Xubuntu und Lubuntu

Unity, KDE, Gnome, Maté – sie alle möchten höchsten Bedienkomfort und eine reiche Auswahl an Begleitanwendungen bieten. Es gibt aber auch Anwender, die sich leichtgewichtigere Alternativen wünschen – sei es, weil die Funktionsfülle der "Großen" sie überfordert oder sie auf einem alten Rechner mit wenig Speicher arbeiten. Xubuntu [11] mit XFCE-Desktop (Abbildung 12) und Lubuntu [12] mit LXDE positionieren sich als Flavors für Minimalisten: Xubuntu belegt direkt nach dem Start und Öffnen eines Terminalfensters mit 227 MByte nur halb so viel Hauptspeicher wie Ubuntu mit Unity, KDE oder Gnome (siehe Tabelle "Ubuntu-Derivate: Speicherbelegung").

Abbildung 12: Mit seinem übersichtlichen Startmenü, dem sich optisch perfekt einfügenden Dateimanager und der Mediaplayer-Einbindung (rechts) ist der schlanke Xfce-Desktop funktional gar nicht so weit von Gnome und KDE entfernt.

Lubuntu (Abbildung 13) belegt nach dem Start lediglich 131 MByte – erste Wahl für alte Rechner mit weniger als einem GByte Arbeitsspeicher. Dort muss man sich dann aber auch bei den Anwendungen von komfortorientierten Ressourcenfressern fernhalten. Deshalb installiert Lubuntu statt LibreOffice das Duo Abiword und Gnumeric, das viele Anwendungsfälle abdeckt. Zwar ist Firefox an Bord, doch als E-Mail-Client kommt das leicht altbackene, Thunderbird funktionell aber recht ähnliche Sylpheed zum Einsatz. Da Lubuntu auf dieselben Software-Repositories zugreift wie jedes andere Ubuntu-Flavor, lassen sich die schwergewichtigeren Alternativen aber problemlos nachinstallieren.

Abbildung 13: Konventionell schlicht und vor allem mit extrem wenig Arbeitsspeicher begnügt sich der LXDE-Desktop von Lubuntu.

Beide Flavors nutzen ein eher konservatives Desktop-Layout mit einer Leiste, Xubuntu in Gnome-Tradition am oberem Rand, Lubuntu in Windows-Manier am unteren. Auch ein mit den optischen Einstellungen des Desktops harmonierender Dateimanager und ein Terminal sind in beiden Fällen an Bord. XFCE enthält ein Control-Center wie die Mainstream-Desktops, Lubuntu bündelt die Einstellungen in einem Untermenü im Starter.

Neuerungen hat Lubuntu allerdings kaum zu bieten: Die Entwickler warten immer noch auf die nächste Version des LXDE-Desktops, dessen Erscheinen sich wegen der Umstellung von GTK2 auf Qt5 verzögert. Deshalb bleibt der Desktop unter Lubuntu seit Version 14.04 im Wesentlichen gleich.

XFCE dagegen hat seit Xubuntu 15.10 von Version 12.1 auf 12.2 aktualisiert, zu dessen Vorteilen Verbesserungen beim Multi-Monitor-Support und Power-Management sowie ein neues Startmenü zählen. Fenster lassen sich nun wie unter Gnome und KDE durch Ziehen an die Desktop-Ränder schnell auf halbe oder Vollbildschirmgröße bringen. Die bereits angesprochenen Client Side Decorations in Gnome-Programmen integrieren sich nun ebenfalls problemlos. Insgesamt lohnt sich also ein Upgrade von Xubuntu 14.04.

Ubuntu-Derivate: Speicherbelegung

Flavor RAM-Verbrauch
Kubuntu 557 MByte
Ubuntu 537 MByte
Ubuntu Gnome 528 MByte
Ubuntu Maté 281 MByte
Xubuntu 227 MByte
Lubuntu 131 MByte

Fazit

Wie für eine Version mit Long Term Support zu erwarten, modernisiert Ubuntu 16.04 LTS nur sehr vorsichtig. Dass die auch für den Unternehmensbereich gedachte Version mit dem schon eine Weile geplanten Austausch der Kernkomponenten (X-Server und Paketmanagement) einmal mehr hinter dem Berg hält, überrascht nicht. Doch dafür wirkt das Gesamtsystem in allen Flavors diesmal ausgereift, Major-Versionssprünge beim Desktop liegen überall ausreichend lang zurück. 

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