Erst Schatten, dann Licht

Der erste gute Eindruck trübt sich beim Pre-Order-Gerät jedoch schnell: Nach dem Einschalten erwartet den Benutzer ein liebloser Begrüßungsdialog. Die Sprachauswahl umfasst eine enorme Liste von Ländern – so groß, dass das System Mühe hat, diese ohne Ruckeln anzuzeigen. In kleinen Schritten und mit viel Geduld müssen Sie sich vorkämpfen, bis Sie bei Deutsch (Deutschland) ankommen. Im Nachhinein betrachtet stand diese Erfahrung gewissermaßen symbolisch für das, was noch kommen sollte.

Nach dem Verbinden mit dem WLAN bot das vorbestellte Gerät ein Update auf die OTA-Firmware 10.1 an, auf dem offiziellen Testgerät war diese bereits installiert. Die regulären Käufer erhalten das Ubuntu-Tablet also mit der inzwischen verbesserten Software. Mit der aktuellen Firmware zeigt sich die Setup-Routine in einem besseren Bild: Hier ruckelt die Liste deutlich weniger, das Design sieht wesentlich ansprechender aus, die Zeitzone lässt sich (wie vom Desktop-Ubuntu gewohnt) über eine Weltkarte wählen. Die deutlich gestraffte Einleitung vermittelt lediglich, dass sich mit einem Fingerzug über die Ränder Wischgesten aktivieren lassen.

Kein virtuelles Keyboard

Im Praxistest soll das Ubuntu-Tablet eine SDHC-Speicherkarte mit 32 GByte Kapazität einbinden. Frisch aus der Verpackung möchte das System die bereits ab Werk mit ExFAT eingerichtete Karte jedoch erst einmal neu formatieren. Die in den Apps versteckte SD-Kartenverwaltung schreibt dazu ein FAT-Dateisystem auf die Karte. Damit lassen sich jedoch nur Dateien mit maximal 4 GByte Umfang nutzen. Linux-Dateisysteme wie Ext3/4 oder Btrfs bietet das Tool nicht. Formatieren Sie die Karte auf einem Desktop-Rechner mit einem dieser Dateisysteme, dann machen Sie den Datenträger damit für das Tablet unbrauchbar: Auch im Lesemodus beherrscht das Linux-Tablet nur das älteste aktive Windows-Dateisystem.

Als Nächstes muss die Software zeigen, was sie leisten kann. Aus dem Open-Source-Universum finden sich neben LibreOffice noch Anwendungen wie Gedit, Gimp oder Firefox vorinstalliert auf dem Gerät (Abbildung 3). Sie starten ohne unangenehm große Verzögerungen, doch aufgrund der hohen Auflösung des FHD-Tablets erscheinen die Bedienelemente der herkömmlichen Desktop-Anwendungen zu klein. Offensichtlich fehlt dem System eine dynamische Anpassung an die Pixeldichte höher auflösender Bildschirme. In der Praxis eignen sich die vom Linux-Desktop kaum wegzudenkenden Programme daher eher als Anzeigewerkzeuge.

Abbildung 3: LibreOffice neben einem Linux-Terminal, den System-Einstellungen und dem für Ubuntu Touch optimierten Browser.

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