Cloud-Dienst MyTuxedo aus Deutschland

Immer auf Stand

Der neue Dienst MyTuxedo hält Daten synchron und integriert sich gut in das Linux-Ökosystem.

Der Markt der Cloud-Dienste ist aufgrund der großen Nachfrage in Bewegung. Während weniger erfolgreiche Anbieter bereits wieder verschwinden, versuchen Newcomer mit Alleinstellungsmerkmalen beim Kunden zu punkten. Dabei spielen – nicht zuletzt wegen der Enthüllungen von Edward Snowden – inzwischen vor allem in Deutschland Sicherheitsaspekte eine wachsende Rolle.

Die Anwender legen vermehrt Wert auf die vollständige Verschlüsselung der Daten – nicht nur in der Cloud selbst, sondern darüber hinaus beim Transport zwischen dem eigenen Rechner und dem Cloud-Speicher. Außerdem wachsen die Ansprüche an die Ergonomie der Client-Software, und Administratoren in Unternehmen freuen sich über einfach zu nutzende Tools zum Verwalten der Daten.

Mit dem aus Königsbrunn bei Augsburg stammenden Hardware-Hersteller Tuxedo Computers [1] steigt nun ein neuer Anbieter in den Ring, der mit der MyTuxedo-Cloud nach eigenen Angaben eine rundum abgesicherte Lösung bietet [2]. Der Dienst steht jedem Kunden des Mutterhauses kostenfrei offen. Die Firma verspricht dabei nicht nur eine verschlüsselte Übertragung per SSL, sondern außerdem eine nach dem unter Linux gängigen LUKS-Standard verschlüsselte Ablage der Dateien. Daneben hält das Unternehmen dreifache – ebenfalls verschlüsselte – Backup-Systeme dezentral vor. Die RAID-Verbünde von Cloud-Server wie Backup-Speicher liegen in Rechenzentren in Königsbrunn und Falkenstein, sodass keine Daten ins Ausland fließen, wo unter Umständen niedrigere Standards beim Datenschutz bestehen als in Deutschland.

Neben diesen Sicherheitsaspekten berücksichtigt der Dienst einige spezifische Bedürfnisse von Unternehmen: So erlaubt er es, Dokumente, Video- und Audio-Dateien nicht nur zu betrachten und – wenn das Format es erlaubt – anzuhören, sondern bringt zusätzlich die Möglichkeit mit, Dokumente online zu bearbeiten. Die Integration von E-Mail-Accounts und eine Terminverwaltung runden die Feature-Liste ab.

Um die Sicherheit in heterogenen Umgebungen zu erhöhen, bietet der Dienst obendrein auf der Seite des Servers einen Scanner, der Schadsoftware identifiziert. Besonders sicherheitsbewusste Naturen haben mit einem Papierkorb die Chance, gelöschte Datenbestände maximal 30 Tage lang bis zum endgültigen Entfernen wiederherzustellen. Dabei beschränkt sich die Trashcan-Kapazität auf maximal die Hälfte des gesamten Speicherplatzes.

Damit vor allem im Unternehmen wirklich alle Einsatzszenarien möglich sind, genügt es heute nicht mehr, Client-Software nur für die gängigen PC-Betriebssysteme bereitzustellen. Das Unternehmen trägt dem Rechnung, indem es für mobile Systeme wie Smartphones und Tablet-PCs eigene Clients anbietet. Am PC nutzen Sie die Software im Browser, zum Einbinden als Netzlaufwerk steht zusätzlich eine WebDAV-Schnittstelle bereit.

Einstieg

Die Cloud bietet allen Kunden von Tuxedo Computers automatisch und ohne weitere Kosten einen Online-Speicher mit 10 GByte Kapazität. Wer sich registriert, darf diesen nutzen. Dazu füllen Sie auf der Website des Anbieters die entsprechende Eingabemaske aus und geben die Registrierungsnummer ein, die Sie bei jeder Bestellung automatisch erhalten. Haben Sie mehrere Bestellungen beim Unternehmen getätigt und daher mehrere Codes für den Cloud-Dienst erhalten, besteht die Möglichkeit, damit weitere Anwender freizuschalten.

Bei Angabe der gewünschten Zugangsdaten in der Eingabemaske fällt zunächst auf, dass die Routine beim Authentifizieren unsichere Daten akzeptiert: So ist es problemlos möglich, das Konto mit identischem Benutzernamen und Passwort anzulegen. Nach dem ersten Registrieren sendet der Cloud-Dienst auf das angegebene Mail-Konto einen Link zum Aktivieren. Mit dieser Mail erhalten Sie zudem einen Link auf die Client-Software. Sie basiert auf der des quelloffenen Marktführers Owncloud (siehe Artikel in dieser Ausgabe) und ist daher für alle gängigen Plattformen erhältlich.

Der Dienst bietet zwei Optionen zum Zugriff auf den Online-Speicher: Einerseits mithilfe der Owncloud-Software, was weitergehende Einstellungen ermöglicht, andererseits über die MyTuxedo-Webseite.

Browserbasiert

Der Zugang über die MyTuxedo-Website im Browser führt Sie in eine Übersicht, der im rechten Bereich horizontal eine Liste gespeicherter Verzeichnisse und Dateien bietet und links vertikal angeordnet eine Menüleiste, die allerdings lediglich am oberen und unteren Rand einige Einträge aufweist (Abbildung 1).

Abbildung 1: An Übersicht im Webbrowser mangelt es beim Cloud-Dienst MyTuxedo nicht.

Um in der Hierarchie der Verzeichnisse zu navigieren, die mit den beiden Ordnern Documents und Photos zunächst noch recht übersichtlich ausfällt, klicken Sie doppelt auf das jeweilige Symbol. Daraufhin öffnet sich der Ordner, und Sie haben die Möglichkeit, durch Anklicken der Schaltfläche mit dem Pluszeichen oben mittig im Fenster in einem Menü auszuwählen, ob Sie eine Datei herunterladen oder einen neuen Unterordner anlegen möchten. Die Software bietet darüber hinaus das Speichern einer Textdatei an.

Sofern Sie Dateien von einem lokalen Massenspeicher in die Cloud übertragen möchten, klicken Sie den Menüpunkt Hochladen an und wählen anschließend die gewünschten Dateien im Dateimanager aus. Das klappt auch für mehrere Dateien gleichzeitig. Haben Sie die Auswahl abgeschlossen, transferiert die Software automatisch die Daten in die Cloud. Nach Anlegen der Verzeichnisstruktur und Speichern der Daten gelangen Sie durch einen Klick auf das Home-Symbol am oberen Fensterrand erneut in die oberste Ebene des Verzeichnisbaums.

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