offen.

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