Hardware

Um das Betriebssystem möglichst effizient zu testen, fiel die Auswahl bei den Testgeräten auf ein brandneues Chromebook 14 G4 des US-amerikanischen Herstellers Hewlett-Packard und für ein Chromebook 11 G4 EE des gleichen Herstellers, das in Deutschland derzeit noch nicht erhältlich ist (siehe Tabelle "Die Testgeräte").

Die Testgeräte

  HP Chromebook 14 G4 HP Chromebook 11 G4 EE
Prozessor Intel Celeron N2940 Intel Celeron N2840
Anzahl Kerne 4 2
Taktfrequenz 1,83 bis 2,25 GHz 2,16 bis 2,58 GHz
Arbeitsspeicher 4 GByte DDR3L SDRAM 4 GByte DDR3L SDRAM
Massenspeicher 16 oder 32 GByte eMMC 16 oder 32 GByte eMMC
Displaygröße 14 Zoll LED-Bildschirm 11,6 Zoll (LED- oder IPS-Bildschirm)
Auflösung 1336x768 oder 1920x1080 Punkte 1366x768 Punkte
Anschlüsse 1 USB 3.0, 2 USB 2.0, HDMI, Audio, Netz 1 USB 3.0, 1 USB 2.0, HDMI, Audio, Netz
Kommunikation WLAN 802.11ac, Bluetooth 4.0 WLAN Dual-Band 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, optional UMTS/HSPA/LTE
Einschübe SD-Kartenslot für SD/SDHC/SDXC/MicroSD-Karten SD-Kartenslot für SD/SDHC/SDXC/MicroSD-Karten
Preis 479 Euro (mit FHD-Display) ab 169 US-Dollar

Die aktuelle Hardware ermöglichte es, zu prüfen, ob die entsprechenden Treiber unter GalliumOS bereitstehen und wie viel Ressourcen die schwächere Hardware bereitstellt, denn das Chromebook 14 ist mit einem Celeron-Prozessor vom Typ N2940 ausgestattet und gehört damit zur aktuellen Generation der Bay-Trail-Prozessoren, die mit vier Kernen ohne Hyper-Threading arbeiten [6].

Der im Chromebook 11 G4 verbaute Celeron N2840 verfügt dagegen lediglich über zwei Kerne, ist jedoch geringfügig höher getaktet [7]. Die zur Gruppe der Atom-CPUs gehörenden Prozessoren fallen vor allem durch äußerst geringe Leistungsaufnahme auf: Unter Last benötigen sie maximal 7,5 Watt, sodass eine entsprechend lange Laufzeit des Akkus zu erwarten ist. Die Geräte kommen daher auch ohne Lüfter aus und arbeiten somit lautlos.

Beide CPUs greifen im Gerät auf jeweils 4 GByte Arbeitsspeicher zu. Daneben bietet das 14-Zoll-Gerät ein herkömmliches HD-Display mit einer Auflösung von 1366x768 Pixeln, wobei der Hersteller alternativ ein FHD-IPS-Display (1920x1020 Pixel Auflösung) anbietet.

Das Chromebook 11 verfügt über ein 11,6-Zoll großes HD-Display. Brandneu ist der in beiden Geräten verbaute Dual-Band-WLAN-Adapter, der den Standard 802.11ac unterstützt. Die Geräte bieten weiterhin drei respektive zwei USB-Anschlüsse, eine HDMI-Buchse und einen Anschluss für einen Kopfhörer.

Außerdem ist ein Einschub für SD-Karten vorhanden [8]. Als Massenspeicher sind in den Geräten eMMC-Flash-Module mit einer Kapazität von jeweils 16 GByte verbaut. Alternativ stehen Modelle mit 32 GByte fassenden eMMC-Karten als internem Massenspeicher bereit.

Vorbereitungen

Um die Hardware zu modifizieren, versetzen Sie zunächst das Gerät in den Root- oder Entwicklermodus. Drücken Sie dazu [Esc]+[F3], und schalten Sie das Gerät gleichzeitig ein. Da Chromebooks eine geringfügig modifizierte Tastatur ohne dedizierte F-Tasten aufweisen, ist zu berücksichtigen, dass die Taste [F3] auf dem Google-Gerät der Refresh-Taste entspricht (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ein leicht verändertes Layout der Tastatur bei den Chromebooks bedarf zunächst einer kleinen Gewöhnung.

Nach einer Warnmeldung, die auf ein angeblich fehlendes Chrome OS hinweist und die Sie durch Drücken von [Strg]+[D] überspringen, blendet das Betriebssystem nach einer kurzen Wartezeit zunächst eine Maske zum Anmelden ein. Sie müssen sich hier bei Google registrieren und sich anschließend mit den Zugangsdaten Ihres neuen Google-Kontos anmelden.

Sind Sie bereits bei Google registriert, melden Sie sich mit den vorhandenen Daten zum Authentifizieren an. Nun befindet sich das Gerät im Entwicklermodus, und Sie schalten es wieder aus.

Im nächsten Schritt entfernen Sie den Schreibschutz für die Firmware, was das Öffnen des Geräts erfordert. Hewlett-Packard liefert zu all seinen Geräten, so auch zu den Chromebooks, eine ausführliche Dokumentation in Gestalt eines als PDF-Datei erhältlichen Service Guides mit [9]. Da beide Geräte über BIOS-Bausteine verfügen, die ein Schreiben erlauben und die jeweils mit einer Schraube geschützt sind, müssen Sie diese entfernen, um die Firmware zu modifizieren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Schreibschutz-Schraube für die Firmware ist in den Chromebooks von HP deutlich gekennzeichnet.

Es empfiehlt sich, dabei strikt nach den Anleitungen vorzugehen, damit Sie nicht versehentlich andere Bauteile beschädigen. Die Schrauben sind jeweils durch ein auf der Platine daneben aufgedrucktes großes Dreieck markiert und weisen einen flachen, überdimensionierten Kopf auf.

Nach Entfernen der Schreibschutz-Schraube montieren Sie das Gerät wieder, da keine weiteren Eingriffe in die Hardware nötig sind. Anschließend starten Sie es neu und überspringen die entsprechenden Meldungen erneut durch Drücken von [Strg]+[D].

Haben Sie sich angemeldet und durch Eingabe der Daten zum Authentifizieren die Internet-Anbindung aktiviert, öffnen Sie über die Kombination [Strg]+[Alt]+[T] ein Terminal. Durch Eingabe des Befehls shell am Prompt der Crosh-Developer-Kommandozeile starten Sie die Bash. Im Anschluss daran geben Sie die Befehlsfolge aus Listing 1 ein.

Listing 1

$ cd
$ rm -f flash_chromebook_rom.sh
$ curl -L -O https://johnlewis.ie/flash_chromebook_rom.sh
$ sudo -E bash flash_chromebook_rom.sh

Dies lädt die alternative Firmware von der angegebenen Webseite und installiert sie. Folgen Sie beim Austausch der Firmware exakt den Meldungen am Bildschirm, da fehlerhafte Eingaben die Firmware zerstören und damit zu einem unbrauchbaren System führen.

Die Routine installiert dabei den freien Coreboot-Code, um das Mainboard und alle Komponenten zu starten. Anschließend lädt das Skript als Payload für Coreboot das SeaBIOS. Da diese Vorgänge transparent ablaufen, sind keine weiteren manuellen Einstellungen nötig. Haben Sie die Firmware des Geräts somit erfolgreich ausgetauscht, schalten Sie das Gerät ab.

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