RasPi 2B

Am 2. Februar 2015 erblickte der RasPi 2B [3] das Licht der Welt. Er unterscheidet sich von seinem Vorgänger durch die Quadcore-CPU des speziell für ihn entworfenen Broadcom BCM2836 sowie den auf 1 GByte verdoppelten Hauptspeicher.

Der BCM2836-SoC basiert auf einem 32-Bit-Prozessorkern ARM Cortex-A7 mit einer Taktfrequenz von bis zu 900 MHz (statt ARMv6/700 MHz beim Vorgänger). Die sonstige Ausstattung sowie Preis und Größe blieben gleich. Damit soll der Pi 2B bei bestimmten Anwendungen bis zu sechsmal flotter zu Werke gehen als die 1B+-Variante.

Auch der Kreis der verfügbaren Betriebssysteme erweiterte sich. So stehen durch die neue Plattform Cortex-A7 mit Windows 10 und Ubuntu Snappy Core unter anderem zwei auf das Internet of Things (IoT) spezialisierte Distributionen bereit.

RasPi 3B

Im Februar 2016 erschien mit dem RasPi 3 Model B die dritte Generation des Mini-Rechners (Abbildung 1). Der Formfaktor blieb gleich, die Foundation achtete auf Abwärtskompatibilität bis hinunter zum RasPi 1. Mit dieser Politik des behutsamen Aufrüstens unter Beibehaltung des Platinenlayouts macht sich das Projekt nicht nur Freunde: Viele Anwender sehen inzwischen 2 GByte Hauptspeicher und einen nativen Gbit-Ethernet-Adapter als Mindestausstattung, die ein SBC bieten sollte. Die Foundation lässt sich aber in ihrem Kurs nicht beirren, zumal Änderungen vermutlich auch einen höheren Endpreis zur Folge hätten.

Abbildung 1: Der neue RasPi 3 Model B wartet mit einer 64-Bit-CPU sowie integriertem WLAN und Bluetooth auf.

So erweiterten die Entwickler an der neuesten Version lediglich die CPU und die Konnektivität. Als SoC kommt Broadcoms BCM2837 zum Einsatz, der im Gegensatz zum Vorgänger BCM2836 eine 64-Bit-Basis mitbringt. Es handelt sich um einen Prozessor des Typs ARM Cortex-A53 mit vier Kernen, der bei 1,2 GHz Taktrate schneller arbeitet als der Vorgänger und den ARMv8-A-Befehlssatz implementiert. Die neue CPU arbeitet theoretisch rund zehnmal flotter als der BCM2835 der ersten Generation.

Mit dem Broadcom-BCM43438-Modul erhielt der RasPi 3 zudem 802.11b/g/n-WLAN und Bluetooth 4.1 LE. Wer sich allerdings von der integrierten Broadcom-GPU eine 4K- oder H.265-Videodekodierung erhofft, der wird enttäuscht: Der verbaute Dual Core VideoCore IV unterstützt lediglich OpenGL-ES 1.1/2.0 und Full-HD 1080 mit 30 Frames pro Sekunde (fps).

Die bisherigen RasPi-Modelle erlaubten ein gemäßigtes Übertakten. Dazu bot das Tool Raspi-config der Standarddistribution Raspbian einige Einstellmöglichkeiten an. Der neuen Variante fehlt diese Option. Das liegt an den erhöhten Temperaturen von bis zu 70 Grad, die die CPU erzeugt. Hier hätte ein Übertakten womöglich fatale Folgen. Den im Test verwendeten Probanden versahen wir vorsorglich mit kleinen Kühlkörpern.

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