Archive

XFE liest und entpackt darüber hinaus auch Archive, wobei er auf eine externe Software zurückgreift. Als voreingestelltes Archivierungswerkzeug dient Xarchiver, das jedoch bei voluminösen Desktop-Oberflächen wie KDE in der Regel fehlt – dort verrichten desktopspezifische Tools ihren Dienst.

Daher fragt die entsprechende XFE-Routine in einem kleinen Fenster nach dem zu nutzenden Werkzeug, sobald Sie auf ein Archiv klicken. Sie können anschließend in der entsprechenden Eingabezeile den Startbefehl des gewünschten Packprogramms eingeben. Damit legen Sie das entsprechende Tool für die Zukunft als aufzurufendes Werkzeug für die Arbeit mit Archiven des fraglichen Formats fest. Zusätzlich können Sie diese Software auch im Einstellungsmenü als generell zu nutzendes Archivierungstool eintragen.

Sunflower: Der Klon

Ähnlich wie XFE eignet sich Sunflower aufgrund seines schlanken Designs auch bestens für ältere Hardware, ohne dabei altbacken zu wirken. Die grafische Oberfläche orientiert sich funktionell und vom Fensteraufbau her jedoch am altbekannten Norton Commander aus DOS-Zeiten. Sie erhalten die aktuelle Version 0.3 der Software auf der Projektseite [2], Leser der DVD-Ausgabe finden Sunflower darüber hinaus auf den Heft-Medien.

Lediglich Fedora und OpenMandriva führen Sunflower bereits in den Repositories. Da das Sunflower-Projekt für außergewöhnlich viele Linux-Distributionen jeweils die neueste Variante des Dateimanagers in Form von Binärpaketen vorhält, empfiehlt sich die Installation von der Projektseite.

Nach einem rasanten Start erscheint eine noch nicht komplett deutsche lokalisierte Zwei-Fenster-Oberfläche, ergänzt um eine Menüleiste am oberen und eine Eingabezeile am unteren Bildschirmrand. Eine Schalterleiste wie in XFE gibt es nicht, auch die vom Norton oder Midnight Commander her bekannte Anzeige vordefinierter Funktionstasten fehlt.

Dafür erlaubt es die Reiterstruktur der Software, mehrere Fenster simultan zu öffnen und sogar innerhalb der Hierarchie zu verschieben. So aktivieren Sie wahlweise im linken oder rechten Anzeigebereich durch einen Klick auf das Prompt-Symbol ein Terminal, das in einem eigenen Reiter erscheint. Über [Tab] wechseln Sie schnell zwischen den beiden Anzeigebereichen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Ein Klick auf das Prompt-Icon genügt, um ein Terminal im aktuellen Verzeichnis zu öffnen.

Die Bedienung von Sunflower fällt etwas weniger konsistent aus als bei XFE, einige Funktionen müssen Sie über einen entsprechenden Dialog erst einmal freischalten. Über Edit | Einstellungen erreichen Sie die übersichtlich in Gruppen unterteilten Optionen. Die wichtigsten finden Sie in der Gruppe Dateiliste (Hidden files | Versteckte Dateien anzeigen), in der Gruppe Plugins sowie in den Einträgen Archive Support, Basic rename options und Basic find file options.

Diese beeinflussen direkt die Bearbeitungsmöglichkeiten der einzelnen Dateien und Ordner. Sunflower greift genau wie XFE für viele Bearbeitungsfunktionen auf Drittprogramme zurück. Daher sollten Sie in der Gruppe Ansehen & Bearbeiten des Einstellungsdialogs im Segment Bearbeiten im Auswahlfeld für Textdateien einen entsprechenden leistungsfähigen Editor wählen. Hier dürfen Sie auch auch LibreOffice als Standard-Editor einbinden. Das lohnt sich insbesondere dann, wenn Sie oft Dateien im ODF-Format ansehen und bearbeiten (Abbildung 5).

Abbildung 5: Auch Sunflower bietet viele Optionen, um den Dateimanager flexibel an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Das dateibezogene Kontextmenü, das Sie über einen Rechtsklick auf die jeweilige Datei erreichen, ergänzt Sunflower je nach den freigeschalteten Optionen. Die Anzeige der Ordner- und Dateihierarchien im Hauptfenster modifiziert das Tool allerdings erst nach dem Drücken von Speichern im Einstellungsdialog.

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