Konfiguration

Damit die Kapazität des Rechners ausreicht, um im Zusammenspiel mit vielen Clients die Dienste zu verrichten, sollten Sie vor dem ersten Einsatz zunächst die Konfiguration prüfen und anpassen. Dafür benötigen Sie administrative Rechte. Durch einen Klick auf den Namen des Administrators oben rechts im Browserfenster öffnet sich ein Untermenü, in dem Sie den Eintrag Administrator finden. Ein Klick darauf zeigt im Arbeitsbereich des Browsers unterschiedlichste Optionen an.

Da Sie bei der ersten Installation über eine ungesicherte Verbindung auf den Server zugreifen, empfiehlt es sich, umgehend den Zugang über eine HTTPS-Verbindung zu konfigurieren. Das erfordert unter Ubuntu und dessen Derivaten wie Mint kaum Handarbeit, denn eine grundlegende kryptografische Infrastruktur landet bereits bei der Installation des Betriebssystems auf der Platte. Daher genügt es, in der Konfiguration des Apache-Webservers die entsprechenden Einstellungen zu aktivieren (Listing 2). Ein anschließender Reload des Apache-Servers übernimmt die Änderungen und erlaubt damit die sichere HTTPS-Verbindung zu Owncloud.

Listing 2

# a2enmod ssl
# a2ensite default-ssl
# service apache2 reload

Kundenbetreuung

Um die Daten mit dem neu eingerichteten Owncloud-Server zu synchronisieren, müssen Sie auf den Clients die entsprechende Software installieren. Alle gängigen Distributionen halten die dafür notwendigen Pakete in ihren Repositories vor. Finden sich dort nur veraltete Versionen, greifen Sie zu den aktuellen Ausgaben von der Webseite des Projekts [9].

Im Test ließ sich der Client im Gegensatz zur Server-Variante unter verschiedenen Distributionen problemlos – teils sogar mit nur wenigen Mausklicks wie unter OpenSuse – installieren. Nach erfolgreicher Installation finden Sie, je nach Desktop-Umgebung, einen Starter ownCloud desktop sync client im Menü Werkzeuge oder Zubehör.

Clients, die sich mit dem Server verbinden möchten, brauchen entsprechende Daten zum Autorisieren. Dazu melden Sie sich als Administrator am Server an und klicken im Hauptfenster rechts oben auf den Benutzernamen. Im sich öffnenden Menü wählen Sie den Eintrag Benutzer und legen nun neue Konten an, indem Sie in der oberen Zeile in die entsprechenden Felder einen Login-Namen, ein Passwort sowie das Kontingent an Speicher für das Konto eintragen.

Nach dem Komplettieren der Daten klicken Sie auf die Schaltfläche Erstellen. Die Software generiert das neue Konto mit den gewählten Einstellungen. Danach erscheint der Eintrag in der darunter angeordneten Tabelle, wo Sie ihn durch einen Mausklick auf Gruppen in unterschiedliche Gruppen mit den jeweiligen Privilegien integrieren. Hier legen Sie auch den zugehörigen Administrator für die Gruppe fest (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die Clients erscheinen in einer Liste, wo Sie ihnen die jeweils erforderlichen Gruppenrechte einräumen.

Danach öffnen Sie die Client-Software auf dem externen Rechner mit einem Klick auf ownCloud desktop sync client und geben zunächst den Namen oder die IP-Adresse des Servers sowie Passwort und Benutzername des Owncloud-Clients ein. Nach der anschließenden Abfrage des Zertifikats legt die Routine den entsprechenden Ordner für die Synchronisation an, den Sie frei definieren dürfen.

Zusätzlich legen Sie im Startbildschirm fest, welche Inhalte Sie abgleichen wollen. Im letzten Schritt verbindet sich der Arbeitsplatz-PC mit dem Owncloud-Server und synchronisiert die gewählten Dateien und Verzeichnisse. Anschließend sehen Sie die ausgeführten Aktivitäten über den Client ein (Abbildung 6).

Abbildung 6: Zur Aufnahme der Verbindung mit dem Server benötigen Sie lediglich dessen IP-Adresse sowie die Zugangsdaten.

Alternativ binden Sie das Verzeichnis des Servers über das WebDAV-Protokoll ins lokale System ein, indem Sie ein entsprechendes Netzlaufwerk anlegen. Dazu benötigen Sie lediglich einen WebDAV-fähigen Dateimanager. Im Browserfenster öffnen Sie unten links die Anzeige Einstellungen und kopieren die dort angezeigte WebDAV-Adresse in die Zwischenablage. Anschließend importieren Sie diese über den Dialog zur Anlage eines Netzordners in den Dateimanager.

Beachten Sie, dass der Client sich bei einigen Distributionen nicht automatisch beim Hochfahren aktiviert. In solchen Fällen starten Sie ihn zum Beispiel via Skript. Dies dient nicht nur der Sicherheit, sondern vermindert auch den Datendurchsatz im Netz, da die Clients in kurzen Abständen den Server kontaktieren ("polling") und so den Durchsatz im Netzwerk erhöhen.

Um die Daten auf den Clients und dem Server synchron zu halten, starten Sie zunächst den Owncloud-Client. Über diesen fügen Sie in einem einfach gestalteten Fenster weitere Verzeichnisse zur Synchronisation hinzu oder löschen nicht mehr benötigte (Abbildung 7).

Abbildung 7: Ein übersichtlich gestaltetes Fenster erlaubt, in der Client-Software weitere Verzeichnisse zum Synchronisieren freizugeben oder nicht mehr benötigte zu entfernen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Eigene Cloud einrichten mit Owncloud
    Speziell bei US-Cloud-Anbietern lagern die eigenen Daten oft alles andere als sicher. Wesentlich besser abgeschirmt und zudem sehr komfortabel arbeiten Sie in der eigenen Cloud mit Owncloud.
  • Owncloud 3 ist fertig

    Das freie Softwareprojekt Owncloud hat Version 3 seiner Synchronisations- und Filesharing-Plattform freigegeben. Neue Funktionen rund ums Online-Editieren von Dateien und der Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten zählen zu den Highlights. Holger Dyroff, bisher bei Suse, wird das Team von Owncloud Inc verstärken, der Firma hinter dem Projekt.
  • Wolkenumzug
    Nextcloud verspricht, die bei Owncloud gemachten Fehler zu vermeiden. Grund genug für viele Nutzer, einen Umzug ins Auge zu fassen.
  • Owncloud bekommt Audioplayer

    Der Desktop-Entwickler Frank Karlitschek berichtet von Fortschritten bei seinem Projekt Owncloud. Unter anderem gibt es jetzt einen Hoster, der das freie Softwarepaket nutzt.
  • Owncloud in einer ersten Beta-Version verfügbar
    Das Owncloud-Projekt des KDE-Entwicklers Frank Karlitschek hat eine erste Softwarekomponente als Beta-Version veröffentlicht. Es handelt sich um einen webbasierten Datenspeicher.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...