Akkulaufzeit und Wartung

Während des ersten Akkudurchlaufs mussten sich Betriebssystem und Hardware noch gegenseitig kennenlernen: Das System zeigte ohne externe Stromversorgung durchweg eine Akkukapazität von 100 Prozent an, obwohl sich das Notebook am Ende aufgrund eines leeren Akkus abrupt abschaltete. Nach dem ersten Ladezyklus funktionierte dann die Ladestandsanzeige.

Von einem komplett entleerten Akku bis zu voller Ladung benötigte das Netzteil im laufenden Betrieb etwa 5 Stunden. In der Praxis betrug dann die Akkulaufzeit unter Elementary OS (in einem AC-WLAN eingeloggt, Bluetooth aktiviert, Tastaturbeleuchtung auf Maximum, Displayabschaltung deaktiviert, Helligkeit bei 50 Prozent) mit leichter Office-Arbeit etwa 6 Stunden (Abbildung 4).

Abbildung 4: An einem typischen Arbeitstag mit Textverarbeitung, Recherche im Web und ein wenig Programmieren hielt das Tuxedo InfinityBook etwa 6 Stunden durch.

Für Wartung und Erweiterung des Laptops lässt sich der rückseitige Deckel mit zwölf Schrauben lösen. Elf davon sind identisch, achten Sie bei beim Demontieren auf die Position des Abweichlers. Im Inneren gelangen Sie dann direkt an den Einschub für das 2,5-Zoll-Speichermedium (hier eine Samsung-SSD), den M.2-Slot für einen weiteren Massenspeicher im Scheckkartenformat sowie den RAM-Slot zum Ausbau des Arbeitsspeichers (Abbildung 5). Schwächelt nach ein paar Jahren der Akku, lässt auch er sich hier relativ leicht gegen ein Ersatzmodell austauschen.

Abbildung 5: Trotz der kompakten Bauweise lässt sich das Gehäuse des InfinityBook ohne Hindernisse öffnen und die Komponenten für Reparaturen oder Upgrades austauschen.

Linux im Mac-Kleid

Das installierte Elementary OS "Freya" basiert im Kern auf Ubuntu 14.04 "Trusty", nutzt jedoch mit Pantheon eine eigene Desktop-Umgebung. Ein Blick in die /etc/apt/sources.list zeigt, dass Elementary den Großteil seiner Software direkt von Ubuntu bezieht, inklusive Bugfixes und Sicherheitsupdates.

Lediglich Pantheon [4], Elementary-Eigenentwicklungen wie das E-Mail-Programm Geary, der Musikplayer Noise und der Editor Scratch sowie eine Reihe von gepatchten Paketen stammen aus von Elementary betriebenen Paketquellen in Form zweier PPAs. Dadurch stehen unter Elementary OS dieselben Programme zur Verfügung wie unter Ubuntu 14.04, inklusive Software und Updates aus den schier unzähligen Ubuntu-PPAs.

Das Erscheinungsbild von Elementary OS entlehnt unverhohlen viele Elemente bei Mac OS X, wobei unter der Haube zahlreiche Komponenten aus dem Baukasten der Gnome Shell stammen und oft nur leicht überarbeitet wurden (Abbildung 6). Die Wingpanel genannte Kopfleiste des Desktops stammt etwa aus der Gnome Shell, kann aber die von Ubuntu genutzten Indicator-Applets einbinden. Beim Bildbetrachter handelt es sich um ein erweitertes Eye of Gnome mit einfachen Bildbearbeitungsfunktionen.

Abbildung 6: Elementary OS strickt aus vielen Bestandteilen aus Gnome, zahlreichen eigenen Programmen und der Optik und Bedienungsweise von Mac OS X einen modernen Desktop.

Auch in Sachen Bedienung erinnert vieles an Mac OS X: So navigieren Sie im Dateimanager mit einem einfachen Klick von Ordner zu Ordner oder öffnen Dateien mit den verknüpften Anwendungen. Beim Mac-typischen "natürlichen Scrollen" bewegen Sie mit einer Zwei-Finger-Geste nach oben respektive unten auch das Dokument in die entsprechende Richtung, so wie Sie es auch auf einem Tablet handhaben würden. Dieses ungewohnte Verhalten lässt sich in Elementary OS bei Bedarf über Systemeinstellungen | Maus und Touchpad | Natürlicher Bildlauf deaktivieren.

In der Praxis erweist sich jedoch das Ein-Klick-Prinzip des Desktops als viel irritierender, besonders im Dateimanager. So ist es etwa unmöglich, eine Datei mit einem Linksklick auszuwählen, um sie dann via [F2] oder den entsprechenden Menüpunkt umzubenennen. Stattdessen öffnet der Dateimanager das Dokument sofort im verknüpften Programm. Das Verhalten lässt sich zudem nicht über einen Einstellungsdialog ändern: Stattdessen müssen Sie den entsprechenden Schlüssel in der Registrierungsdatenbank von Gnome anpassen (Listing 1).

Listing 1

### Einfach-Klick zum Öffnen von Dateien deaktivieren
$ gsettings set org.pantheon.files.preferences single-click false
### Einfach-Klick zum Öffnen von Dateien reaktivieren
$ gsettings set org.pantheon.files.preferences single-click true

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