Die Schnellmaske

Mit der Schnellmaske (englisch "Quickmask") lässt sich jede bestehende Auswahl manuell leicht verbessern. Zunächst aktivieren Sie diesen Modus durch einen Mausklick in die linke untere Ecke des Arbeitsfensters (Abbildung 5). Alternativ wählen Sie aus dem Menü Auswahl | Schnellmaske umschalten oder drücken [Umschalt]+[Q].

Abbildung 5: Die Schnellmaske erlaubt mittels Malwerkzeugen Auswahlen zu bearbeiten. Unter dem Button befindet sich ein Kontextmenü mit Optionen.

Daraufhin legt GIMP virtuell eine rote Folie dort über das Bild, wo noch keine Auswahl besteht. Mit einem Malwerkzeug (beispielsweise Stift oder Pinsel) arbeiten Sie nun auf dieser Folie. Dort, wo Sie sie mit weißer Farbe übermalen, erzeugt Gimp später eine Auswahl. Überall, wo Sie Schwarz verwenden, entfernen Sie die bestehende Auswahl. Mithilfe von Grautönen lassen sich auf diesem Weg feinste Abstufungen erzeugen.

Beißt sich die Farbe der virtuellen Folie mit dem zu bearbeitenden Bild, lässt sich diese über das Kontextmenü des Schnellmaskenschalters anpassen. Sobald die "Abziehfolie" passt, zeigt Gimp nach einem weiteren Mausklick auf den Button wieder die normale Ansicht an, mitsamt der aus der Folie abgeleiteten Auswahl. Da das Bildbearbeitungsprogramm in diesem Modus nur die 50-Prozent-Linie der Auswahl darstellt, erscheinen die feinen Abstufungen nicht mehr auf dem Bildschirm; sie bleiben jedoch erhalten, wie Sie später beim Kopieren merken.

Spätestens nach Abschluss der Arbeiten an der Auswahl sollten Sie die relevanten (also ausgewählten) Teile der Ebene in einen neuen Layer übertragen. Das hat den Vorteil, dass Sie mit dem Kopieren eine transparente Ebene erzeugen. Solche Ebenen besitzen unter anderem die besondere Eigenschaft, alle Informationen zu enthalten, die auch in der Ursprungsebene vorhanden waren. Die kopierte Ebene enthält somit zum Teil auch an Stellen Pixel, an denen sie transparent erscheint. Das wiederum macht sich unter anderem die Radiermethode zunutze, auf die wir im weiteren Verlauf des Artikels eingehen.

Eine Variante dieser Auswahlmethode stellt die Verwendung von Pfaden dar. Da Gimp geschlossene Pfade in Auswahlen und Auswahlen in Pfade (entlang der 50 Prozent-Linie) umwandeln kann, ähneln sich die beiden Verfahren stark. Zunächst erzeugen Sie Pfade entlang der Linien, die Sie als Auswahl verwenden möchten. Mit dem Pfadwerkzeug erstellen Sie dann im Design-Modus einen geschlossenen Linienzug.

Der Vorteil dieses Werkzeugs: Die Kontrollpunkte lassen sich jederzeit verschieben und auch die Form der Segmente (die Linien zwischen den Kontrollpunkten) sowohl in der Lage als auch in der Form anpassen. Für diese Freiheiten zahlen Sie jedoch einen relativ hohen Preis: Auf diesem Weg eine Auswahl zu erstellen, bedeutet einen hohen Zeitaufwand. Dafür lassen sich mit dem Werkzeug viele (Auswahl-)Probleme auf elegante Weise lösen. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um nichtsymetrische geometrische Formen handelt, wie beispielsweise bei dem Segel und dem Rumpf der Jolle aus Abbildung 4.

Die Radiermethode

Viel einfacher gelingt das Freistellen mit der Radiermethode. Dabei entfernen Sie mithilfe eines geeigneten Radiergummis alle nicht zum gewünschten Objekt gehörenden Teile einer Ebene. Damit das halbwegs gut funktioniert, müssen Sie das Werkzeug zunächst entsprechend vorbereiten: Wählen Sie eine geeignete, weiche Pinselspitze, stellen Sie eine vernünftige Pinselgröße ein und prüfen Sie, ob die anderen Parameter korrekt sind (Abbildung 6).

Abbildung 6: Beim Radieren arbeiten Sie normalerweise (zunächst) von außen nach innen. Haben Sie zu viel Bildmaterial entfernt, radieren Sie es einfach zurück (rechts).

Arbeiten Sie nun von außen nach innen. Manchmal entfernen Sie dabei zu viel Material – dann kommt Ihnen die Transparenzeigenschaft zugute: Durch die Taste [Alt] aktivieren Sie den Unradiermodus. Gimp restauriert dann dort, wo Sie nun arbeiten, die zuvor vorhandenen Pixel. Dabei arbeiten Sie normalerweise von innen (dem ausgewählten Objekt) nach außen (zum nicht benötigten Rand).

Bei den weichen Pinselspitzen (Hardness ...) beeinflusst die Pinselgröße auch den "weichen" Bereich. Es lohnt sich daher die Definition einer Tastenkombination, über die sich die Größe des Pinsels schnell verändern lässt. Die Deckkraft des Radierwerkzeugs beeinflusst zudem die Stärke des Radiereffekts. Es kann daher sinnvoll sein, mit verringerter Deckkraft zu arbeiten. Allerdings bringt das nur in wenigen Fällen tatsächlich Vorteile – und selbst dann führen Ebenenmasken meist schneller zum Ziel.

Um sich die Arbeit in diesem Modus etwas leichter zu machen, unterlegen Sie die zuvor kopierte Arbeitsebene mit einer einfarbigen Ebene, die einen guten Kontrast zum Objekt bietet. So sehen Sie sofort, wo Sie zu wenig oder zu viel radiert haben. Das Rückradieren funktioniert nur bei transparenten Ebenen. Bei Bedarf lässt sich jede Ebene über das Menü Ebene | Transparenz | Alphakanal hinzufügen oder das Kontextmenü des entsprechenden Layers in eine transparente Ebene umwandeln.

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