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Das Tuxedo InfinityBook mit Elementary OS im Test

Unendlich Linux

Mit Linux vorinstallierte Laptops waren früher oft lieblos zusammengewürfelte Kisten. Das Tuxedo InfinityBook dagegen glänzt mit hoher Leistung, einem guten Display und voller Linux-Kompatibilität.

Notebooks rangieren von ultraleichten Subnotebooks mit 10-Zoll-Displays bis hin zu 19-Zoll-Monstern für den Schreibtisch oder gar Geräten mit zwei ausklappbaren Displays. Als Arbeitstiere für mobile Anwender haben sich jedoch Notebooks mit 13- oder 13,3-Zoll-Display bewährt. Diese Klasse besetzt beispielsweise Apple mit seinen Macbooks oder Dell mit dem XPS 13.

Solche Geräte bringen im kompakten Format schnelle CPUs, SSDs sowie hochauflösende Displays mit und zeichnen sich durch lange Akkulaufzeiten aus. Diese Kriterien möchte auch der deutsche Vertrieb Tuxedo mit seinem InfinityBook [1] erfüllen, allerdings mit Linux als Betriebssystem.

InfinityBook im Test

Linux-Notebooks, die Sie lediglich auspacken und aufklappen müssen, gibt es nicht gerade viele. Auf dem Tuxedo InfinityBook dagegen finden Sie bereits von Haus aus ein funktionsfähiges Linux vor. Beim Bestellen wählen Sie zwischen diversen Distributionen und Versionen; unser Testgerät arbeitet mit Elementary OS "Freya" auf Basis von Ubuntu 14.04.

Nach dem ersten Start empfängt Sie ein Einrichtungsassistent, über den Sie einen Hostnamen für das Gerät vergeben und ein Benutzerkonto anlegen. Möchten Sie nicht mehr konfigurieren, müssen Sie das auch nicht: Das InfinityBook ist nun voll einsatzbereit.

Im Inneren des InfinityBook versieht eine Dual-Core-CPU des Typs Intel Core i7-6500U ihren Dienst, getaktet mit 2,5 GHz beziehungsweise 3.1 GHz im Turbo-Modus. Das Testgerät verfügt zudem über 8 GByte Arbeitsspeicher sowie eine SSD mit 250 GByte Kapazität und ein Intel-WLAN-Modul für IEEE 802.11ac/a/b/g/n (siehe Tabelle "Technische Daten"). Das komplett aus Aluminium gefertigte Gehäuse, der matte Full-HD-Bildschirm, die Webcam mit 1 Megapixel sowie der integrierte 9-in-1-Kartenleser für SD- und MMC-Karten gehören zum Standardprogramm (Abbildung 1) des Geräts.

Der Grundpreis des InfinityBooks liegt bei 899 Euro. Die Extras unseres Testgeräts – 8 statt 4 GByte RAM und die SSD statt einer 500-GByte-HDD – erhöhen den Preis auf 964 Euro. Eine Wahlmöglichkeit bei der CPU gibt es nicht, dafür aber zahlreiche Optionen zum Aufrüsten.

Technische Daten

Komponente Details
Chipsatz Intel-"Skylake"-Mikroarchitektur
CPU Intel Core i7-6500U (2 x 2,5 GHz mit Turbo bis zu 3,1 GHz)
GPU Intel HD Graphics 520
Display 13,3 Zoll, 1920 x 1080 Pixel (Full-HD), IPS-Panel, matt
Massenspeicher Samsung SSD Evo 850, 250 GByte (optional zweites Laufwerk über M.2-Slot möglich)
LAN nicht vorhanden (nur über optionalen USB-LAN-Adapter)
WLAN Intel Wireless 3160 (IEEE 802.11ac/a/b/g/n, Bluetooth 4.0)
Webcam 1 Megapixel
Anschlüsse 1 x USB 3.1 Typ-C, 1 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, 1 x HDMI
Sonstiges Kopfhöreranschluss, 9-in-1-Kartenleser (bis zu SDXC)
Masse, Gewicht 32,5 x max. 1,8 x 21,9 cm (B x H x T) bei 1,4 kg

Der 1,4 kg schwere und maximal 18 mm dicke Aluminium-Body des InfinityBook macht einen hochwertigen Eindruck (Abbildung 1), wenn auch die Alternativen der großen Hersteller diesen übertreffen, wie beim Dell XPS 13 mit seinem sehr dünnen Rand um das Display.

Abbildung 1: Wie ähnlich kompakte Geräte anderer Hersteller verzichtet Tuxedo beim InfinityBook für eine möglichst flache Bauweise auf ein optisches Laufwerk sowie einen Ethernet-Anschluss.

Auf der beleuchteten Chicklet-Tastatur lässt es sich gut tippen, anstelle des nicht standesgemäßen Windows-Keys gibt es eine echte Tux-Taste (Abbildung 2) . Diese Option müssen Sie im Bestellformular allerdings extra auswählen, zudem ist sie nicht immer vorrätig.

Abbildung 2: Auf der Chicklet-Tastatur lässt es sich gut tippen, der Anschlag der beleuchteten Tasten ist präzise und anstelle einer Windows-Taste findet sich ein "echter" Tux.

Sämtliche über Funktionstasten erreichbaren Bedienungsoptionen funktionieren ohne weitere Anpassungen, wie etwa die Lautstärken- und Helligkeitsregelung, die Tasten zur Kontrolle eines externen Monitors sowie die Umschalter für WLAN, Bluetooth und Touchpad.

Leistungswerte und Lüfter

Die Leistung des Intel Core i7 genügt in der Praxis vollauf für alltägliche Arbeiten. Von der SSD startet das System in wenigen Sekunden, auch beim Aufruf größerer Anwendungen wie LibreOffice oder Gimp halten sich die Wartezeiten in Grenzen. Die verbaute Intel-Grafikkarte lässt es allerdings beim Errechnen von 3D-Grafiken etwas gemütlicher zugehen.

Im Heaven-Benchmark 4.0 von Unigine [2] erreicht das InfinityBook unter Elementary OS mit Kernel 4.2.0 lediglich 5,8 FPS im Mittel und einen von Score 147 Punkten (Abbildung 3). Mit dem besser auf den "Skylake"-Chipsatz optimierten Kernel 4.4 aus Ubuntu 16.04 steigt dieser Wert leicht auf 6,2 FPS (Score 156). Für die grafischen Spielereien moderner Desktops genügt die Rechenleistung der GPU vollkommen, Gamer greifen jedoch besser zu einem Gerät mit dedizierter AMD- oder Nvidia-Grafikkarte.

Abbildung 3: Bei anspruchsvollen 3D-Animationen, wie im Heaven-Benchmark von Unigine, kommt die integrierte Intel-Grafik schnell ins Schwitzen.

In der Praxis zeichnet sich das InfinityBook durch einem praktisch lautlosen Betrieb aus, wenn sich auch der Lüfter im Leerlauf nicht vollständig abschaltet. Alltagsarbeiten mit Office-Werkzeugen oder das Surfen im Netz mit Chrome oder Firefox bringen den Lüfter nicht zusätzlich auf Touren.

Unter Last (etwa mit dem Heaven-Benchmark) steigt die Lautstärke dann merklich an. Als Arbeitsmaschine zum stundenlangen Kompilieren eignet sich das InfinityBook daher weniger. Sinkt die Belastung jedoch wieder ab und fällt damit auch die CPU-Temperatur, steuert der Prozessorlüfter ohne große Verzögerung auf die niedrigste Drehzahl herunter. Bei Präsentationen müssen Sie daher keine Angst haben, dass der Lüfter Ihren Vortrag übertönt.

Ganz im Stil der ähnlich gebauten Ultrabooks verzichtet das InfinityBook auf einen Ethernet-Adapter, sodass die WLAN-Karte die Kommunikation allein stemmen muss. Im 2,4-GHz-Band einer Fritzbox 7490 als Access-Point betrug die mit Iperf ermittelte Datenrate zu einem via Gigabit-Ethernet angebundenen Server im Durchschnitt etwa 36 Mbit/s.

Mit 802.11ac im 5-GHz-Band stieg die Übertragungsgeschwindigkeit auf knapp 200 Mbit/s. Zum Vergleich: Der in der letzten Ausgabe getestete Solo Nanum SE22 bringt es mit einer Dualband-fähigen Intel-Wireless-8260-Karte unter identischen Konditionen auf bis zu 867 Mbit/s [3]. Diese WLAN-Karte gibt es zum InfinityBook als aufpreispflichtige Option für knapp 20 Euro – rüsten Sie hier also auf, falls Sie öfters größere Datenmengen übertragen möchten.

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