Benutzeroberfläche

Die Hauptseite von Pydio ist sehr einfach aufgebaut: Links in einem vertikalen Bereich finden Sie Ihre Arbeitsumgebung. Sie enthält direkt nach der Erstkonfiguration lediglich die drei Menüs Öffentliche Dateien, Meine Dateien und Freigegebene Dateien. Sobald Sie auf einen der Einträge klicken, öffnen sich rechts im größeren Fensterbereich die entsprechenden Dateien und Unterverzeichnisse in einer Listenansicht (Abbildung 3). Mittig im Hauptbildschirm führt Pydio zudem Links zum Herunterladen verschiedener Clients für die Dateisynchronisation auf. Ein Linux-Client fehlt jedoch in der Auflistung.

Abbildung 3: Pydio punktet mit einer eingängigen und modernen Arbeitsoberfläche.

Oben rechts verbirgt sich hinter dem Anmeldenamen ein Menü. Aus diesem heraus öffnen Sie das Dashboard, in dem Sie Ihr eigenes Profil verwalten. Zudem erreichen Sie aus diesem Menü auch die allgemeinen Einstellungen für Pydio. Die stehen jedoch nur dann zur Verfügung, wenn Sie sich – wie nach der Erstanmeldung – mit Administratorrechten anmelden. Das Einstellungsmenü bietet im wiederum asymmetrisch zweigeteilten Bildschirm diverse Optionen zum Management der Cloud: Hier legen Sie Benutzer und Gruppen an, definieren deren Rollen oder passen deren Arbeitsumgebungen an.

Darüber hinaus gestattet das Einstellungsmenü die Ansicht und Analyse von Logdateien und bietet eine Diagnosefunktion, die über den Status von verschiedenen Modulen informiert. In jeweils eigenen Dialogen legen Sie Themes und das generelle optische Erscheinungsbild fest. Hier nehmen Sie zusätzlich auch technische Anpassungen vor.

Um neue Gruppen und Benutzer in das System zu integrieren, klicken Sie im Einstellungsmenü links zunächst auf den Eintrag Benutzer & Gruppen und anschließend oben mittig auf den Button Neuer Benutzer oder Neue Gruppe. Damit Sie Benutzer einzelnen Gruppen zuweisen können, empfiehlt es sich, zunächst Gruppen zu definieren.

Nach dem Klick auf Neue Gruppe öffnet sich ein Fenster, in dem Pydio eine Gruppen-ID und ein Label wissen möchte; Sie müssen jedoch nur die ID zwingend eintragen. Nach einem Klick auf OK legt die Software die neue Gruppe an und bildet einen entsprechenden Suchpfad mit einem dazugehörigen Ordnernamen im Klartext. Neu angelegte Gruppen fügt Pydio sofort in die Liste links im Fenster ein. Klicken Sie dort die jeweilige Hauptgruppe an und wählen dann oben mittig in der Hauptgruppe die Schaltfläche Neue Gruppe aus, auf dieselbe Art lassen sich Untergruppen definieren.

Nach dem Anlegen der Gruppen fügen Sie neue Benutzer zum System hinzu. Im Hauptfenster Benutzer**&**Gruppen wählen Sie dazu die Option Neue Benutzer aus und geben im sich daraufhin öffnenden Fenster den Benutzernamen und das Passwort für den neuen User ein. Danach verzweigt Pydio in ein benutzerspezifisches Konfigurationsmenü. Dort bestimmen Sie die Rolle des Nutzers und damit seine Rechte; zudem legen Sie Benachrichtigungsmöglichkeiten per E-Mail, die Arbeitsumgebung und optional ein Avatar-Bild fest.

Meldet sich der neue Besitzer dann zum ersten Mal an, kann er in seiner eigenen Arbeitsumgebung durch einen Klick auf den Button Neuer Ordner rechts oben eigene Dateistrukturen anlegen. Anschließend lassen sich per Drag & Drop neue Inhalte in den jeweiligen Ordner aus dem lokalen Dateimanager heraus verschieben.

Nacharbeiten

Beabsichtigen Sie, hochauflösende Bilder oder größere Videos in die Cloud zu laden, sollten Sie vorab die maximale Dateigröße neu definieren, da sonst die Gefahr besteht, dass Pydio den Datentransfer auf den Server unter Hinweis auf eine zu große Datenmenge ablehnt. Die maximale Dateigröße ebenso wie die Anzahl der hochladbaren Dateien passen Sie als Administrator im Menü Grundeinstellungen | Uploader-Einstellungen an (Abbildung 4).

Abbildung 4: Ohne Anpassung der Konfiguration des Webservers lassen sich nur Dateien bis maximal 2 MByte Größe hochladen.

Die Anzahl der ladbaren Dateien und das Gesamtvolumen lassen sich problemlos modifizieren. Allerdings akzeptieren die Standardeinstellungen keinen Wert, der über die voreingestellte maximale Dateigröße von 2 MByte hinausgeht. Um das zu ändern, müssen Sie die Datei php.ini bearbeiten, die Sie im Verzeichnis /etc/php5/apache2/ finden. Sie öffnen sie in einem Texteditor und suchen die Zeilen post_max_size und upload_max_filesize. Die dort vorgegebenen Werte ersetzen Sie durch die gewünschten Dateigrößen. Nach dem Abspeichern der Datei starten Sie mit dem Befehl sudo service apache2 restart den Webserver neu. Sie können anschließend in den Konfigurationseinstellungen von Pydio die Größenwerte entsprechend anpassen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die maximale Dateigröße für Datentransfers auf den Pydio-Server gibt die PHP-Konfiguration des Webservers vor.

Nach Abschluss der Modifikationen laden Sie erste Daten auf den Cloud-Server. Dazu klicken Sie oben rechts in der Arbeitsumgebung auf den Button Hochladen und wählen dann die gewünschten Dateien im lokal gestarteten Dateimanager aus. Alternativ laden Sie Inhalte aus dem lokalen Dateimanager per Drag & Drop in den Webbrowser auf den Pydio-Server hoch. Die auf den Server geladenen Dateien erscheinen automatisch im rechten Bereich der Arbeitsumgebung, wobei ein Klick auf eines der Symbole nähere Informationen und eine leicht vergrößerte Vorschau ganz rechts im Fenster einblendet. In dieser Ansicht finden Sie in der oben horizontal verlaufenden Menüzeile grundlegende Bearbeitungsfunktionen.

Ein Doppelklick auf eine beliebige Datei öffnet zudem eine Vollansicht, in der Sie Bilder auch in Form einer Slideshow ansehen können (Abbildung 6). Für Dateien im ODT-Format und PDF-Dokumente fehlt eine solche Vorschau. Hier erscheint beim Anklicken lediglich ein Systemdialog, der das lokale Speichern der Datei oder das Öffnen mithilfe einer Drittanwendung anbietet. Lediglich einfache Textdateien öffnet Pydio nach einem Doppelklick auf das entsprechende Dateisymbol in einem simplen Editor, der dann auch das Bearbeiten gestattet (Abbildung 7).

Abbildung 6: Der in Pydio integrierte Bildbetrachter bietet auch eine Galeriefunktion.
Abbildung 7: Textdokumente lassen sich einsehen und im integrierten Editor bearbeiten.

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