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© Canonical

Das BQ Aquaris M10 Ubuntu Tablet mit Convergence-Funktionen

Frisch serviert

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Vor Kurzem ging das weltweit erste Ubuntu-Tablet mit Convergence an den Start. Grund genug, sich das Gerät genauer anzuschauen.

Auf diesen Augenblick haben viele lange gewartet: Mit der Einführung des BQ Aquaris E4.5 [1] flammte die Hoffnung auf eine Technik auf, die Canonical "Convergence" nennt. Sie verwandelt das Betriebssystem auf einem Mobilgerät in einen vollwertigen Desktop-Ersatz, sobald Sie einen Bildschirm und weitere Peripherie anschließen. Die zuvor geöffneten Programme bleiben erhalten, das System passt sie jedoch in Abhängigkeit von der Größe des aktiven Bildschirms an. So haben Sie Ihre Daten immer in der Tasche, frei nach dem Motto "computing on the go".

Damit entfiele theoretisch das umständliche Synchronisieren zwischen Geräten, vertrauliche Daten müssten nicht mehr in der Cloud lagern, kurzum: Eine neue Stufe des Personal Computing wäre erreicht. In der Praxis aber erwies sich das E4.5 als nicht leistungsfähig genug für Convergence, das Feature kommt erst bei richtig kraftvollen Geräten zum Tragen. Das in der Folge erschienene Meizu MX4 [2], ein Bolide mit acht CPU-Kernen und reichlich Speicher, ließ erneut Hoffnung aufkeimen – doch selbst für das potente MX4 blieb das anfangs versprochene Convergence-Feature letztlich aus.

Doch nun kommt endlich wieder Spannung in die Sache: Nahezu zeitgleich mit dem Meizu 5 Pro "Ubuntu Edition" – dem nächsten Ubuntu-Kraftprotz des Herstellers – bringt BQ das Aquaris M10 "Ubuntu Edition" auf den Markt. Allerdings handelt es sich dabei keineswegs um eine komplette Neuentwicklung, die Hardware-Spezifikationen wirken ein wenig angestaubt (siehe Tabelle "Technische Daten").

Technische Daten

  Aquaris M10 HD Aquaris M10 FHD
 
CPU MediaTek Quad Core MT8163B bis 1,3 GHz MediaTek Quad Core MT8163A bis 1,5 GHz
GPU MediaTek Mali-T720 MP2 bis 520 MHz MediaTek Mali-T720 MP2 bis 600 MHz
RAM 2 GByte 2 GByte
Interner Speicher 16 GByte 16 GByte
Display 10,1 Zoll, 1280 x 800 Pixel, 160 ppi 10,1 Zoll, 1920 x 1200 Pixel, 240 ppi
Kamera Front: 2 Mpx, Rückseite: 5 Mpx Front: 5 Mpx, Rückseite: 8 Mpx
Verbindungen 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS
Anschlüsse Micro-HDMI, Micro-USB OTG, Kopfhörer, Micro-SDHC Micro-HDMI, Micro-USB OTG, Kopfhörer, Micro-SDHC
Abmessungen 246 x 171 x 8,2 mm 246 x 171 x 8,2 mm
Gewicht 470 Gramm 470 Gramm

Zwei Varianten

Das BQ Aquaris M10 gibt es in zwei Leistungsklassen: Im weißen Gehäuse bringt es als HD-Version ein Display mit 1280 x 800 Bildpunkten (149 ppi) mit sowie einen mit 1,3 GHz getakteten Prozessor mit vier Kernen. Das Modell in Schwarz (Abbildung 1) ist als FHD-Version ausgelegt, das Display arbeitet daher mit satten 1920 x 1200 Bildpunkten (224 PPI). Als Herz versieht ein mit 1,5 GHz getakteter Vier-Kern-Prozessor seinen Dienst.

Bei den Basisbausteinen MT8163B beziehungsweise MT8163A handelt es sich um SoCs ("System on a Chip") von MediaTek. Sie enthalten einen ARM Cortex-A53 (64 Bit) begleitet von einer Mali-T720 MP2 als Grafikeinheit, die Auflösungen bis zu 1920 x 1200 Bildpunkten unterstützt.

Abbildung 1: Das Aquaris M10 in der Ubuntu Edition.

Die leistungsstärkere Variante kommt mit höher auflösenden Kameras: 8 Megapixel auf der Rückseite und 5 Megapixel auf der Vorderseite. Beim kleineren Zwilling sind es lediglich 5 Megapixel auf der Rückseite und 2 Megapixel auf der Vorderseite. Die restlichen technischen Daten entsprechen sich: Hier wie da weist der Bildschirm eine 10,1 -Zoll-Diagonale auf, zwei Lautsprecher geben ihren Ton in Richtung des Benutzers ab. Einen LED-Blitz suchen Sie vergeblich, nur eine kleine RGB-LED für Benachrichtigungen findet sich frontseitig.

Mit 470 Gramm bewegt sich das Gewicht im üblichen Bereich für ein Tablet, der Lithium-Polymer-Akku ist mit 7280 mAh ausreichend groß bemessen. An Anschlussmöglichkeiten gibt es erwartungsgemäß eine Buchse für Kopfhörer, einen Micro-USB-Anschluss (OTG-fähig) und einmal Micro-HDMI. Befremdlich wirkt, dass der Hersteller gerade einmal 16 GByte eMMC-Speicher fest verbaut hat: Nach Abzug des Speichers für das Betriebssystem bleiben gerade noch 10 GByte übrig. Immerhin lässt sich der Speicher über den Kartenslot mit SDXC-Karten um bis zu 64 GByte erweitern.

BQ verlangt im Direktvertrieb 279 Euro für die FHD-Version und 229 Euro für die HD-Version. Bezogen auf die Technik und den Preis fällt das Gerät damit ins untere Mittelfeld. Im Test muss sich das BQ Aquaris M10 doppelt beweisen: Einmal als ein über die Pre-Order-Aktion erstandenes Modell für Schnellentschlossene, das zweite Gerät fand als Teststellung seinen Weg in die Redaktion.

Nur das Nötigste

Wer das Tablet im Vorverkauf erwarb, erhält zusätzlich zum normalen Lieferumfang eine Schutzhülle sowie zwei Folien, die das Display schützen. Ansonsten bringt das Aquaris M10 nur einen USB-Ladeadapter mitsamt übermäßig stabilem USB-Kabel mit, wie man es von diesem Hersteller bereits kennt. Zudem liegen der Verpackung diverse Zettel inklusive einer Kurzanleitung bei. Ein Headset fehlt hingegen.

So unspektakulär die Leistungsdaten erscheinen, so erfreulich sticht die gute Verarbeitung ins Auge: Das Gerät liegt gut in der Hand, die gummierte Soft-Touch-Oberfläche des Gehäuses (Abbildung 2) garantiert sicheren Halt. Allerdings erweisen sich solche Oberflächen oft als nicht lange haltbar. Design ist bekanntlich immer eine Frage des Geschmacks: BQ wählte für das Aquaris M10 schlichte Komponenten. Es gibt keine auffälligen Elemente, keinen Rand aus Chrom, kein Glas oder Edelstahl, keine Karbonfaser- oder Klavierlack-Optik. Das Ergebnis spricht trotzdem oder gerade deswegen an.

Abbildung 2: Das Aquaris M10 ist solide verarbeitet, der Anmutung fehlt jedoch der Glanz höherwertigerer Geräte.

Das Display leuchtet gleichmäßig und in der FHD-Variante absolut ausreichend. Der Zehn-Finger-Touchscreen reagiert schnell und präzise; der breite Rand erweist sich später für das über Wischgesten zu bedienende Ubuntu Touch OS als als recht praktisch. Eindrücken lässt sich nichts, der Knopf zum Einschalten und die Tasten zum Regeln der Lautstärke am oberen rechten Rand klappern nicht. Insgesamt erscheint die Verarbeitung hinsichtlich der Preisklasse des Geräts als absolut top.

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