Dreimal Neon

Beim KDE-Projekt Neon stehen drei Abbilder zur Auswahl. Die Developer Edition gibt es als Git Stable und Git Unstable. Die zusätzliche User Edition enthält die neuesten bereits veröffentlichten KDE-Pakete. Alle drei Varianten basieren auf dem aktuellen Ubuntu 16.04 LTS; im Test musste sich die User Edition beweisen.

Auch bei Neon aktualisieren die Entwickler die Abbilder fast täglich. Im Test kam ein Abbild vom 4. Mai mit rund 900 MByte Umfang zum Einsatz. Seit diesem Tag steht auch für Neon ein Image mit Wayland statt X11 zur Verfügung [8]. Wie auch das Image von OpenSuse funktioniert es allerdings nicht in Virtualbox.

Auch bei Neon bedarf der Installer keiner besonderen Erklärung – es handelt sich um die von Ubuntu gewohnte Software. Nach dem Neustart in die Installation läuft ein Ubuntu "Xenial" mit Kernel 4.4.0, KDE Plasma 5.6.3 und KDE Frameworks 5.16 (Abbildung 4). Da es sich hier nicht wie bei OpenSuse oder der Neon-Developer-Edition um Git-Versionen handelt, sondern um die neuesten KDE-Releases, hängt Neon in der Anwender-Edition gegenüber Argon und Krypton naturgemäß etwas zurück. Dennoch bietet es ein aktuelleres KDE-Erlebnis als die meisten anderen Distributionen.

Abbildung 4: Die Neon-User-Edition auf Basis von Ubuntu 16.04 setzt auf bereits veröffentlichte Software.

Beim Blick in das K-Menü offenbart sich, was nutzbare Anwendungen angeht, jedoch gähnende Leere (Abbildung 5). Als einziges bietet sich ein Xterm an, weitere Software zu installieren. Aktualisieren Sie also die Paketdatenbank, und spielen Sie die wichtigsten KDE-Werkzeuge ein (Listing 1). Es stehen aber auch alle anderen Pakete zur Installation bereit, die Kubuntu bietet. Spätere Ausgaben der noch recht frischen User-Edition sollen die KDE Applications von Haus aus mit ausliefern.

Listing 1

$ sudo apt update
$ sudo apt install nano konsole dolphin
Abbildung 5: Die KDE-System-Werkzeuge sind bei Neon von Haus aus enthalten, Anwendungsprogramme fehlen aber.

Wurde eine Hälfte dieses Artikels mit Krypton geschrieben, so zeichnet die Neon-User-Edition für die andere Hälfte verantwortlich. Selbstverständlich entspricht die Tätigkeit, Texte zu recherchieren und zu schreiben keinem erschöpfenden Test, dennoch absolvierte Neon diese Aufgabe mit Bravour. Beim Testen weiterer Anwendungen aus den Bereichen Multimedia, Büro und Grafik schien uns Neon etwas weniger Ecken und Kanten aufzuweisen als die OpenSuse-Varianten. Das dürfte der etwas reiferen Software zu verdanken sein.

Allerdings fehlt Neon die Möglichkeit, Snapshots zu erstellen. Die lässt sich jedoch nachrüsten, indem Sie während der Installation Btrfs als Dateisystem auswählen. Sowohl bei OpenSuse als auch bei Neon fiel auf, dass weder die vor- noch die nachinstallierte Software in lokalisierter Form vorlag, sondern lediglich in Englisch. In beiden Fällen ließ sich KDE auch nicht auf Deutsch lokalisieren.

Fazit

In Anbetracht der Tatsache, dass beide Anbieter ihre Abbilder als "Unstable" bezeichnen, laufen diese erstaunlich rund. Allerdings mag sich bei intensiverer Nutzung, als es für diesen Test möglich war, ein anderes Bild abzeichnen. Es bleibt somit Ihnen überlassen, ob Sie mit einer der Distributionen zeitweise oder ständig, spielerisch oder produktiv arbeiten möchten. Wir würden zu diesem Zweck derzeit die User-Edition von Neon bevorzugen. Die Neon-Entwickler freuen sich, wenn Sie als Tester einen Fragebogen zu verschiedenen Bereichen ihres Neon-Erlebnisses ausfüllen [9]

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