Vifm: Der Spartanische

Mit Vifm [3] geht ein weiterer, zielgruppenorientierter Dateimanager ins Rennen um die Gunst der Anwender. Wie der ungewöhnliche Name bereits vermuten lässt, richtet sich das Programm an Nutzer, die häufig mit dem Editor-Urgestein Vi oder dessen etwas komfortablerem Pendant Vim arbeiten. Dementsprechend kommt Vifm als höchst spartanisch wirkendes Werkzeug mit Ncurses-Oberfläche daher, das Sie wie den Editor im Terminal starten. Er beherrscht ähnliche Tastaturkürzel wie der Editor und erlaubt daher ein sehr schnelles Navigieren auch in großen Datenbeständen.

Vifm finden Sie in den Software-Repositories nahezu aller gängigen Distributionen. Darüber hinaus stellt das Projekt den unter der GPLv2 lizenzierten Dateimanager auf seiner Webseite sowohl als Quellcode als auch in Form vorbereiteter Binärpakete für verschiedene Distributionen zum Download bereit. Das kleine Tool starten Sie anschließend über das Terminal, ein Starter im Anwendungsmenü legt das Setup nicht an.

Vifm arbeitet ebenfalls im Zwei-Fenster-Modus und lässt sich ausschließlich mit der Tastatur steuern (Abbildung 6). Für Einsteiger, die sich mit der Bedienung und Konfiguration des Vi-Editors noch nicht so gut auskennen, bietet Vifm eine recht ausführliche Dokumentation in englischer Sprache [4] an. Hier finden Sie auch eine Anleitung zu allen Tastaturkürzeln.

Abbildung 6: Der konsolenbasierte Vifm wirkt optisch spartanisch, lässt sich jedoch über die Tastatur effizient nutzen.

Der Dateimanager bietet neben den gängigen Funktionen auch die Option, mehrere Dateien in nur einem Schritt umzubenennen. Tastaturkürzel lassen sich frei definieren. Eine Undo/Redo-Funktion erlaubt, versehentlich ausgeführte Kommandos rückgängig zu machen oder im Wiederholungsfall per Redo erneut auszuführen. Mittels externer Programme gestattet es der Dateimanager auch, Dateien verschiedener Formate zu betrachten, ohne dafür in die jeweilige Applikation wechseln zu müssen.

Ähnlich wie die grafischen Dateiverwalter lässt sich Vifm problemlos an Ihre Bedürfnisse anpassen: So nutzen Sie das Programm beispielsweise auch nur im Ein-Fenster-Betrieb. Zusätzlich stellen Sie die einzelnen Anzeigespalten nach Ihren Wünschen ein, ebenso die Farben im Rahmen der Ncurses-Oberfläche. Umfangreiche Such -und Filteroptionen runden das Angebot ab.

Um auch in sehr großen Dateibeständen effizient zu navigieren, bietet Vifm eine Lesezeichen-Funktion, mit deren Hilfe Sie in verschachtelten Ordnerhierarchien entsprechend markierte Dateien schnell anspringen. Zu guter Letzt ermöglicht es eine Kommandozeilen-Option, aus dem Dateimanager heraus Shell-Befehle auszuführen. Damit entfällt in vielen Fällen der Wechsel in einen zweiten Terminal-Reiter.

Der doppelte Commander

Der aus Russland stammende, unter der GPLv2 lizenzierte Double Commander [5] zeigt eine Funktionsvielfalt ohnegleichen. Das in Object Pascal geschriebene Programm gibt es in 32- und 64-Bit-Varianten sowie in unterschiedlichen Paketen für GTK2- und Qt4-basierte Oberflächen. Zusätzlich handelt es sich um eine Cross-Plattform-Anwendung, die auch unter diversen BSD-Derivaten startet.

Das seit 2007 entwickelt Programm findet sich in den Repositories aller gängigen Distributionen. Bevorzugen Sie jedoch die aktuellste Version, so erhalten Sie diese in Binärform für verschiedene Distributionen auf der Projekt-Website. Hier stehen auch portable Binaries für Distributionen, die weder RPM noch DEB unterstützen.

Da die Installationsroutine in einigen Fällen keine Starter in den Menüs anlegt, rufen Sie nach der Installation die Software am besten über den Befehl ./doublecmd im Terminal auf. Verwenden Sie die portable Version, aktivieren Sie das Programm via ./doublecmd.sh. Der sehr zügig arbeitende Dateimanager startet, wie die meisten Programme zur Dateiverwaltung, mit einem Zwei-Panel-Fenster, das jedoch durch eine sehr hohe Zahl von Bedienelementen aus dem Rahmen fällt (Abbildung 7).

Abbildung 7: Der aus Russland stammende Double Commander bietet eine sehr umfangreiche Bedienoberfläche.

So finden sich neben der obligatorischen Menüleiste auch eine Schalterleiste für die Schnellwahl wichtiger Funktionen sowie eine Leiste zur Anzeige der im System befindlichen Laufwerke. So wechseln Sie per Mausklick von einem Laufwerk zum nächsten. Da der Double Commander auch mit per SMB/CIFS und FTP eingebundenen Netzlaufwerken zurechtkommt, erscheinen diese ebenfalls in der Ansicht. In einer weiteren Zeile oberhalb der Listenansicht erscheint das jeweils aktive Laufwerk.

Am rechten Rand des Panels finden Sie einige Schalter zum schnellen Wechsel der Ansicht. Am unteren Rand des Programmfensters gibt es eine Leiste mit den Belegungen der wichtigsten Funktionstasten, die Sie per Mausklick oder per Tastaturbefehl aufrufen.

Über das Menü Zeigen | Baumansicht-Panel schalten Sie eine Baumansicht hinzu, die der Double Commander links im Programmfenster bei gleichzeitiger symmetrischer Verkleinerung der beiden Haupt-Panels einblendet. Damit beschleunigen Sie die Navigation in umfangreichen Ordnerhierarchien deutlich.

Das Programm zeigt zudem in der Listenansicht der Massenspeicherinhalte durch verschiedene Farbgebungen die Rechtezuordnung jeder Datei an, sodass die beiden Panels zuweilen sehr farbenfroh erscheinen. Selbstverständlich unterstützt auch der Double Commander Reiter sowie ein per Rechtsklick aufrufbares Kontextmenü zu jeder Datei mit den wichtigsten Bearbeitungsfunktionen.

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