Kubuntu

Eine ganze Reihe von Unity-Hassern nutzen das Ubuntu-Flavor Kubuntu [7] mit KDE-Desktop (Abbildung 5). KDE Plasma, der eigentliche Desktop, liegt nun in Version 5.5.4 bei, die seit einiger Zeit getrennt veröffentlichten KDE-Begleitanwendungen in Version 15.12.1.

Abbildung 5: Kein Desktop bringt so viele Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten mit wie KDE – das gilt auch für Kubuntu.

Nach einem Update von Kubuntu 15.10 und dem dort mitgelieferten Plasma 5.4.2 fallen auf den ersten Blick nur kosmetische Veränderungen auf, wie etwa neugestaltete Icons, die neue Standard-Schriftart Noto oder der aufgefrischte Desktop-Hintergrund. Einen wesentlichen Beitrag zu einem optisch homogenen Desktop leistet der nun mit KDE gelieferte GTK-Stil namens Breeze: Er nähert Gnome- und Gtk-Anwendungen wie Firefox oder Inkscape dem Look & Feel von KDE an.

Der Systemabschnitt der Kontrollleiste zeigte in Plasma 5 nur noch Icons von Anwendungen, die die neue StatusNotifierItem-Schnittstelle [8] nutzen. Nun erscheinen dort auch die Status-Icons älterer Programme. Auch der Anwendungsstarter bringt einige Verbesserungen mit: Den Favoriten lassen sich jetzt nicht mehr nur Programme hinzufügen, sondern auch Dokumente, Ordner und sogar Suchergebnisse. Das Anwendungsmenü zeigt sich kompakter, ohne an Funktionsumfang verloren zu haben (Abbildung 6).

Abbildung 6: Der schon seit KDE 4 bekannte Anwendungsstarter (links) zeigt nun ebenso wie das neue KDE-5-Startmenü (rechts) per Rechtsklick früher geöffnete Dokumente an. Hinzu kommen Optionen zum Ablegen des Starters auf dem Desktop oder der Taskleiste.

Flexibel bleiben

Für Umsteiger von der LTS-Version 14.04 ändert sich naturgemäß mehr: Für sie springt die Major-Version des KDE-Desktops von 4 auf 5. Zum Glück wiederholt sich dabei nicht der radikale Bruch in Funktionalität und Bedienung, wie er beim Sprung von KDE 3 auf 4 auftrat: Der Plasma-5-Desktop behält das Prinzip der frei platzierbaren Leisten und grafischen Elemente ("Plasmoids") bei (Abbildung 7). Viele der bei einem Major-Versionssprung schwer vermeidbaren Mängel und Ärgernisse eliminierten die Entwickler inzwischen.

Abbildung 7: Die Liste der Plasmoids (Desktop- und Taskleisten-Miniprogramme) ist unter Plasma 5.5 wieder vollständig, einige neue kamen hinzu.

Wie bisher lassen sich Plasmoids auf einer Leiste oder der Desktop-Oberfläche ablegen. Auch die altbekannte Taskleiste am unteren Bildschirmrand bleibt erhalten. Bei Bedarf können Sie aber unter KDE auch die aus Unity bekannten vertikalen Leisten mit großen Icons nachbilden. Wie unter Unity lassen sich einmal gestartete Programme per Rechtsklick als permanente Starter hinzufügen. Die Taskleistenstarter lassen sich nun aber auch per Rechtsklick im Startmenü einfügen.

Schon dieses einfache Beispiel zeigt: Der KDE-Desktop spielt in Sachen funktionaler Alternativen und Konfigurierbarkeit in einer anderen Liga als der simple Standard-Ubuntu-Desktop Unity. Nicht alle Anwender empfinden das aber als Vorteil. Auch arbeitet der seit Jahren beinahe unveränderte Unity-Desktop inzwischen deutlich stabiler als Plasma.

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