Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Kompakter Webserver Alaya 2.1, flexibler FTP-Server Bftpd 4.4, Festplattenentrümpler Qdirstat 0.98, Passwortverwalter Qtpass 1.1.1.

Zwergapache

Der kompakte Webserver Alaya 2.1 benötigt wenig Ressourcen und bietet zahlreiche Funktionen wie CGI-Skripte oder das Umleiten von Verbindungen auf andere Server sowie eine rudimentäre Proxy-Funktion.

Bei Webservern und WebDAV denken viele Anwender sofort an Apache. Erscheint Ihnen der Platzhirsch zu groß und zu ressourcenhungrig, dann sollten Sie einen Blick auf Alaya werfen. Hinter dem klangvollen Namen verbirgt sich eine kompakte, einfach zu konfigurierende Software mit WebDAV-Unterstützung. Standardmäßig arbeitet Alaya in einer Chroot-Umgebung. Den Parameter VPath in der Konfigurationsdatei ermöglicht es aber, CGI-Skripte selbst dann auszuführen, wenn diese nicht im Chroot-Bereich liegen.

Darüber hinaus bietet der Server eine rudimentäre WebDAV-Funktion. Das Verwalten der Benutzer erfolgt dabei wahlweise über die Software selbst oder über gängige Strukturen wie PAM und Passwd. Nach dem erfolgreichen Anmelden finden Sie sich direkt im Verzeichnis auf dem Server wieder. Laut den Entwicklern haben einige Windows- und Mac-Clients jedoch Probleme mit der WebDAV-Unterstützung – nähere Informationen dazu enthält die Datei CLIENTPROGRAMS.

Die Konfigurationsdatei des Servers gestaltet sich sehr übersichtlich. Das Archiv mit den Quellen enthält ein gut dokumentiertes Beispiel, das bei Bedarf als Grundlage für eine eigene Konfiguration dient. Hier geben Sie neben anderen Optionen die Methode zum Authentifizieren an und legen den Schlüssel für den HTTPS-Zugang fest. Über Allow- und Deny-Parameter definieren Sie außerdem, welche Nutzer sich am Server anmelden dürfen.

Mittels einer Event-Funktion legen Sie fest, wie der Server auf bestimmte Client-Adressen, HTTP-Header-Einträge, Verbindungsmethoden oder das Anmelden von Benutzern reagiert. So besteht die Möglichkeit, ein definiertes Skript auszuführen, sobald sich ein bestimmter Nutzer anmeldet. Einige Beispiele finden Sie in der Datei README im Archiv.

Alaya 2.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.cjpaget.co.uk/Code/Alaya/

Datenschubser

Der FTP-Server Bftpd 4.4 eignet sich hervorragend als Netzspeicher – allerdings nur in geschlossenen Netzen, denn das Tool unterstützt keine verschlüsselte Kommunikation.

In der Anfangszeit des Internets waren FTP-Server das Mittel der Wahl, um Daten zwischen Systemen auszutauschen. Heute übernehmen zunehmend webbasierte Lösungen im Stil von Dropbox diese Aufgabe. Vertrauen Sie nach wie vor lieber auf einen einfach einzurichtenden FTP-Server, dann sollten Sie einen Blick auf Bftpd riskieren.

Der kompakte Server bringt eine übersichtliche und flexible Konfiguration mit. Die entsprechende Datei /etc/bftp.conf gliedert sich in globale und benutzerspezifische Abschnitte. Im globalen Bereich legen Sie die grundlegende Konfiguration des Servers fest. Dazu zählen etwa der Port, auf dem die Software Anfragen annimmt, sowie der Port-Bereich, in dem sie Verbindungen zum Übertragen öffnet. Möchten Sie das System absichern, legen Sie außerdem ein Chroot-Verzeichnis fest, in dem das Programm arbeitet. Weitere Parameter definieren die Puffergröße und regeln, ob die Software versteckte Dateien eines Verzeichnisses anzeigt.

Die Schnittstellen, an denen der Server lauscht, legen Sie diese über BIND_TO_ADDR fest. Mit dem Parameter-Set ALLOWCOMMAND_ schränken Sie bei Bedarf die verfügbaren FTP-Befehle ein. Auf Wunsch komprimiert die Anwendung Dateien vor dem Übertragen mit Gzip. Im Benutzerbereich definieren Sie für jeden User, ob ihm der Zugriff erlaubt ist und in welchem Verzeichnis er sich aufhalten darf. Zum Authentifizieren greift das Bftpd auf PAM oder auf Passwd zurück. Sie starten den Server wahlweise über Inetd oder als eigenständigen Dienst. Im Archiv finden Sie ein Beispiel für die Konfiguration.

Bftpd 4.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://bftpd.sourceforge.net

Statistiker

Wird es auf der Festplatten eng, spüren Sie mithilfe von Qdirstat 0.98 schnell die Ursachen dafür auf.

Sie kennen das sicher: Bereits nach wenigen Monaten läuft die neue, große Festplatte fast voll. Möchten Sie wissen,, wo der Platz geblieben ist, gehen Sie am besten mit Qdirstat auf die Suche. Dessen Entwickler haben sich am bekannten Kdirstat orientiert, das KDE-Anwendern schon seit langem gute Dienste leistet. Anders als Kdirstat basiert Qdirstat nur auf den Qt5-Bibliotheken und kommt ohne weitere Software aus der KDE-Welt aus. Das macht das Tool auch für Gnome-Anwender attraktiv. Darüber hinaus spendierten die Entwickler Qtdirstat eine Reihe von neuen Funktionen.

Nach dem Programmstart wählen Sie den zu analysierenden Zweig des Verzeichnisbaums aus. Die Software zeigt diesen in einer Übersicht, wobei sie den Platzbedarf jedes Unterverzeichnisses nicht nur in MByte und Prozent angibt, sondern zusätzlich mit einem Balken optisch hervorhebt. Außerdem sehen Sie, wann das Verzeichnis zuletzt genutzt wurde. Unten im Fenster erscheint eine sogenannte Cushion Map, in der jedes farbige Rechteck für eine Datei steht. Die über die Einstellungen veränderbare Farbe gibt einen Hinweis auf den Dateityp, die Größe des Rechtecks entspricht dem enthaltenen Datenvolumen. Über den Verzeichnisbaum navigieren Sie durch die Ordner. Das Kontextmenü stellt weitere Funktionen wie das Löschen oder Komprimieren eines Verzeichnisses bereit. Bei Bedarf öffnen Sie einen Dateimanager oder ein Terminal.

Alle Dateien eines Unterverzeichnisses zeigt das Programm in einem virtuellen Ordner. Qtdirstat erlaubt anders als Kdirstat sowohl in der Baumansicht als auch in der Karte eine mehrfache Auswahl von Verzeichnissen und Dateien. Darüber hinaus dürfen Sie beliebig viele Aktionen zum Aufräumen definieren. Solche, die Dateien mit den Endungen .bak, .auto oder core entfernen oder in einem Git-Verzeichnis Ordnung schaffen, existieren bereits. Über die Konfiguration fügen Sie jederzeit weitere Aktionen hinzu. Dabei besteht die Möglichkeit, Regeln zum Ausschluss von Ordnern zu schreiben.

Qdirstat 0.98

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/shundhammer/qdirstat

Schlüsselkasten

Mit dem Einsatz bewährter Tools und einer intuitiven Oberfläche macht es Qtpass 1.1.1 leicht, Zugangsdaten zu verwalten.

Auf vielen Webseiten müssen Sie sich mit einem Passwort authentifizieren, bevor Sie in bestimmte Bereich gelangen. Möchten Sie nicht immer dasselbe Passwort verwenden, dann hilft ein Tool wie Qtpass, nicht den Überblick zu verlieren. Eine Qt-basierte Benutzeroberfläche unterstützt Sie beim Verwalten der Passwörter. Dabei nutzt das Programm zum Verwalten und Verschlüsseln der Daten keine eigenen Routinen. Stattdessen greift es auf bewährte Kommandozeilenwerkzeuge wie GPG, Pwgen und Git zurück, die dazu auf dem System installiert sein müssen.

Die Applikation legt jedes Passwort als GPG-verschlüsselte Textdatei im Verzeichnis .password-store im Home-Verzeichnis ab. So gelangen Sie im Notfall auch ohne das Programm an Ihre Daten, jedoch nicht ohne den gültigen GPG-Schlüssel. Findet Qtpass beim ersten Start keinen gültigen Schlüssel für den jeweiligen Anwender, öffnet es einen Dialog, der bei dessen Erstellen hilft. Eine Übersicht am linken Fensterrand zeigt die vorhandenen Einträge an, die sich über Ordner strukturieren und über eine Suchfunktion aufstöbern lassen. Wählen Sie einen Eintrag aus, fragt Qtpass das Passwort für den GPG-Key ab und zeigt den Inhalt rechts an. Auf Wunsch blendet das Tool das Passwort dabei aus oder löscht die Anzeige nach wenigen Augenblicken wieder. Das Intervall für die Anzeige legen Sie in der Konfiguration frei fest. Alternativ überträgt das Programm das Passwort zum weiteren Einsatz in die Zwischenablage, aus der es den Eintrag aber auf Wunsch nach wenigen Augenblicken wieder automatisch entfernt.

Neue Passwörter legen Sie über die entsprechende Schaltfläche an. Hier geben Sie erst den Dateinamen an, unter dem Sie die Daten speichern möchten. Er dient in der Übersicht als Label und erleichtert das spätere Auffinden. Nun tippen Sie das Passwort ein oder nutzen Pwgen, um automatisch ein neues zu erzeugen. Standardmäßig findet die Eingabe nicht im Klartext statt. Darüber hinaus dürfen Sie einen Benutzernamen und eine URL angeben. Ein Feld für Freitext nimmt weitere Informationen zum Passwort auf. Nach Abschluss aller Eingaben verschlüsselt Qtpass die Daten mit dem GPG-Schlüssel. Möchten Sie im Einzelfall einen anderen Schlüssel nutzen, wählen Sie diesen in der Konfiguration aus. Weitere Einstellmöglichkeiten, wie die Länge des Passworts oder die erlaubten Zeichen, legen Sie ebenfalls in dieser Datei fest. (agr)

Qtpass 1.1.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://qtpass.org

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