Freigiebig

Für kollaboratives Arbeiten in der Cloud ist das gemeinsame Nutzen einzelner Inhalte unerlässlich. Daher bietet Pydio wie alle professionellen Cloud-Systeme eine Freigabe-Funktion, mit deren Hilfe Sie Dateien oder Ordner entweder durch Generieren eines öffentlichen Links oder über die Arbeitsumgebung für andere Nutzer freigeben. Diese Funktion erreichen Sie, sobald Sie mit der rechten Maustaste die freizugebende Datei oder den entsprechenden Ordner anklicken. Danach öffnet sich ein Kontextmenü, in dem Sie den Eintrag Freigabe wählen.

Im darauf folgenden Dialog generieren Sie durch Setzen eines Häkchens vor Als öffentlicher Link freigeben eine URL, die Sie beispielsweise per E-Mail an einen Empfänger versenden. In diesem Dialog lassen sich zusätzlich auch Rechte vorgeben, die für den externen Anwender in der Freigabe gelten. Da der von Pydio erzeugte Link in aller Regel lang und unübersichtlich ausfällt, lässt er sich durch einen Klick auf Link personalisieren modifizieren und dementsprechend mit einer frei konfigurierbaren Abkürzung versehen.

Analog dazu senden Sie aus dem Dialog Benutzerverwaltung die freizugebende Datei mit einer Einladung an weitere Pydio-Nutzer. Dabei können Sie aus einer Liste vorhandener Gruppen und Benutzer den oder die Empfänger auswählen. Diese erhalten in ihrer Arbeitsumgebung Freigegebene Dateien eine entsprechende Nachricht, sodass sie die jeweilige Datei gemäß Ihren voreingestellten Rechten öffnen oder ändern dürfen.

Synchronisation

Zu den essenziellen Aufgaben jedes Cloud-Diensts gehört auch der zeitnahe automatische Abgleich lokaler und in der Cloud gespeicherter Daten. Pydio hinterlässt dabei ein zwiespältiges Bild, da sich der Sync-Client für Linux aufgrund fehlender distributionsspezifischer Pakete nur überaus holprig installieren lässt und ihm aufgrund eines fehlerhaften Sync-Agents auch wichtige Funktionen fehlen.

Sind Sie nicht auf einen grafischen Client angewiesen und möchten die Synchronisation im Hintergrund ablaufen lassen, dann bietet Pydio die Option, einen Sync-Agent zu installieren. Den müssen Sie allerdings vor dem Ersteinsatz im Browser noch konfigurieren. Zur Installation laden Sie den aktuellen Linux-Client von der Webseite des Projekts [3] herunter und entpacken den rund 44 MByte großen Tarball mithilfe des ersten Befehls aus Listing 6.

Listing 6

$ tar -xzvf PydioSync-Linux-Binaries*.tar.gz
$ cd pydio-agent
$ ./pydio-agent --api_user=Benutzer --api_password=Passwort

Das Archiv enthält die Unterverzeichnisse pydio-agent und pydio-ui. Wechseln Sie ins Verzeichnis pydio-agent und führen Sie am Prompt das Kommando für den Start des Agenten aus (Zeile 3). Üblicherweise startet daraufhin der Synchronisationsdienst und fordert Sie auf, für die Erstkonfiguration den Browser zu öffnen. Im Test jedoch brach die Routine häufig ab, mit einer Vielzahl von Fehlermeldungen.

Eine Recherche im Internet ergab, dass die Pydio-Entwickler den Fehler bereits seit mehr als einem Jahr kennen. Offenbar hängt er mit Python 2.7 und den Glib-Object-System-Bibliotheken zusammen. Ein Abhilfe schaffender Patch dazu fehlt allerdings bislang. In unseren Tests ließ sich das Problem auf allen Linux-Distributionen nachvollziehen, die XFCE als Arbeitsoberfläche nutzen. Auf Systemen mit dem KDE-Desktop oder Gnome startete der Agent hingegen ohne Komplikationen.

Sobald der Agent arbeitet, öffnen Sie im Browser über die URL http://localhost:5556 eine neue Sitzung und melden sich dort nochmals an. Auch dabei traten mit der zum Testzeitpunkt aktuellen Version 1.2.2 des Sync-Clients gravierende Fehler auf: So ließ sich weder unter Fedora 23 (Gnome) noch unter Mageia 5 (KDE) eine Verbindung zum Server aufbauen, da dieser die Authentifizierungsdaten nicht akzeptierte. Unter Rosa Linux in der aktuellen Variante ließ sich der Sync-Client dagegen anstandslos auf Anhieb zur Mitarbeit bewegen.

Sobald Sie im Browser die Konfigurationsoberfläche öffnen, gilt es zunächst, Grundeinstellungen zu den Update-Frequenzen, den Logs und zur lokalen Datenbank vorzunehmen. Nach dem Speichern melden Sie sich erneut an und definieren im weiteren Verlauf die zu synchronisierenden Verzeichnisse. Außerdem bietet der Dialog in den erweiterten Einstellungen die Möglichkeit, Synchronisationshäufigkeit und die Richtung des Datenabgleichs festzulegen. Zudem geben Sie bei Konflikten vor, ob Sie bei unterschiedlichen Dateiversionen auf lokalem System und Server beide Versionen behalten oder aber eine davon löschen lassen wollen (Abbildung 8).

Abbildung 8: Die vom Sync-Client abzugleichenden Verzeichnisse legen Sie bequem über eine Weboberfläche fest.

Nach dem Speichern sämtlicher Modifikationen über die entsprechende Schaltfläche und einem Klick auf den Button Weiter im Hauptfenster erhalten Sie statistische Angaben zur bevorstehenden ersten Synchronisation. Diese stoßen Sie anschließend durch einen Klick auf die Schaltfläche Synchronisierung starten! an. Nach Abschluss des ersten Datenabgleichs erhalten Sie eine Mitteilung über den Erfolg der Aktion. Folgesynchronisationen erfolgen zuverlässig gemäß den vorhandenen Einstellungen.

Der grafische Pydio-Client beschränkt sich lediglich auf das Darstellen eines Icons im Benachrichtigungsbereich der Desktop-Umgebung (Abbildung 9). Im Test erschien das Icon jedoch nur unter Gnome, Ubuntus Unity-Oberfläche unterschlug das Programmsymbol.

Abbildung 9: Die grafische Oberfläche des Pydio-Sync-Clients beschränkt sich lediglich auf eine Statusanzeige.

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