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© Ladyann, 123RF

Owncloud 9 aufsetzen und perfekt einrichten

Wolkig mit Niederschlägen

Speziell bei US-Cloud-Anbietern lagern Daten nicht sicher. Wesentlich besser abgeschirmt und zudem komfortabel arbeiten Sie mit der eigenen Cloud.

Das Speichern von Daten in der Cloud ist mittlerweile Alltag. Seit der NSA-Affäre fragen sich jedoch viele Anwender zu Recht, wer wohl so alles auf die online abgelegten Dateien zugreift. Möchten Sie sichergehen, dass Ihre Daten nicht in die falschen Hände geraten, richten Sie einfach eine eigene Datenwolke ein.

Für die individuelle Cloud-Infrastruktur gibt es inzwischen verschiedene freie Softwarelösungen. Dazu gehört die Softwaresuite Owncloud [1]. Da sie als Client/Server-Applikation arbeitet, eignen sich zur Installation am ehesten im Server-Umfeld etablierte Distributionen: Sie gewährleisten einen einfachen Betrieb und die nötige Stabilität für den professionellen Einsatz. Die Software selbst gibt es denn auch in einer Community- und in einer Enterprise-Variante, wobei Letztere sich zusätzlich mit Drittanwendungen wie solchen von Oracle versteht und auf Unternehmen ausgerichtete Angebote für den Support umfasst.

Installationschaos

In der brandneuen Community-Variante 9 bietet Owncloud unterschiedliche Optionen zur Installation an und kooperiert dabei laut Hersteller mit einer stattlichen Anzahl von Distributionen, für die es entsprechende Software-Repositories und Anleitungen gibt [2]. Im Test fiel die Wahl beim Server zunächst auf eine komplette Neuinstallation.

Doch gleich beim ersten Kandidaten, Debian "Jessie" in Version 8.3, brach die Installation des Servers auf mehreren Systemen unmotiviert mit unterschiedlichen Fehlermeldungen ab (Abbildung 1). Dieselben Fehlermeldungen erhielten wir sporadisch beim zweiten Kandidaten, dem brandneuen Ubuntu 16.04 "Xenial Xerus", auf dem die Installation des Servers in Version 9.0.1 ebenfalls mehrfach fehlschlug.

Abbildung 1: Bekannte, aber nicht behobene Probleme verhindern die Installation des neuen Owncloud-Servers unter Debian 8.3.

Als Grund für diese technischen Probleme ließen sich fehlerhaft aufgelöste Abhängigkeiten im Kontext mit PHP5 ausmachen. Es scheint sich hier um Packaging-Fehler zu handeln, die bereits in Vorgängerversionen der aktuellen Cloud-Software zu bemerken waren [3]. Doch selbst Anwender, die bereits eine ältere Version von Owncloud nutzen und diese auf den aktuellen Stand bringen möchten, bekommen von den Entwicklern einen erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand aufgebürdet: So gelingt es nicht, ein Upgrade über mehrere Versionen von Owncloud vorzunehmen.

Wer noch eine alte Version aus der Reihe 7 einsetzt und diese auf den Stand der aktuellen Version 9 bringen möchte, sieht sich mit einer Upgrade-Orgie ohnegleichen konfrontiert, angereichert um Bugs [4], die einer professionellen Cloud-Software nicht würdig sind. Da hier zudem im Fall von Fehlern beim Bedienen massive Datenverluste drohen, haben die Owncloud-Entwickler die Thematik im Internet ausgiebig angesprochen [5]. Darüber hinaus ist ein Downgrade gar nicht erst möglich.

Auch die Alternative, Owncloud aus den Repositories der Distributionen zu installieren, erweist sich bei näherem Hinsehen als problematisch: Zwar liegt die Cloud-Software inzwischen bei vielen Projekten in den Archiven, sodass sie sich – wie unter OpenSuse und Ubuntu getestet – problemlos auf den Massenspeicher packen ließe. Jedoch liegt die Owncloud in den Repos derzeit in der Regel noch nicht in der neuen Version 9 vor.

Somit bleibt in letzter Konsequenz im Augenblick nur die Option, die Installation von Owncloud 9 auf mehreren Distributionen zu testen, bis ein reibungsloser Betrieb gelingt. Im Test kamen wir in dieser Hinsicht schließlich beim offiziell nicht unterstützten Linux Mint 17.3 "Rosa" zum Zug.

Erste Schritte

Um die verschiedenen Dienste sauber zu installieren, fügen Sie im ersten Schritt auf dem Server die Paketquellen für Owncloud hinzu und bringen die Pakete anschließend auf den aktuellsten Stand. Dazu geben Sie auf der Kommandozeile mit Root-Rechten die Befehle aus den ersten drei Zeilen von Listing 1 ein. Damit steht die Software in der Liste der Repositories. Dann lesen Sie die Paketlisten frisch ein (Zeile 4).

Listing 1

$ wget -nv https://download.owncloud.org/download/repositories/stable/xUbuntu_14.04/Release.key -O Release.key
$ apt-key add - < Release.key
$ sh -c "echo 'deb http://download.owncloud.org/download/repositories/stable/xUbuntu_14.04/ /' >> /etc/apt/sources.list.d/owncloud.list"
$ apt-get update
$ apt-get install owncloud

Um einen Überblick zu erhalten, welche Pakete zu Owncloud bereitstehen, sehen Sie mit sudo apt-cache search owncloud die Liste der Pakete im Terminal ein. Zu guter Letzt installieren Sie das Paket owncloud, das alle Abhängigkeiten und benötigten Dienste nachzieht und konfiguriert (Zeile 5). Beachten Sie, dass bei der Installation von MySQL eine Abfrage nach dem Passwort zum Verwalten der Datenbank erscheint.

Ein Neustart des Systems startet anschließend die neuen Dienste. Um festzustellen, ob der Webserver fehlerfrei arbeitet, rufen Sie im Browser die Adresse http://127.0.0.1 auf. Apache meldet sich dann mit einer Testseite.

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